Die Zweite Kerze

Hier habe endlich mal ein Rezept für ungeduldige Weihnachtsbäcker. 😉
Es geht super schnell und ohne zu viel Aufwand. Dabei kommen wunderbar aromatische, fluffig-weiche Plätzchen heraus!
Außerdem kann man nebenher noch ein bissl vom Glühwein probieren – wenn das mal nichts ist! 😉

Glühweinschnitten 2018

Glühwein-Dreiecke
(irgend ein Dr. Oethker Kochbuch)

Zutaten:
250 g weiche Butter
250 g Zucker
1 (1 EL) Päckchen Vanillezucker
4 Eier (Gr. M)
250 g Weizenmehl
1 Pck. Backpulver
125 ml Glühwein
100 g geriebene Zartbitterschokolade
120 g abgezogene, gehackte Mandeln
200g Puderzucker
2-4 EL Glühwein (eher 4-5 EL)

Butter mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe geschmeidig rühren. Nach und nach Zucker und Vanillezucker dazu geben und so lange rühren, bis eine gebundene Masse entstanden ist.

Eier nach und nach unterrühren (jedes Ei ca. ½ Minute). Mehl und Backpulver mischen, sieben und portionsweise mit dem Glühwein auf mittlerer Stufe unterrühren. Zuletzt die Schokolade dazu geben.

Backblech mit Backpapier auslegen und ggf. einfetten. Den Teig auf das Backblech streichen.
Dann bei 200°C bei Ober-/Unterhitze ca. 25 Minuten backen.

Das Gebäck vom Rand lösen und auf ein Kuchenrost ziehen und kurz abkühlen lassen.

Den Puderzucker mit dem Glühwein zu einem dickflüssigen Guss verrühren und auf dem noch heißen Gebäck verteilen. Die Mandeln sofort darüber streuen und komplett auskühlen lassen.

Anschließend mit einem scharfen Messer in Dreiecke schneiden.

(Man kann vorher die Mandeln noch in einer Pfanne ohne Fett anrösten, das habe ich mir allerdings gespart.)

Rotweinschnitten 2018
Der Guss schmeckt auch außerordentlich lecker… ^^° *nomnom*

Die Erste Kerze

Adventszeit – Bachzeit!
Ich war auch wieder traditionell am Buß- und Bettag fleißig in der Küche und habe die erste Sorte Plätzchen gebacken.
Allerdings war dieses Jahr die Suche nach neuen Plätzchen irgendwie etwas zäh. Aber wenn man dann mal dran ist – und so liebe Unterstützung hat – dann landet man doch irgendwann bei ein paar Neuen.
Mal sehen wie viele Sorten es dieses Jahr werden…

So, Küche aufgeräumt! Schürze geschnürt! Es kann los gehen. 🙂

Zimtberge 2018

Zimtberge
(aus irgend einem Dr. Oethker Backbuch)

Zutaten:
200 g gemahlene Haselnüsse
3 Eiweiß
1 TL Zitronensaft
220 g Puderzucker
2 TL Zimt
1 EL Zitronenschale
70 g abgezogene gemahlene Mandeln

Haselnusskerne in einer Pfanne ohne Fett rösten und zur Seite stellen.
Den Ofen auf 150 Grad vorheizen.

Eiweiß und Zitronensaft steif schlagen.
Nach und nach Puderzucker unterschlagen.
Von dieser Mischung zwei große Esslöffel in einen Spritzbeutel abfüllen.

Zimt, Zitronenschale, Mandeln und Haselnüsse mischen und auf mittlerer Stufe in die Eischneemasse einrühren.

Mit 2 Teelöffeln den Teig auf ein mit Backpapier ausgelgetes Backblech geben. Dabei genügend Abstand lassen.

Vom Spritzbeutel einen kleinen Klecks der anderen Eischneemasse auf die „Berge“ geben.

Bei Ober-/Unterhitze 150°C ca 25 – 30 Minuten backen.
Die Plätzchen mit dem Backpapier auf ein Gitter ziehen und dort vollständig abkühlen lassen.

Zimtberge 2018

Die Makronen lassen sich schnell machen und schmecken wirklich gut. Die leicht zimtige Note zu den Haselnüssen und Mandeln passt perfekt.
Allerdings würde ich beim nächsten Mal weniger Zucker nehmen, da sie doch sehr süß sind. (Was bei mir was heißen muss!)
Perfekte Eiweißverwertung!

Zimtberge 2018

Loituma

Deister 2018Es wird kälter, dunkler, nebeliger! <3
Herbstwetter ist Suppenwetter!
Darum hier nun ein Rezept, um nach einer eisigen Herbstwanderung den Magen zu füllen und gleichzeitig die Wärme zurück in den Körper zu bringen. Vor allem, wenn sie einen Hauch von scharfem Curry enthält!

Kartoffelsuppe

Kartoffelsuppe mit Lauch
aus Vegetarisch genießen von Dagmar von Cramm & Martin Kintrup

Zutaten:
für 4 Portionen

750 g Kartoffeln
1 Zwiebel
1 EL Sesamöl
1 TL Currypulver
1,2 l Gemüsebrühe
2 Stangen Lauch
2 EL Rapsöl
2 EL Sasamsamen
150 g Sahne
Salz & Pfeffer

Die Kartoffeln schälen und grob würfeln.
Die Zwiebel schälen und klein würfeln.
Das Sesamöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Kartoffeln kurz mitbraten, das Currypulver darüber stäuben. Brühe angießen, aufkochen und die Kartoffeln bei kleiner Hitze zugedeckt in ca. 15 Min. weich garen.

Inzwischen den Lauch putzen, in Ringe schneiden, diese gründlich waschen und abtropfen lassen. Rapsöl in einer Pfanne erhitzen, den Lauch darin anbraten und anschließend zugedeckt ca. 5-10 Min. dünsten. Die Sesamsamen in einer Pfanne ohne Fett rösten, bis sie duften.

Die Sahne zur Suppe geben und alles fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Suppe mit Lauchringen und Sesamsamen bestreut servieren.

Kartoffelsuppe

Die mystischen Waldfotos stammen aus dem Deister, den wir neulich bei eisigem Nordwind bewandert haben.

Himmlische Hölle

Höllental 2018

Es ist August und die Hitze des Sommers hat zumindest ein bisschen nachgelassen.
Unser Weg führt zunächst zum Ausgangspunkt in Hammersbach. Dort angekommen sind wir bei weitem nicht die Einzigen, die sich den kühlen Weg mit schnellem Schritt in Richtung Klamm vorgenommen haben.

Höllental 2018Vor dem Eingang bildet sich eine lange Schlange und es dauert einige Minuten bis wir den Eintritt bezahlen können.
Doch schließlich haben wir es geschafft. Rauschend, kalte Nässe empfängt uns schon bald, als wir zwischen reißendem Strom und schroffer Felswand entlang laufen.

Höllental 2018

Höllental 2018

Es tropft von oben, die Wege stehen teilweise unter Wasser, es Rauscht so laut, dass man kein Wort versteht. Mit eingezogenem Kopf laufen wir – die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen – unter nasskalten Wasserschwällen hindurch. Gehen über hölzerne Brücken – den Abgrund und den wüsten Fluss unter uns.

Höllental 2018

Höllental 2018

Höllental 2018

Hüpfen über Pfützen und durch Höhlen, frösteln gar im kühlen Gang der Klamm. Kaum zu glauben, bei der Hitze die zuvor geherrscht hat!
Nachdem wir die Klamm beinahe hinter uns gelassen haben, machen wir etwas Pause und genießen des nun etwas ruhigere Rauschen des Wassers. Begutachten die verschiedenen Leute, die an uns vorbei kommen. Vom amerikanischen Gearhead-Tourist bis zum Zugspitzenbezwinger mit Kletterausrüstung ist so gut wie alles dabei. Und so machen wir uns bald auf den Weg weiter bergan.

Höllental 2018Schon wird es wärmer, unsere Hosen und Jacken trocknen langsam wieder. Neben dem nun etwas zahmeren Gewässer sehen wir alte Bergwerkruinen, verlassen und verfallen.
Unser Weg wendet sich ab und so erwarten uns nun einige Höhenmeter mit vielen Serpentinen die uns die Kälte bald aus den Gliedern scheucht.

Höllental 2018

Nachdem der Bach wieder auftaucht, gehen wir an ihm entlang bis wir das Ziel erreichen – die Höllentalangerhütte. Dort genießen wir den atemberaubenden Ausblick, lauschen den Glocken der Schafe und lassen uns Spinat-Knödeln und Bier schmecken.
Nach einer kurzen Pause, die wir liegend in der Sonne verbracht haben, ziehen über den riesenhaften Bergen bedrohliche Wolken auf.

Höllental 2018

Höllental 2018

Höllental 2018

So packen wir unsere Sachen und treten den Rückweg an. Die Sonne bald vollends hinter dichten bedrohlichen Wolken verborgen. Einen Teil des Weges kennen wir bereits. Doch bald zweigt der Weg rechts ab und führt uns teils etwas ausgesetzt und aussichtsreich oberhalb der Schlucht zurück nach Hammersbach.

Höllental 2018

Fazit:
Eine wunderschöne (nasse ;)) Tour, welche man auch noch weiter gehen kann, z.B. aufs Kreuzeck, oder gleich weiter auf die Zugspitze. 😉
Die Nässe ist auch dafür verantwortlich, dass ich in der Klamm so gut wie keine Fotos gemacht habe. Also musst Du unbedingt selbst mal hin und Dir anschauen wie es dort aussieht! 😉
Auch die Höllentalangerhütte ist so schön gelegen, dass sich eine Übernachtung sicher lohnt.
Die Klamm kostet für Erwachsene 5 € Eintritt (DAV-Mitglieder 2€ – wenn man nicht wie ich den Ausweis daheim vergisst, hmpf!) und ist nur von Frühjahr bis Herbst geöffnet. (Nähere Infos bekommst du auf der offiziellen Seite)
Ist aber wesentlich eindrucksvoller und länger zu durchwandern als die bekanntere Partnachklamm.
Wer allerdings weniger Menschen bevorzugt, sollte unbedingt unter der Woche gehen. Wir waren an einem Feiertag und es war zumindest in der Höllentalklamm und auf der Hütte sehr voll.
Regenjacke und wasserdichte Schuhe solltest Du nicht vergessen!
Ich war sicher nicht das letzte Mal dort! 🙂

Höllental 2018Berg & Bahn: Mit der Werdenfelsbahn von München stündlich nach Garmisch-Partenkirchen und dort mit dem Bus weiter in Richtung Kreuzeckbahn/Alpspitzbahn. Von dort ein paar Minuten zu Fuß an den Gleisen entlang nach Hammersbach.
Alternativ kann man auch ab Garmisch mit der Zugspitzbahn fahren, hier ist ein extra Ticket nötig!
Es gibt auch einen Bus von Gamisch in Richtung Eibsee, dort in Hammersbach aussteigen.
Vorsicht!: Im Bus von Garmisch zur Alpsitzbahn gilt nur das Bayern Ticket – das Werdenfelsticket leider NICHT!

Höllental 2018

Oṃ Śānti Śānti Oṃ

Zwischen all dem bergauf und bergab mit den Füßen, bleiben trotzdem die Hände niemals still.
Und so habe ich (endlich!) ein Projekt abgeschlossen, dass ich über drei (3!) Jahre mit mir herum geschleppt habe.
Ist mit hier und dorthin gereist und doch nie unterwegs aus dem Rucksack geholt.
Ja, ich gebe zu, das war das erste Projekt, das ich mehrfach am liebsten einfach in den Müll geschmissen hätte.

Dabei hat alles so harmlos angefangen. Damals vor drei Jahren, habe ich meine Trolloma besucht und in der verwaisten Wohnung meiner Tante übernachtet, da lagen drei Knäule Wolle herum. Was sollte ich machen? Geschenkt ist geschenkt! Teures Zeug war es auch noch!
Und auch obwohl mir die Farbe gar nicht gefallen hat, habe ich die Knäule mitgenommen. Mit dem Plan meiner Tante eine Stola zu stricken – was die Trolltante ursprünglich damit geplant hatte.
Nun ja, das Projekt war schon lange bei Ravelry auf der Liste. Und so kam es wie es kommen musste: das Monsterprojekt Ginkgo Shoulderette wurde gestartet.
Am Anfang machte es auch noch Spaß. Bis die Maschen immer mehr wurden, die Wolle sich als Höllen-Wolle herausstellte und ich mich hier und da schon ein paar mal verstrickt hatte (was natürlich erst nach fünf Reihen und gefühlten 10000 Maschen auffällt. Hmpf!)
Und so versank dieses Projekt oft in dem Projekt-Jutebeutel und lag hier und da mal ein paar Monate herum. Oft wurde es auf Zugfahrten mitgeschleppt, um doch nie ausgepackt zu werden. Frust³!

Beim Muster angekommen wurde es noch schlimmer. Es machte einfach keinerlei Spaß…
Der erste Geburtstag der Tante zog ins Land, der zweite, der Dritte, auch diverse Weihnachtsfeste…
Erst dieses Jahr nahte ein runder Geburtstag und so gab ich mir mehrere Arschtritte und nach etlichen Stunden die ich fluchend und angespannt an diesem… Ding gehangen bin, war es endlich, endlich fertig! Also fast…
Denn als ich gerade über die Hälfte der Maschen abgekettet hatte, fiel mir auf, das da irgendwas nicht stimmen konnte.
Anleitung lesen soll gelernt sein! Also nochmal 399 Maschen zurück gestrickt. Was bei dieser Wolle wirklich nervenaufreibend und eine echt harte Geduldsprobe ist!
Es hat mich schließlich zwei Abende gekostet den Fehler zu korrigieren. Viele Nerven noch dazu. Ich war kurz davor das Teil zu nehmen und einfach raus zu rennen um es irr lachend zu verbrennen! Wirklich!

Die Freude über das fertige Projekt ließ auch ziemlich auf sich warten… Irgendwann nach dem Spannen ging es dann halbwegs. Natürlich hocken da viele dumme Fehler drin, viele Maschen die irgendwie falsch abgenommen/zugenommen/fallen gelassen wurden. Die springen mir immer ins Auge. Aber das weiß ja das Geburtstagskind nicht. Das weiß zum Glück auch nicht wie das fertige Projekt hätte aussehen sollen. 😉

Schlechtes Foto, aber hier kann man die Größe und das Muster ganz gut erkennen.

Und so kann ich es nur mit halbwegs gutem Gewissen verschenken. Hoffentlich freut sich die Tante darüber!
Dazu wurde dann noch eine passende Karte gebastelt (das hat mehr Spaß gemacht ;)).
Nachtrag: Sie hat sich natürlich sehr darüber gefreut und war begeistert wie schön warm und leicht das fertige Tuch geworden ist. Misson erfüllt, würde ich mal sagen. 😉

Dennoch kann man abschließend sagen, dass ich etwas stolz bin mich da durch gebissen zu haben. Und wenn ich nun so zu dem halbwegs schön verpackten Geschenk hinüber spähe, empfinde ich dem flauschigem Leichtpaket gegenüber auch gar nicht mehr so viel Hass. 😉

Schnitt: Ginkgo Shoulderette Shawl
Wolle: Ein Knäul Lana Grossa Silkhair Print
Projektdauer: gestartet am 12 Juli 2015, beendet am 24 August 2018
Fazit: Theoretisch schönes Projekt. Mehr Frust als Lust. Das lag aber zum Großteil an der Wolle.

Call Of The Mountain

Daniel 2018

Morgens ist es noch dunkel als ich am Bahnhof in München auf den Zug nach Lermoos warte.
Es ist kalt, ich friere und bald kriecht die Kälte durch die Schuhe zu den Zehen.
Der Zug ist beinahe leer als ich endlich einsteigen kann und auch mollig warm.
Als er durch Starnberg fährt schimmert die erste morgendliche Sonne über dem nebelverhangenen See. Schillernder Tau kündigt einen sonnigen Herbsttag an.
Und während der Zug weiter rollt, ich halb verschlafen, halb verträumt dem Geschehen folge, das an mir vorbei zieht, verschwindet bald die Sonne verschluckt von dicken Nebelschleiern. Der Zug scheint durch einen grauen Tunnel zu fahren. Während sich draußen die Welt von flachem Grün in felsige Bergwelt verwandelt.
Manchmal würde ich diese Momente in irgend einer Wiese festhalten können. Leider verblassen sie auch im Gedächtnis zu schnell. Man kann sie so auch nie teilen um anderen zu zeigen wie schön die Welt dort draußen ist. Und so versuche ich wenigstens so viel in mich auf zu saugen wie nur möglich.
Als der Zug schließlich das Ziel erreicht, lichtet sich der Nebel im Tal bereits. Nur vereinzelte Fäden aus schillerndem Grau trotzen der weiter steigenden Sonne, bis auch diese verblassen.

Daniel 2018

Der Weg zieht ein paar Meter vom Bahnhof in Lehrmoos gleich ordentlich an.
Führt an der Tuftlalm vorbei und gibt einen unglaublichen Ausblick auf Ehrwald und die Zugspitze frei. Doch für mich geht es weiter. Ich folge dem Wegweiser „Ups Daniel 2,5 Std“ weiter stetig bergan.

Daniel 2018
Erster Blick auf das Ziel. Links die Upsspitze, rechts der Daniel

Noch bietet der Nadelwald um mich herum genügend Schatten doch je höher ich komme, desto kleiner wird der Wuchs und bald schon ist die Baumgrenze erreicht.
Die Sonne knallt trotz der niedrigen Temperaturen erbarmungslos hinab. Allerdings macht der Aufstieg jetzt erst richtig Spaß. Geröll, dicke Felsen und ein Weg der sich oft etwas am steilen Abgrund entlang schlängelt ohne aber große Höhenangst zu verursachen.

Daniel 2018
Diese Steigung verfolgt einen beinahe die ganzen 1400 Höhenmeter…

Bald passiere ich ein Schotterfeld und da ist er – der Grat zum Gipfel! Zuvor schien es mir er wäre unerreichbar! So hoch und so weit, der Weg schier endlos durch die pralle Sonne. Doch jetzt geht es ganz schnell.
Die letzten Höhenmeter haben hier und da noch ein paar ausgesetzte Stellen, sind aber ohne Probleme zu bewältigen.

Daniel 2018
Wer gute Augen hat kann den Aufstiegsweg erkennen.

Am Gipfelkreuz tummeln sich doch einige andere Bergsteiger, doch die Aussicht ist grandios. Die Zugspitze baut sich wie eine riesige Wand vor einem auf. Man sieht die Seilbahnen und das Hotel, welches den Gipfel oben verunstaltet.
Der Rundumblick zeigt die ersten Schnee verzierten Gipfel. Im Westen kann man bis nach Füssen sehen.
Was für eine grandiose Welt sich hier auf tut!

Daniel 2018

Daniel 2018

Ein paar Dohlen kommen nahe heran gehüpft, es könnte ja was für sie herausspringen. Bald steigen sie wieder in die Lüfte und wirbeln akrobatisch um das Gipfelkreuz herum.
Lange bleibe ich dort oben sitzen. Es ist warm, es geht kaum Wind. Außerdem kann ich mich kaum satt sehen und glaube es immer noch nicht, dass ich es endlich wieder über zweitausend Meter (2340 m um genau zu sein) geschafft habe. Viel, viel, viel, viel zu lange ist das schon her.

Daniel 2018
Aussicht auf den Verbindungsgrat zur Upsspitze.

Daniel 2018

Der Weg bietet mir nun zwei Optionen ich kann weiter über den Grat in den Westen gehen und die Upsspitze mit nehmen, doch ich entscheide mich dagegen. Weiß wie mich der Rückweg schlauchen wird. Und so steige ich den gleichen Weg wieder ab.
Was eine gute Idee war. Als ich an der Alm ankomme merke ich bereits wie ausgelaugt ich bin. Mein Fuß (der im Sommer leider verletzt war) meldet sich wieder Phasenweise. Mein Kopf brummt und schmerzt vor sich hin. Zum Trinken zwinge ich mich, an Essen ist nicht zu denken.

Daniel 2018

Dort auf der Almwiese erlaube ich mir eine kurze Pause, ziehe die Schuhe aus und strecke alle Viere von mir. Über mir thront die Zugspitze, und ich frage mich, ob ich es dort hoch schaffen würde…

Daniel 2018

Eine kurze Rast und weiter geht es. Wie im Tunnel steige ich die letzten Höhenmeter ab und erreiche den Bahnhof mit zitternden Beinen.
Der Gipfel versteckt sich hier wieder hinter dem Wald. Aber ich weiß, dass er hoch ist.
Und das ich ihn geschafft habe…
Jahresziel erreicht – am letzten Septembertag. 🙂

Daniel 2018

Nach wandern kannst du die Tour hier. Allerdings ist das kein Sommerberg, da der Aufstieg nur am Südhang entlang geht.
Nimm aber auch im Herbst/Frühjahr vor allem genug zu Trinken mit! Ich habe meine 3 Liter am Anfang verflucht, aber am Schluss war beinahe nichts mehr übrig.
Als Anfänger würde ich allerdings eine andere Route wählen. Technisch gibt es nur ein paar Stellen die Trittsicherheit oder Schwindelfreiheit verlangen, doch die vielen Höhenmeter sind wirklich (!) nicht zu unterschätzen. Durch das Schotterfeld würde ich persönlich auch zu hohen Wanderschuhen raten. Aber das ist jedem selbst überlassen. 😉
Ich war auch heilfroh das ich Wanderstöcke mitgenommen habe. Die töten zwar die Streetcredibility komplett, aber Deine Knie danken es Dir später! 😉

Norges Største Infinity Pool

Stølhøa 2018

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich mir das mit der Midtsommernatt in Norwegen etwas anders vorgestellt.
Zuvor hatte ich an blühendes Heidekraut, leise vor sich hin köchelnden Tee auf dem Trangia, dazu ein frisches Kvikk Lunsj und vor allem Sonne vorgestellt. (Und überhaupt, dieses Midtsommer, das kann so anstrengend sein! Aber dazu lasse ich mich mal in einem anderen Eintrag aus – vielleicht. ;))
Nun ja… Tee hatte ich, dazu gab es Freia Schokolade. Die Sonne ließ sich nicht blicken.
Und so gab es statt der großen Fjelltour einen kleinen Tagesausflug. Vom Campingplatz aus auf den nächsten Berg der da halt so herum stand.
Immerhin hat es nicht geregnet, das kam erst abends, wo die Feuer ja eigentlich brennen sollten…

Stølhøa 2018

Der Weg führte erst etwas unspektakulär zwischen Ferienhäusern hindurch. Bald hatten wir diese hinter uns gelassen und folgten einem schönen Wanderpfad immer bergan entlang an Birkenwäldchen, gurgelnden Bächen und ab und zu trafen wir auf ein paar neugierige Lämmer.

Stølhøa 2018

Je höher wir kamen desto spärlicher wurde die Vegetation. Schließlich gab es nur noch ein paar Zwerg-Birken, die sich im Windschatten großer Felsen nah an den Boden drücken. Nur sehr wiederständige Pflanzen können hier oben überleben. Moos, Flechten, Beeren und eben Heidekraut.

Stølhøa 2018
Hier zu sehen Preiselbeere (mitte) und drum herum Krähenbeere.

Trostlos scheint es hier oben zu sein und dennoch tauchen die vielen Flechten den Berg in kunterbunte Farben.
Der Gipfel wartet dort wie gewohnt aus schroffem grauen Gestein. Die Aussicht geht weit hinab nach Oppdal, Trollheim (!) und weit hinein ins Dovrefjell. Die hohen, zum Teil verschneiten, Berge liegen wie Wellen am Horizont.

Stølhøa 2018

Stølhøa 2018Die Aussicht war zwar besser als jener Tage in Schottland, als der Pep of Glencoe bewandert wurde, dennoch gab es ein kleines Déjà vu in Form von gefiederten Beobachtern.

Stølhøa 2018

Herr und Frau Rype gaben sich die Ehre uns den halben Tag unauffällig auffällig zu beschatten.

Stølhøa 2018Bald erspähten wir etwas unterhalb des Gipfels einen See, den wir sogleich näher in Augenschein nehmen wollten. Schön lag er da. Je nach Blickwinkel schien es, als habe der See keine Begrenzung und mündete direkt im wolkenverhangenen Weite.

Stølhøa 2018

Stølhøa 2018

Sonderlich leise war es an diesem Ort jedoch nicht. Während sich Familie Schaf wie gewohnt nur durch das Glockengeläut bemerkbar machte, stritten sich Familie Fjellmöwe und Rype lauthals.

Stølhøa 2018

Als dann auch noch ein Küken der Möwen vom Berg hinab zum See watscheln wollte, brach ein kleiner Krieg aus. Der nach einiger Zeit auch uns traf. Die Möwen flogen etliche Scheinangriffe auf uns. Mit lautem Kreischen und rauschenden Flügeln stießen sie hinab, so nahe das die Federn beinahe unser Haar streiften. Erst als wir uns etwas weiter abseits nieder gelassen hatten gaben sie etwas Ruhe.

Stølhøa 2018Wie lange wir dort oben waren kann ich im Nachhinein nicht sagen. Irgendwann haben uns die immer düsterer werdenden Wolken zum Rückweg gezwungen. Wieder über die schroffen Felsen, hinab über weiches Heidekraut und Flechten.

Stølhøa 2018

Durch den Birkenwald deren Stämme sich vom Wind und Schnee sichtlich verformt hatten. Vorbei am plätschernden eiskalten Bächlein. Hinab in die Zivilisation, welche uns mit all den leer stehenden Skihütten begrüßte.

Stølhøa 2018

Takk skal du ha, Stølhøa.

Stølhøa 2018Eine wunderschöne Tour die noch beliebig weiter geführt werden kann. So ist sie gut Nachmittags füllend und Aussichtsreich. Die (norwegische) Tourenbeschreibung findest Du hier.

Jung Und Wild

Gleirschklamm 2018

Die Sonne scheint bereits und der Asphalt um mich herum scheint beinahe zu glühen, als ich morgens aus dem Bus in Scharnitz steige.
Hätte ich nicht wie jeder normale Mensch einfach an den See gehen können?!
Nein.
Hätte ich nicht.
Es treibt mich raus, muss Fels und frische Luft um mich haben. Vielleicht ein bisschen rauschendes Wasser, etwas kühles…
Ja, der Norwegen Besuch hängt lange nach.

Gleirschklamm
Unweit des Weges befindet sich ein Wasserfall der einen Abstecher lohnt.

So führt mich der Weg schnell entlang der eisblauen Isar hinein in die Schlucht mit dem schwer auszusprechenden Namen – Gleirschklamm. Umgeben von den eindrucksvollen Gipfeln des Karwendel schlängelt sich die noch junge Isar dahin. Noch ganz unscheinbar. Doch das soll sich bald ändern.

Gleirschklamm 2018

Gleirschklamm

Während ich noch sanft bergan etwas entfernt vom Wasser gehe, wird es schon wesentlich kühler!
Und so fällt der Blick immer wieder auf das, was dort unten liegt.

Bald habe ich den Eingang der Schlucht erreicht. Rauschend bahnt sich dieses kristallblaue Wasser seinen Weg zwischen den hohen Felswänden hindurch. Der Weg ist mal breiter mal schmal, hier und da führt er über Holzbrücken.

Gleirschklamm 2018

Gleirschklamm 2018

Was mir bald auffällt – ich bin allein. Völlig allein!
Niemand außer mir scheint es hier hin zu verschlagen – war doch zuvor noch so viel los auf dem Wanderparkplatz.

Gleirschklamm 2018

An solchen Orten liebe ich es einfach zu lauschen. Sich vom Ort „verschlucken“ zu lassen. Den kalten zum Teil feuchten Fels zu berühren. Kühle Luft zu atmen. Hier und da stehen bleiben und einfach nur sein. Und jetzt da keine Menschenseele da ist, habe ich alle Zeit der Welt stehen zu bleiben. Ohne Gedränge, ohne Hast…

Bald treffen mich ein paar Regentropfen und ich reiße mich von diesem Ort los. Trete den Rückweg an. Hier treffe ich wieder viele Menschen und auch ein paar Kajak Fahrer sind unterwegs.

In Scharnitz empfängt mich die Hitze des Asphalts, blauer Himmel und Sonnenschein. Ach, wäre mir die Regenwolke nur bis hier hin gefolgt!

Eine schöne Tour auch für Einsteiger gut zu bewältigen. Der Rückweg sollte noch etwas ausgefeilt werden, sonst geht man oberhalb der Klamm knapp eine Stunde nur über Forstwege in der prallen Sonne.
Ich würde empfehlen entweder den Hochwaldweg zu gehen oder – nachdem man dem Forstweg etwas gefolgt ist – dem Wegweiser zurück zur Klamm zu folgen.
Oder man nimmt sein Mountainbike mit und fährt den Forstweg hoch und wieder runter.
Wer im Juli geht, hat auch das Glück, dass die Blaubeeren reif sind. Nur so als kleiner Tipp am Rande. 😉

Sommer, Sonne, Sonnenschein…

Während die Wäsche draußen in den letzten Sonnenstrahlen des Abends trocknet, sitze ich in Gedanken auf dem Balkon und tippe diesen Eintrag…
Am Balkon arbeiten wir noch. 😉
Bestimmt ahnt der ein oder andere Leser schon, was jetzt kommt.
Richtig, die Blaubeerzeit ist im vollen Gange! Juhu! (Zumindest im Supermarktregal… ^^°)
Nachdem ich sie in Norwegen trauriger Weise schon verpasst habe! :´(
Hier also ein Rezept für den Sommersalat des Jahres!

Berry, Chickpea, Feta Salad with Honey Balsamic Vinaigrette
Gesehen auf www.reciperunner.com

Zutaten:
Vinaigrette
2 EL Balsamico Essig
1 EL Dijon Senf
1 EL Honig (flüssig)
1 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer zum Abschmecken

Salat
2 Handvoll Salat
1 Packung Blaubeeren
100 g Kichererbsen (Gewicht getrocknete Kichererbsen – einweichen!)
¼ Packung Feta
eine Hand voll geröstete Sonnenblumenkerne

Die Bestandteile der Vinaigrette alle zusammen in ein verschließbares Glas geben und kräftig durchschütteln.

Sonnenblumenkerne in eine Pfanne ohne Öl geben und so lange rösten bis es etwas anfängt zu riechen.

Währenddessen den Salat und die Blaubeeren waschen, Kichererbsen abtropfen lassen.

Den Feta in kleine Stücke schneiden.
Alles auf einem Teller drapieren und Vinaigrette darüber träufeln.

Omnomnom!²


Im Originalrezept ist auf englisch mit amerikanischen Mengenangaben. Könnte man jetzt umrechnen. Muss man aber nicht. Daher habe ich meine Angaben (die immer so Pi*Daumen sind) übernommen. Außerdem waren darin noch Erdbeeren für den Salat vorgeschlagen. Die Erdbeersaison ist vorbei, daher habe ich sie weg gelassen.

Sooo lecker! So schnell und einfach gezaubert.
Wird sicher in nicht all zu ferner Zukunft noch sehr oft gemacht. 🙂

En Liten Kjærlighetsbrev

Kjære Snøhetta,
wir kennen uns schon eine ganze Weile. Du und ich.
Das erste Mal dürften wir uns vor vielleicht dreiundzwanzig Jahren begegnet sein. Vielleicht bist du mir damals gar nicht aufgefallen, ich dir wahrscheinlich auch nicht. War ich doch ein kleiner Punkt irgendwo da unten.

Hier der Blick auf das Tal, in dem ich vor vielen Jahren unterwegs gewesen bin…

Näher kennen gelernt haben wir uns vor knapp acht Jahren. Als ich zu deinen Füßen eine Nacht verbringen durfte. Dort wo wir das Zelt im Feenland aufgestellt haben. Diesem unwirklich schimmernden kitschigem Platz in Mitten dieser kargen Rauheit.

… weiter links im Tal befindet sich die Reinheim Hytte in deren Nähe ich damals gezeltet habe

Und ja, du bist ein unfassbar hübscher, starker, wilder, rauer Berg. Hast mich damals auf die Knie gezwungen, mich reumütig zurück kehren lassen. Du trägst Schuld, dass ich ein paar Monate später die ersten Laufschuhe meines Lebens gekauft habe!
Trotz deinem barschen Verhalten mir gegenüber wusste ich, dass uns irgendwas verbindet.

Acht Jahre hat es gedauert, bis ich mich wieder bei dir blicken ließ. Kein Wunder, dass du mir zuerst wütend jedes Wetter entgegen geschleudert hast, dass du aufzubieten hattest. Mich mit Orkanböen, Schnee, Eis und Frost ins Tal zurück gescheucht hast.
Und ich war dickköpfig genug wieder zurück zu kehren, als dir die Puste ausgegangen ist.

Auch dieses Mal haben wir ein bisschen miteinander gerungen. Schritt für Schritt habe ich mich ein bisschen an dich heran geschlichen. Schließlich haben wir uns doch etwas besser anfreunden können.

Jeder große Steinblock der da zwischen uns lag wurde beklettert und überwunden.
Mal zeigtest du dich verzaubert im strahlenden Glanz, mal bedrohlich durch düsteren schroffen Fels.

Wie versteinerte Trolle thronen deine vier Gipfel dort über mir. Umgeben von einem Mantel aus gleißend hellem Schnee. Als hätten sie in ihrer Not versucht sich vor der Sonne zu verstecken, die sie letztendlich zu Stein werden ließ.

Ja, ich gebe zu, du warst auch dieses Mal wieder die Stärkere von uns beiden. Dennoch freue ich mich auf ein Wiedersehen – das wird auch nicht mehr so viele Jahre dauern.
Das verspreche ich dir! 🙂

Ha det bra, mitt kjære fjell.
Vi ses snart!

Hilsen,
Trollviech

Die (norwegische) Tourenbeschreibung findest du hier.
Eine wunderschöne Tagestour, die auch mit einer Hüttenwanderung zur Reinheim Hytte oder Snøheim Hytte verbunden werden kann.
Bei der Busfahrt von Hjerkinn Stasjon nach Snøheim ist die Sichtung von Moschusochsen (meistens) garantiert. 😉