Mähtier

So kurz vor Ostern ist es an der Zeit für ein kleines Tutorial mit vielen semiguten Bildern.
Man bemüht sich, aber wenn das Licht schwindet… Du kennst das ja.

Aber es ist ein nettes Projekt, das schnell von der Hand geht und vielleicht brauchst Du ja noch ein kleines Mitbringsel für Ostern?

Anleitung für Wollschafis

Du brauchst:

  • Einen guten Rest dicke Wolle (je dicker die Wolle, desto wolliger das Schaf, ich habe die Restwolle vom Lopi genommen)
  • Zwei passende Stricknadeln (hier Größe 4)
  • Füllmaterial (Watte, Füllwatte, Wolle…)
  • Eine große Nähnadel
  • Eine Schere

Es ist ganz einfach!
Du musst für das Schaf nur rechte Maschen beherrschen, abketten und zunehmen können. Also ein super einfaches Einsteigerprojekt! 🙂
Und alles was Du als Anleitung brauchst, ist im Grunde nur das folgende Bild.

Los geht‘s! Du schlägst 24 Maschen an und strickst erstmal 8 Reihen kraus rechts. Das heißt, Du strickst auch beim Umdrehen des Strickwerks rechts.
Bei der 8 Reihe kettest du 8 Maschen ab, strickst die folgenden Maschen bis zum Ende der Reihe. Dann wendest du das Strickstück und nimmst wieder 8 Maschen ab.
Jetzt blieben Dir folglich nur noch 8 Maschen in der Mitte. Diese Strickst Du wieder 8 Reihen lang kraus rechts.
Jetzt nimmst Du an jeder Seite wieder 6 Maschen auf und strickst weiter wie auf dem Bild oben angezeigt. Bei den kürzeren Beinen verfährst du genauso wie zuvor.

Wenn Du fertig bist, sollte das so ähnlich aussehen. 😉

Jetzt kannst du die hinteren und vorderen Beinchen schließen und schon einmal mit Füllmaterial befüllen.

Nun geht es mit dem Kopf weiter. Erst schließt du den vorderen Teil.

Dann schließt Du die Seiten, jetzt kann man ganz gut den Daumen hinein stecken.
Quasi ein Daumen im Schafspelz. 😉

Hier kannst Du auch schon rechts und links die Ansätze von Ohren erkennen. 😉

Anschließend füllst Du den Kopf und schließt die Hals und Bauchnaht.
Wenn Du am Hintern angekommen bist, kannst Du noch mal den Rumpf und Hals gut ausstopfen und schließlich den Rest zu nähen.

Und fertig ist das Osterschafi. 🙂

Wenn du das Schaf größer, kleiner, dicker oder (noch) dünner haben möchtest, kannst Du das ganz einfach anpassen in dem du weniger/mehr Maschen abnimmst oder mehr/weniger anschlägst. 🙂

Viel Spaß! 🙂

Après Rodeling

Während sich alle Leute im Winter heldenhaft und todesmutig mit Skiern Pisten hinab stürzen, bin ich wohl eine der wenigen Bayern die dieses Klischee nicht erfüllen. Und auch nicht erfüllen wollen.
Aber irgendwie ist es auch doof über den Winter auf die Berge zu verzichten. Eine Sucht bricht ja nicht saisonal einfach ab. 😉
Und während ich erfolgreich darüber prokrastiniere, ob ich mir nun Schneeschuhe kaufen soll oder nicht, habe ich doch tatsächlich schon letztes Jahr ein gutes Hobby gefunden das dem Anspruch des Bergtrolls entspricht.
Das Rodeln!
Keine kahl gerodeten Hänge, keine Schneekanonen, nur geräumte Forstwege und jede Menge Spaß!
Nachdem es letztes Jahr so ein Erfolg war, konnte diese Saison natürlich nicht ohne das neue Winterhobby an mir vorbei ziehen. Schnee gab es ja genug.

Und so zog es uns hinaus, bei perfektem Sonnenschein, fast schon frühlingshaften Temperaturen.
Erstes Ziel war das Hörnle, das kennt man ja schon. Bisher allerdings nur (fast) schneefrei.
Dieses Mal wanderten wir von Bad Kohlgrub aus den ausgetretenen Sommerweg hinauf.

Oben auf dem Gipfel (der erste Gipfel des noch jungen Jahres!) genossen wir die warme Sonne und Aussicht!
Vor allem die Zugspitze zeigte sich umgeben von einem weiß-bauschigem Umhang aus Schneeverwehungen. Märchenhaft!

Die Rodelbahn war leider schon etwas in Mitleidenschaft gezogen. Der Schnee sehr, klitschig, viele Wellen in denen man stecken blieb und teilweise ging es Bergauf. Dort musste man tatsächlich absteigen und eine ganze Weile gehen…

Eine Woche später zog es uns wieder hinaus. Das Wetter beinahe genauso grandios. Klarer, blauer Himmel. Hier und da ein paar fluffige Wölkchen.
Und so zogen wir unsere Schlitten den Hirschberg (beim Tegernsee) hinauf. Dabei hätte es gerade im schattigen Wald Grödel gebraucht, weil man jeden Schritt beinahe wieder runter gerutscht ist.
Nach diesem kräftezehrenden Aufstieg lockte uns der ausgetretene Trampelpfad zur Hirschberg-Hütte. Wir stellten unseren Schlitten beim Materiallift ab und stapften den Weg stetige Höhenmeter steil bergan.

Am Kratzer angekommen genossen wir erstmal die Aussicht. Weniger bekannte Gipfel waren zu sehen. Nur die Brecherspitz und der Tegernsee waren mir bekannt. Wir entschieden uns gegen einen weiteren Gipfelsturm zum Hirschberg hoch und kehrten erst mal in der Hütte ein, um uns für den Abstieg und anschließenden Rodelspaß zu stärken.

Leider war auch hier am Anfang die Bahn etwas klitschig und angeschmolzen, später wechselten sich aber feuchte Stellen mit Vereisungen ab, sodass man ordentlich Schwung bekam und so schön schnell die Serpentinen hinunter raste.
Alles in allem eine wesentlich tollere Strecke als die vom Hörnle. Man ist wesentlich schneller und auch länger unterwegs. Dafür gibt es für die Faulen kein Lift. Was aber auch weniger Verkehr bedeutet. 😉
Die Option das ganze mit einer kleinen Winterwanderung zu verbinden. Die Hütte war bei dem tollen Wetter kaum besucht – was uns zusätzlich verwunderte/erfreute.
Allerdings wären beim nächsten Mal für den Auf- und Abstieg Grödel hilfreich.

Park & Ride mal anders. 😉

Beide Touren kann man gut mit den Öffentlichen erreichen.
Beim Hirschberg sollte man mit dem Auto früh dran sein, da die Parkplätze am Start der Rodelnbahn schnell belegt sind.
Aktuelle Bedingungen schaust Du am Besten in diesem tollen Rodel-Führer nach.

RingelRingelRingel

So viele Rezepte hier!
Mal Zeit für anderen Inhalt. Da warten noch so viele Dinge die ich selbst gemacht habe darauf auch endlich hier stolz vorgezeigt zu werden. Zum Teil schon über ein Jahr.
Ich gebe zu, das nervt mich!
Das Problem an der Sache ist, dass ich unglaublich gerne hinter der Kamera stehe. Und so unglaublich ungern davor. Und wenn, dann nur mit Grimassen und unter vehementem Protest!
Und wer möchte schon Pullis oder Mützen auf dem Boden liegend sehen?! Kleidung wirkt halt nur angezogen. Du siehst das Problem? 😉
Umso besser dass Socken, die an Füßen sitzen, eine exponiertere Lage haben – das heißt, sie sind auch alleine photographierbar. Zumindest irgendwie. 😉

Hier also ein Projekt von (vor)letztem Jahr. Ringelrestesocken, aus den Resten die mal weg mussten. Gleichzeitig stecken da viele Geschichten drin. Manch eine Wolle ist weit gereist, hat in schweren Zeiten als Ablenkung gedient, als Geschenk und hat viele Füße lange warm gehalten. Manche wurden rechtzeitig fertig, manche nicht. Manche sind mit in die Ewigkeit gewandert, manche haben den Besitzer vor Fertigstellung noch schnell gewechselt. Da waren die ersten Socken für mich, die Eis und Feuer-Socken (sogar verbloggt ;)) und ein paar, die den Weg nie hier her geschafft haben.
All diese Socken dürfen nun zumindest in kleinen Teilen mit Reisen und waren sogar schon im vorweihnachtlichen Prag mit dabei. 😉
Und irgendwie ist das ein schöner Gedanke: Vergangenheit, verstrickt mit all dem was da auch immer kommen mag!

Schnittmuster: Regenbogenringel
Bei der Größe habe ich mich nach der dieser Tabelle* orientiert und eine Käppchenferse gestrickt.
Sie sind etwas weit am Knöchel, da würde ich bei den nächsten Exemplaren ein paar Abnahmen einbauen. Die Länge würde ich vielleicht so bei behalten, vielleicht sogar Kniestrümpfe anpeilen.

*nicht bezahlt, nicht gesponsort, könnte dennoch als Werbung gehalten werden. Daher vorsichtshalber mal markiert und darauf hingewiesen… 😉

Chatty Cheddar

Draußen haben sich die fluffig-weichen, weißen Schneemassen in kalten eisigen Regen verwandelt. Die Motivation raus zu gehen ist somit auf ein Minimum gesunken. Und so habe ich auch keine Ausrede mehr mich nicht meinem Blog zu zuwenden…
Das Sorgenkind Blog braucht ein bisschen Futter und weil schon seit knapp einem Jahr bearbeitete Fotos und ein Rezept hier auf der Festplatte ausharren, ist es an der Zeit.

Käse-Cookies
(gesehen auf livingathome.de)

Zutaten:
210 g Mehl
1 Tl Zucker
1/2 Tl Salz
1/4 Tl gemahlener Kümmel
1/4 Tl Cayennepfeffer
125 g Butter
1 Ei
1 Tl kaltes Wasser
150 g geriebener Cheddar
1/4 Tl Kreuzkümmel
1 Tl grobes Meersalz

Mehl mit Zucker, Salz, gemahlenem Kümmel und Cayennepfeffer in einer Schüssel vermischen. 125 g kalte Butter in Stückchen mit den Knethaken des Handmixers untermengen, bis die Mischung grob krümelig ist. Ei und 1 Tl kaltes Wasser unterkneten. Geriebenen Cheddar, Gruyère oder Parmesan mit den Händen unter den Teig kneten, bis er glatt ist, eventuell noch 1 Tl kaltes Wasser hinzugeben, falls mehr Feuchtigkeit benötigt wird. Den Teig zu einem flachen Ziegel formen und in Frischhaltefolie gewickelt ca. 1 Stunde kalt stellen.

Kreuzkümmel und grobes Meersalz im Mörser zerstoßen. Den Ofen auf 200 Grad Unterhitze oder Umluft vorheizen. 2 Backbleche mit Backpapier auslegen. Aus je 2 Tl Teig kleine Kugeln formen und im Abstand von ca. 3 cm auf die Bleche legen, dann zu flachen Cookies drücken. Wohldosiert mit der Kümmel-Salz-Mischung bestreuen. Nacheinander auf mittlerer Schiene etwa 12 Minuten blassgold backen, die Kekse dürfen kaum Farbe annehmen. Die Käse-Cookies auf den Blechen vollständig abkühlen lassen.

Es ist schon ein Weilchen her, dass ich sie gegessen habe. Aber ich kann mich noch daran erinnern, dass sie mir durch das aufgestreute Salz etwas zu salzig waren. Daher würde ich einfach weniger Salz nehmen oder lediglich Kreuzkümmel.
Super lecker, vor allem wenn man nach all dem Weihnachtssüßkram keinen Zucker mehr sehen kann.
Und jetzt… habe ich Hunger auf Chips! Gut gemacht! 😉

Die Bilder sind bei der „Jahresabschlusswanderung“ im – dort noch schneefreien – Murnauer Moos entstanden.

Die Zweite Kerze

Hier habe endlich mal ein Rezept für ungeduldige Weihnachtsbäcker. 😉
Es geht super schnell und ohne zu viel Aufwand. Dabei kommen wunderbar aromatische, fluffig-weiche Plätzchen heraus!
Außerdem kann man nebenher noch ein bissl vom Glühwein probieren – wenn das mal nichts ist! 😉

Glühweinschnitten 2018

Glühwein-Dreiecke
(irgend ein Dr. Oethker Kochbuch)

Zutaten:
250 g weiche Butter
250 g Zucker
1 (1 EL) Päckchen Vanillezucker
4 Eier (Gr. M)
250 g Weizenmehl
1 Pck. Backpulver
125 ml Glühwein
100 g geriebene Zartbitterschokolade
120 g abgezogene, gehackte Mandeln
200g Puderzucker
2-4 EL Glühwein (eher 4-5 EL)

Butter mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe geschmeidig rühren. Nach und nach Zucker und Vanillezucker dazu geben und so lange rühren, bis eine gebundene Masse entstanden ist.

Eier nach und nach unterrühren (jedes Ei ca. ½ Minute). Mehl und Backpulver mischen, sieben und portionsweise mit dem Glühwein auf mittlerer Stufe unterrühren. Zuletzt die Schokolade dazu geben.

Backblech mit Backpapier auslegen und ggf. einfetten. Den Teig auf das Backblech streichen.
Dann bei 200°C bei Ober-/Unterhitze ca. 25 Minuten backen.

Das Gebäck vom Rand lösen und auf ein Kuchenrost ziehen und kurz abkühlen lassen.

Den Puderzucker mit dem Glühwein zu einem dickflüssigen Guss verrühren und auf dem noch heißen Gebäck verteilen. Die Mandeln sofort darüber streuen und komplett auskühlen lassen.

Anschließend mit einem scharfen Messer in Dreiecke schneiden.

(Man kann vorher die Mandeln noch in einer Pfanne ohne Fett anrösten, das habe ich mir allerdings gespart.)

Rotweinschnitten 2018
Der Guss schmeckt auch außerordentlich lecker… ^^° *nomnom*

Die Erste Kerze

Adventszeit – Backzeit!
Ich war auch wieder traditionell am Buß- und Bettag fleißig in der Küche und habe die erste Sorte Plätzchen gebacken.
Allerdings war dieses Jahr die Suche nach neuen Plätzchen irgendwie etwas zäh. Aber wenn man dann mal dran ist – und so liebe Unterstützung hat – dann landet man doch irgendwann bei ein paar Neuen.
Mal sehen wie viele Sorten es dieses Jahr werden…

So, Küche aufgeräumt! Schürze geschnürt! Es kann los gehen. 🙂

Zimtberge 2018

Zimtberge
(aus irgend einem Dr. Oethker Backbuch)

Zutaten:
200 g gemahlene Haselnüsse
3 Eiweiß
1 TL Zitronensaft
220 g Puderzucker
2 TL Zimt
1 EL Zitronenschale
70 g abgezogene gemahlene Mandeln

Haselnusskerne in einer Pfanne ohne Fett rösten und zur Seite stellen.
Den Ofen auf 150 Grad vorheizen.

Eiweiß und Zitronensaft steif schlagen.
Nach und nach Puderzucker unterschlagen.
Von dieser Mischung zwei große Esslöffel in einen Spritzbeutel abfüllen.

Zimt, Zitronenschale, Mandeln und Haselnüsse mischen und auf mittlerer Stufe in die Eischneemasse einrühren.

Mit 2 Teelöffeln den Teig auf ein mit Backpapier ausgelgetes Backblech geben. Dabei genügend Abstand lassen.

Vom Spritzbeutel einen kleinen Klecks der anderen Eischneemasse auf die „Berge“ geben.

Bei Ober-/Unterhitze 150°C ca 25 – 30 Minuten backen.
Die Plätzchen mit dem Backpapier auf ein Gitter ziehen und dort vollständig abkühlen lassen.

Zimtberge 2018

Die Makronen lassen sich schnell machen und schmecken wirklich gut. Die leicht zimtige Note zu den Haselnüssen und Mandeln passt perfekt.
Allerdings würde ich beim nächsten Mal weniger Zucker nehmen, da sie doch sehr süß sind. (Was bei mir was heißen muss!)
Perfekte Eiweißverwertung!

Zimtberge 2018

Loituma

Deister 2018Es wird kälter, dunkler, nebeliger! <3
Herbstwetter ist Suppenwetter!
Darum hier nun ein Rezept, um nach einer eisigen Herbstwanderung den Magen zu füllen und gleichzeitig die Wärme zurück in den Körper zu bringen. Vor allem, wenn sie einen Hauch von scharfem Curry enthält!

Kartoffelsuppe

Kartoffelsuppe mit Lauch
aus Vegetarisch genießen von Dagmar von Cramm & Martin Kintrup

Zutaten:
für 4 Portionen

750 g Kartoffeln
1 Zwiebel
1 EL Sesamöl
1 TL Currypulver
1,2 l Gemüsebrühe
2 Stangen Lauch
2 EL Rapsöl
2 EL Sasamsamen
150 g Sahne
Salz & Pfeffer

Die Kartoffeln schälen und grob würfeln.
Die Zwiebel schälen und klein würfeln.
Das Sesamöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Kartoffeln kurz mitbraten, das Currypulver darüber stäuben. Brühe angießen, aufkochen und die Kartoffeln bei kleiner Hitze zugedeckt in ca. 15 Min. weich garen.

Inzwischen den Lauch putzen, in Ringe schneiden, diese gründlich waschen und abtropfen lassen. Rapsöl in einer Pfanne erhitzen, den Lauch darin anbraten und anschließend zugedeckt ca. 5-10 Min. dünsten. Die Sesamsamen in einer Pfanne ohne Fett rösten, bis sie duften.

Die Sahne zur Suppe geben und alles fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Suppe mit Lauchringen und Sesamsamen bestreut servieren.

Kartoffelsuppe

Die mystischen Waldfotos stammen aus dem Deister, den wir neulich bei eisigem Nordwind bewandert haben.

Himmlische Hölle

Höllental 2018

Es ist August und die Hitze des Sommers hat zumindest ein bisschen nachgelassen.
Unser Weg führt zunächst zum Ausgangspunkt in Hammersbach. Dort angekommen sind wir bei weitem nicht die Einzigen, die sich den kühlen Weg mit schnellem Schritt in Richtung Klamm vorgenommen haben.

Höllental 2018Vor dem Eingang bildet sich eine lange Schlange und es dauert einige Minuten bis wir den Eintritt bezahlen können.
Doch schließlich haben wir es geschafft. Rauschend, kalte Nässe empfängt uns schon bald, als wir zwischen reißendem Strom und schroffer Felswand entlang laufen.

Höllental 2018

Höllental 2018

Es tropft von oben, die Wege stehen teilweise unter Wasser, es Rauscht so laut, dass man kein Wort versteht. Mit eingezogenem Kopf laufen wir – die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen – unter nasskalten Wasserschwällen hindurch. Gehen über hölzerne Brücken – den Abgrund und den wüsten Fluss unter uns.

Höllental 2018

Höllental 2018

Höllental 2018

Hüpfen über Pfützen und durch Höhlen, frösteln gar im kühlen Gang der Klamm. Kaum zu glauben, bei der Hitze die zuvor geherrscht hat!
Nachdem wir die Klamm beinahe hinter uns gelassen haben, machen wir etwas Pause und genießen des nun etwas ruhigere Rauschen des Wassers. Begutachten die verschiedenen Leute, die an uns vorbei kommen. Vom amerikanischen Gearhead-Tourist bis zum Zugspitzenbezwinger mit Kletterausrüstung ist so gut wie alles dabei. Und so machen wir uns bald auf den Weg weiter bergan.

Höllental 2018Schon wird es wärmer, unsere Hosen und Jacken trocknen langsam wieder. Neben dem nun etwas zahmeren Gewässer sehen wir alte Bergwerkruinen, verlassen und verfallen.
Unser Weg wendet sich ab und so erwarten uns nun einige Höhenmeter mit vielen Serpentinen die uns die Kälte bald aus den Gliedern scheucht.

Höllental 2018

Nachdem der Bach wieder auftaucht, gehen wir an ihm entlang bis wir das Ziel erreichen – die Höllentalangerhütte. Dort genießen wir den atemberaubenden Ausblick, lauschen den Glocken der Schafe und lassen uns Spinat-Knödeln und Bier schmecken.
Nach einer kurzen Pause, die wir liegend in der Sonne verbracht haben, ziehen über den riesenhaften Bergen bedrohliche Wolken auf.

Höllental 2018

Höllental 2018

Höllental 2018

So packen wir unsere Sachen und treten den Rückweg an. Die Sonne bald vollends hinter dichten bedrohlichen Wolken verborgen. Einen Teil des Weges kennen wir bereits. Doch bald zweigt der Weg rechts ab und führt uns teils etwas ausgesetzt und aussichtsreich oberhalb der Schlucht zurück nach Hammersbach.

Höllental 2018

Fazit:
Eine wunderschöne (nasse ;)) Tour, welche man auch noch weiter gehen kann, z.B. aufs Kreuzeck, oder gleich weiter auf die Zugspitze. 😉
Die Nässe ist auch dafür verantwortlich, dass ich in der Klamm so gut wie keine Fotos gemacht habe. Also musst Du unbedingt selbst mal hin und Dir anschauen wie es dort aussieht! 😉
Auch die Höllentalangerhütte ist so schön gelegen, dass sich eine Übernachtung sicher lohnt.
Die Klamm kostet für Erwachsene 5 € Eintritt (DAV-Mitglieder 2€ – wenn man nicht wie ich den Ausweis daheim vergisst, hmpf!) und ist nur von Frühjahr bis Herbst geöffnet. (Nähere Infos bekommst du auf der offiziellen Seite)
Ist aber wesentlich eindrucksvoller und länger zu durchwandern als die bekanntere Partnachklamm.
Wer allerdings weniger Menschen bevorzugt, sollte unbedingt unter der Woche gehen. Wir waren an einem Feiertag und es war zumindest in der Höllentalklamm und auf der Hütte sehr voll.
Regenjacke und wasserdichte Schuhe solltest Du nicht vergessen!
Ich war sicher nicht das letzte Mal dort! 🙂

Höllental 2018Berg & Bahn: Mit der Werdenfelsbahn von München stündlich nach Garmisch-Partenkirchen und dort mit dem Bus weiter in Richtung Kreuzeckbahn/Alpspitzbahn. Von dort ein paar Minuten zu Fuß an den Gleisen entlang nach Hammersbach.
Alternativ kann man auch ab Garmisch mit der Zugspitzbahn fahren, hier ist ein extra Ticket nötig!
Es gibt auch einen Bus von Gamisch in Richtung Eibsee, dort in Hammersbach aussteigen.
Vorsicht!: Im Bus von Garmisch zur Alpsitzbahn gilt nur das Bayern Ticket – das Werdenfelsticket leider NICHT!

Höllental 2018

Oṃ Śānti Śānti Oṃ

Zwischen all dem bergauf und bergab mit den Füßen, bleiben trotzdem die Hände niemals still.
Und so habe ich (endlich!) ein Projekt abgeschlossen, dass ich über drei (3!) Jahre mit mir herum geschleppt habe.
Ist mit hier und dorthin gereist und doch nie unterwegs aus dem Rucksack geholt.
Ja, ich gebe zu, das war das erste Projekt, das ich mehrfach am liebsten einfach in den Müll geschmissen hätte.

Dabei hat alles so harmlos angefangen. Damals vor drei Jahren, habe ich meine Trolloma besucht und in der verwaisten Wohnung meiner Tante übernachtet, da lagen drei Knäule Wolle herum. Was sollte ich machen? Geschenkt ist geschenkt! Teures Zeug war es auch noch!
Und auch obwohl mir die Farbe gar nicht gefallen hat, habe ich die Knäule mitgenommen. Mit dem Plan meiner Tante eine Stola zu stricken – was die Trolltante ursprünglich damit geplant hatte.
Nun ja, das Projekt war schon lange bei Ravelry auf der Liste. Und so kam es wie es kommen musste: das Monsterprojekt Ginkgo Shoulderette wurde gestartet.
Am Anfang machte es auch noch Spaß. Bis die Maschen immer mehr wurden, die Wolle sich als Höllen-Wolle herausstellte und ich mich hier und da schon ein paar mal verstrickt hatte (was natürlich erst nach fünf Reihen und gefühlten 10000 Maschen auffällt. Hmpf!)
Und so versank dieses Projekt oft in dem Projekt-Jutebeutel und lag hier und da mal ein paar Monate herum. Oft wurde es auf Zugfahrten mitgeschleppt, um doch nie ausgepackt zu werden. Frust³!

Beim Muster angekommen wurde es noch schlimmer. Es machte einfach keinerlei Spaß…
Der erste Geburtstag der Tante zog ins Land, der zweite, der Dritte, auch diverse Weihnachtsfeste…
Erst dieses Jahr nahte ein runder Geburtstag und so gab ich mir mehrere Arschtritte und nach etlichen Stunden die ich fluchend und angespannt an diesem… Ding gehangen bin, war es endlich, endlich fertig! Also fast…
Denn als ich gerade über die Hälfte der Maschen abgekettet hatte, fiel mir auf, das da irgendwas nicht stimmen konnte.
Anleitung lesen soll gelernt sein! Also nochmal 399 Maschen zurück gestrickt. Was bei dieser Wolle wirklich nervenaufreibend und eine echt harte Geduldsprobe ist!
Es hat mich schließlich zwei Abende gekostet den Fehler zu korrigieren. Viele Nerven noch dazu. Ich war kurz davor das Teil zu nehmen und einfach raus zu rennen um es irr lachend zu verbrennen! Wirklich!

Die Freude über das fertige Projekt ließ auch ziemlich auf sich warten… Irgendwann nach dem Spannen ging es dann halbwegs. Natürlich hocken da viele dumme Fehler drin, viele Maschen die irgendwie falsch abgenommen/zugenommen/fallen gelassen wurden. Die springen mir immer ins Auge. Aber das weiß ja das Geburtstagskind nicht. Das weiß zum Glück auch nicht wie das fertige Projekt hätte aussehen sollen. 😉

Schlechtes Foto, aber hier kann man die Größe und das Muster ganz gut erkennen.

Und so kann ich es nur mit halbwegs gutem Gewissen verschenken. Hoffentlich freut sich die Tante darüber!
Dazu wurde dann noch eine passende Karte gebastelt (das hat mehr Spaß gemacht ;)).
Nachtrag: Sie hat sich natürlich sehr darüber gefreut und war begeistert wie schön warm und leicht das fertige Tuch geworden ist. Misson erfüllt, würde ich mal sagen. 😉

Dennoch kann man abschließend sagen, dass ich etwas stolz bin mich da durch gebissen zu haben. Und wenn ich nun so zu dem halbwegs schön verpackten Geschenk hinüber spähe, empfinde ich dem flauschigem Leichtpaket gegenüber auch gar nicht mehr so viel Hass. 😉

Schnitt: Ginkgo Shoulderette Shawl
Wolle: Ein Knäul Lana Grossa Silkhair Print
Projektdauer: gestartet am 12 Juli 2015, beendet am 24 August 2018
Fazit: Theoretisch schönes Projekt. Mehr Frust als Lust. Das lag aber zum Großteil an der Wolle.

Call Of The Mountain

Daniel 2018

Morgens ist es noch dunkel als ich am Bahnhof in München auf den Zug nach Lermoos warte.
Es ist kalt, ich friere und bald kriecht die Kälte durch die Schuhe zu den Zehen.
Der Zug ist beinahe leer als ich endlich einsteigen kann und auch mollig warm.
Als er durch Starnberg fährt schimmert die erste morgendliche Sonne über dem nebelverhangenen See. Schillernder Tau kündigt einen sonnigen Herbsttag an.
Und während der Zug weiter rollt, ich halb verschlafen, halb verträumt dem Geschehen folge, das an mir vorbei zieht, verschwindet bald die Sonne verschluckt von dicken Nebelschleiern. Der Zug scheint durch einen grauen Tunnel zu fahren. Während sich draußen die Welt von flachem Grün in felsige Bergwelt verwandelt.
Manchmal würde ich diese Momente in irgend einer Wiese festhalten können. Leider verblassen sie auch im Gedächtnis zu schnell. Man kann sie so auch nie teilen um anderen zu zeigen wie schön die Welt dort draußen ist. Und so versuche ich wenigstens so viel in mich auf zu saugen wie nur möglich.
Als der Zug schließlich das Ziel erreicht, lichtet sich der Nebel im Tal bereits. Nur vereinzelte Fäden aus schillerndem Grau trotzen der weiter steigenden Sonne, bis auch diese verblassen.

Daniel 2018

Der Weg zieht ein paar Meter vom Bahnhof in Lehrmoos gleich ordentlich an.
Führt an der Tuftlalm vorbei und gibt einen unglaublichen Ausblick auf Ehrwald und die Zugspitze frei. Doch für mich geht es weiter. Ich folge dem Wegweiser „Ups Daniel 2,5 Std“ weiter stetig bergan.

Daniel 2018
Erster Blick auf das Ziel. Links die Upsspitze, rechts der Daniel

Noch bietet der Nadelwald um mich herum genügend Schatten doch je höher ich komme, desto kleiner wird der Wuchs und bald schon ist die Baumgrenze erreicht.
Die Sonne knallt trotz der niedrigen Temperaturen erbarmungslos hinab. Allerdings macht der Aufstieg jetzt erst richtig Spaß. Geröll, dicke Felsen und ein Weg der sich oft etwas am steilen Abgrund entlang schlängelt ohne aber große Höhenangst zu verursachen.

Daniel 2018
Diese Steigung verfolgt einen beinahe die ganzen 1400 Höhenmeter…

Bald passiere ich ein Schotterfeld und da ist er – der Grat zum Gipfel! Zuvor schien es mir er wäre unerreichbar! So hoch und so weit, der Weg schier endlos durch die pralle Sonne. Doch jetzt geht es ganz schnell.
Die letzten Höhenmeter haben hier und da noch ein paar ausgesetzte Stellen, sind aber ohne Probleme zu bewältigen.

Daniel 2018
Wer gute Augen hat kann den Aufstiegsweg erkennen.

Am Gipfelkreuz tummeln sich doch einige andere Bergsteiger, doch die Aussicht ist grandios. Die Zugspitze baut sich wie eine riesige Wand vor einem auf. Man sieht die Seilbahnen und das Hotel, welches den Gipfel oben verunstaltet.
Der Rundumblick zeigt die ersten Schnee verzierten Gipfel. Im Westen kann man bis nach Füssen sehen.
Was für eine grandiose Welt sich hier auf tut!

Daniel 2018

Daniel 2018

Ein paar Dohlen kommen nahe heran gehüpft, es könnte ja was für sie herausspringen. Bald steigen sie wieder in die Lüfte und wirbeln akrobatisch um das Gipfelkreuz herum.
Lange bleibe ich dort oben sitzen. Es ist warm, es geht kaum Wind. Außerdem kann ich mich kaum satt sehen und glaube es immer noch nicht, dass ich es endlich wieder über zweitausend Meter (2340 m um genau zu sein) geschafft habe. Viel, viel, viel, viel zu lange ist das schon her.

Daniel 2018
Aussicht auf den Verbindungsgrat zur Upsspitze.

Daniel 2018

Der Weg bietet mir nun zwei Optionen ich kann weiter über den Grat in den Westen gehen und die Upsspitze mit nehmen, doch ich entscheide mich dagegen. Weiß wie mich der Rückweg schlauchen wird. Und so steige ich den gleichen Weg wieder ab.
Was eine gute Idee war. Als ich an der Alm ankomme merke ich bereits wie ausgelaugt ich bin. Mein Fuß (der im Sommer leider verletzt war) meldet sich wieder Phasenweise. Mein Kopf brummt und schmerzt vor sich hin. Zum Trinken zwinge ich mich, an Essen ist nicht zu denken.

Daniel 2018

Dort auf der Almwiese erlaube ich mir eine kurze Pause, ziehe die Schuhe aus und strecke alle Viere von mir. Über mir thront die Zugspitze, und ich frage mich, ob ich es dort hoch schaffen würde…

Daniel 2018

Eine kurze Rast und weiter geht es. Wie im Tunnel steige ich die letzten Höhenmeter ab und erreiche den Bahnhof mit zitternden Beinen.
Der Gipfel versteckt sich hier wieder hinter dem Wald. Aber ich weiß, dass er hoch ist.
Und das ich ihn geschafft habe…
Jahresziel erreicht – am letzten Septembertag. 🙂

Daniel 2018

Nach wandern kannst du die Tour hier. Allerdings ist das kein Sommerberg, da der Aufstieg nur am Südhang entlang geht.
Nimm aber auch im Herbst/Frühjahr vor allem genug zu Trinken mit! Ich habe meine 3 Liter am Anfang verflucht, aber am Schluss war beinahe nichts mehr übrig.
Als Anfänger würde ich allerdings eine andere Route wählen. Technisch gibt es nur ein paar Stellen die Trittsicherheit oder Schwindelfreiheit verlangen, doch die vielen Höhenmeter sind wirklich (!) nicht zu unterschätzen. Durch das Schotterfeld würde ich persönlich auch zu hohen Wanderschuhen raten. Aber das ist jedem selbst überlassen. 😉
Ich war auch heilfroh das ich Wanderstöcke mitgenommen habe. Die töten zwar die Streetcredibility komplett, aber Deine Knie danken es Dir später! 😉