Stoff & Schnaps

Da ich immer froh bin, wenn ich ein paar Tipps weiter geben kann, habe ich hier noch ein paar Dinge für Amsterdam zusammen gesammelt.

Amsterdam 2017

Das Amsterdam Museum.
Mitten in der mittelalterlichen Innenstadt gelegen, bildet eine ehemalige Klosteranlage die Herberge für dieses wirklich gut gestaltete und interessante Museum! Man lernt viel über die Stadtgeschichte und das ist modern mit Audioguide gestaltet. Zum Beispiel gibt es Fahrräder auf denen man einmal heute und einmal um 1920 durch die Straßen Amsterdams fahren kann. Nette Idee!

Amsterdam 2017
Die ehemalige Klosteranlage.

Das Tropen Museum
Im Reiseführer stand irgend etwas mit Dschungel und Regenwald und einer Bootsfahrt durch eben diesen. Hm… Das gab es dort leider nicht. Dafür aber momentan eine Ausstellung über Bodyart und sie beginnen doch tatsächlich langsam die Sache mit den Kolonien auf zu arbeiten. Sonst ein großes Sammelsurium an Dingen aus den alten Kolonialzeiten der Niederlande. Die oberen Geschosse waren sehr gut gestaltet, leider wirkte das untere Geschoss nur wie ein wirres Sammelsurium an Kuriositäten. Muss man mögen.
Dennoch schon zu empfehlen.

Amsterdam 2017
Nächstes Mal geht es dann in das Schifffahrtsmuseum!

EYE – Das Amsterdamer Filmmuseum
Da war ich eigentlich nur drin weil ich dem Dauerregen entfliehen wollte und es nah am Hauptbahnhof war.
Hier, bei der Sonderausstellung von irgend einem thailändischen Filmkünstler gestartet, war ich etwas irritiert. Da waren so viele junge hippe Leute die stundenlang vor den Filmen standen und über seltsame Seifenblasen diskutiert haben. WTF! Nicht meine Welt. Im Erdgeschoss wurde ich dann etwas entschädigt. Auf relativ kleiner Fläche wurde dort die Historie des Films behandelt. Und dann gab es da noch einen Raum voller „Filmschnipsel“ von den ersten Filmen ohne Ton bis moderner Teile. Auch ein Filmquiz konnte man machen.
Generell ein nettes Museum nur hätte mir noch mehr tiefe bei der Filmgeschichte gewünscht. Man hat von dem Café aus einen super Blick über den Hafen.

Amsterdam 2017

In der Prinsengracht (da ist auch das Anne Frank Haus) gab es einen total tollen Laden mit Vintage Klamotten. Und was für welche! Spätestens als ich die 20er Jahre Flapper-Kleider gesehen habe, war es um mich geschehen! Liebe auf den ersten Blick. Leider ist kein Anlass in Sicht der solch einem Kleid würdig wäre. 😉

Amsterdam 2017
Bewohnte Tram bei der NDSM-Werft

Pfannekuchen essen musste ich natürlich auch und wir sind im Pfannkuchenhaus ebenfalls in der Prinsengracht gelandet.
War ganz nett, nur sehr voll.
Davor haben wir unser Glück in einem winzigen Pfannkuchen Lokal versucht. Das war so klein und wirklich winzig! Und die Treppe hoch so steil! Leider war kein Platz mehr frei. Reservierung wäre erforderlich. Es roch aber sehr gut!

Amsterdam 2017

Was ich leider nicht empfehlen kann, ist das Roest im Osten der Stadt. Zwar ist das Ambiente mit dem Industriechick schon sehr nice, aber das Essen war nicht so lecker. Und zwar bei zwei von drei… Schade. Aber es gab immerhin die gute Wostok Limo! 😉

Amsterdam 2017

Und wo wir schon bei Industriechick sind. Wer nicht so viel Geld in der Reisekasse zur Verfügung hat (und Amsterdam ist sau teuer – jaaa, das sage ich als Münchnerin!), kann mit der Fähre kostenlos in den Norden fahren.

Amsterdam 2017

Amsterdam 2017

Dort wartet die alte NDSM-Werft auf dich! In den alten Anlagen haben sich überall Künstler nieder gelassen. Klar kann man nicht mit Allem was anfangen, aber einen Blick ist das Ganze auf jeden Fall wert! Ich kam mir ein bisschen vor wie in Christiania.
Und es gibt Streetart! 😀 Damit bekommt man mich ja (fast) immer.

Amsterdam 2017

Amsterdam 2017

Amsterdam 2017

Und wer dann noch Lust hat auf was Süßes, dem seien die Stroopwafeln bei van Wonderen gempfohlen. Niedlicher kleiner Laden in der Einkaufsmeile. Es gibt verschiedene Toppings, von salzigem Karamel bis zu M&M’s.

Amsterdam 2017

Amsterdam 2017

Für Kaffee-Liebhaber bietet sich ein netter Laden im Hipsterstadtteil Jordaan an. Gelegegen in einem schmucken Häuschen im Haarlemmerdijk/Haarlemmerstraat ist das wie einen alten Krämerladen zu betreten. Irgendwo im oberen Geschoss krächzte ein Papagei vor sich hin. Und ich bin mir sicher: Papagei sowie Einrichtung bestehen schon seit Fertigstellung des Hauses! 😉

Amsterdam 2017
Kruschteliger Tanteemma-Laden mit diversen Kaffeesorten… Und Tee!

Es wird Räge ha…

Amsterdam 2017

Neulich hat es mich ein paar Tage in den Norden verschlagen. Genauer gesagt, Amsterdam.
Da war ich noch nie. Zeit das zu ändern!
Und ich nehme Dich einfach mal mit auf Streifzug durch die Grachtenstadt. Regenschirm und Gummistiefel dabei? Gut, dann kann es ja los gehen.

Amsterdam 2017

Unweigerlich zu Grachten und Giebelhäusern gehört natürlich auch der etwas anstrengende Fahrradverkehr. Der dann mal dafür sorgt, dass ein Trollviech sich nicht über die Straße traut, aus Angst umgeradelt zu werden. Ach ja, und der allgegenwärtige Geruch nach Gras…

Amsterdam 2017
Knorrige Bäume im Vondelpark

Der Vondelpark ist wohl der einzige Park in der Stadt in dem man ungestraft öffentlich Sex haben darf – natürlich erst wenn es dunkel ist. Aber im Grunde hocken da nur paranoide Kiffer in den abgelegenen Ecken und die Jogger laufen ihre Runden.

Amsterdam 2017

Und De Wallen… Machte mir eher den Anschein den Touris das Geld durch osteuropäische Importe aus der Tasche zu ziehen. Und die machen das hoffentlich alle freiwillig!
Nebenan gibt es Chinatown! Wenn man asiatisch Essen möchte, dann sicher dort in einem der kleinen Lokale.

Amsterdam 2017

In den vielen Seitenstraßen gibt es nette Cafés, wo hübsche Großstädter mit ihren MacBooks hocken und veganen Café-Latte und Espresso-Tonic schlürfen. Und deren Bedienung mit roten Augen vor dem Kuchenregal steht – welch hartes Leben. 😉

Amsterdam 2017

Die Giebelhäuschen haben mich in ihrer Art etwas an Danzig erinnert. Doch diese Häuser sind etwas schiefer.
Amsterdam steht wie Venedig auf Stelzen. Nur das die Stelzen nicht so gammeln wie in Venedig. Dennoch sind einige Häuser etwas abgesackt. Das liegt daran, dass der Wasserpegel manchmal sinkt und die Stelzen dann an die Luft gelangen. Der Charakter einer reichen Stadt – was ist schon perfekt?

Amsterdam 2017

Über die Seilwinden oben werden die Möbel durch die Fenster hinein ins Innere transportiert, darum ist auch die Fassade so gebaut, als würde das Haus etwas vorne über kippen. Das soll so sein, damit die Waren/Möbel nicht gegen die Hauswand schlagen.

Amsterdam 2017

Die Fenster der oberen Geschosse sind deswegen kleiner, damit das Haus höher wirkt. Und oft sind die Häuser nach hinten hin breiter gebaut. Da man bei dem Erwerb des Grundstücks nur die Breite der Fassade zahlen musste.
Und die Treppenhäuser so eng, das man nicht einmal daran denken möchte ohne eine Seilwinde um zu ziehen. Platzmangel, ein Problem seit hunderten von Jahren…

Amsterdam 2017

Giebelhäuser und ich – große Liebe! 🙂
Und Jugendstil! Hier vermischt in einer liebenswürdigen Art.
Eine schöne Stadt bist du, Amsterdam!

Amsterdam 2017

<3

Große Ereignisse warfen ihre Schatten voraus.
Ganz überraschend wurde mir der Titel „Trauzeugin“ übertragen. Es galt nicht nur das Einüben des vernunftbegabten Blickes, sondern auch einen Junggesellinnenabschied zu organisieren und darüber hinaus natürlich sonstigen Pflichten gerecht zu werden.
Da es eine schöne Geschichte über die Entstehung des Verlobungsringes gibt, musste natürlich ein Ringkissen her, welches den Ringen in irgend einer Form gerecht werden würde. Gar nicht so einfach!

Ringkissen Innenleben

Nach kurzer Recherche habe ich dann diese schöne Paper Piecing Vorlage entdeckt. Da kam es mir natürlich gelegen, das die Braut ihr eigenes Kleid nähte und ich so auf Stoffreste und fertige Paspeln zurückgreifen konnte.
So kam ich auch mal in das Vergnügen Satin und Seide zu vernähen. Der Satin und ich, wir werden wohl keine Freunde – zumindest nicht so schnell…
Nur das Schottenkaro, stammte noch aus meinem Fundus. Da das Brautpaar riesige Schottlandfans sind, musste das mit rein.

Ringkissen 2017

Ringkissen 2017

Ringkissen 2017

Im Folge der Trauung wurde das Kissen dann noch mit Weihwasser bespritzt. Jetzt sind das Kissen und ich in Gottes Augen geflandert.
Macht nichts, das Risiko bin ich gerne eingegangen. 😉
Generell hat dieses kleine, große Projekt richtig viel Spaß gemacht. Vielleicht sollte ich ins Ringkissengeschäft einsteigen?

Ringkissen 2017

Ringkissen 2017

Feste feiern

Brecherspitze 2017

Ereignisreiche Wochen liegen hinter mir. Ich komme gar nicht hinterher mit Eindrücken aufnehmen und noch weniger sie hier irgendwie zu zeigen.

Brecherspitze 2017

Es wurde (mal wieder) ein runder Geburtstag groß gefeiert. Ich glaube das Geburtstagskind weiß nicht, dass es in Wirklichkeit uns Gästen genauso (oder noch mehr) beschenkt hat, als wir das Geburtstagskind. Es gab Gipfelschnaps, Hüttenschnaps, Geburtstagsschnaps, Kaiserschmarrn, Knödel, einen gemütlichen Hüttenabend und mit Helium gefüllte Luftballons! Was will man mehr! Ach ja… und Seifenblasen! 😀

Brecherspitz 2017

Aber bevor es mit dem Feiern los ging, mussten wir uns das wirklich verdienen und so setzten wir uns steil bergan in Bewegung. Ziel: Die Brecherspitz. Dort wurde ausgiebig gebrotzeitelt und dann schließlich hinab zur Oberen Firstalm gewandert. Der Weg führte über einen Grat und hat mich unweigerlich ein bisschen an die Heimgartentour erinnert. Ich mag Gratwanderungen!
An der Alm erwarteten uns bereits gemütliche Liegen und frische Ausgezogene (Das ist eine Süßspeise, nix anderes! ;)). Mjami!

Brecherspitz 2017

Brecherspitz 2017
Alpendolen, habe ich schon lange nicht mehr gesehen!
Brecherspitz 2017
Und ein Gipfelkreuz gab es hier auch schon lange nicht mehr…
Brecherspitz 2017
Über diesen Grat ging es hinab zur Alm.

Obere Firstalm 2017

Am Abend konnte man noch ein bisschen den Sonnenuntergang bestaunen.

Obere Firstalm 2017

Um am nächsten Morgen noch die letzten Stahlen der aufgehenden Sonne vom Hüttenfenster aus sehen zu können. Ohne aus dem warmen Bett auf zu stehen! Ein rundum schönes Wochenende! Gerne wieder!

Obere Firstalm 2017

Damn Deal Done

Manchmal lernt man innerhalb von wenigen Tagen viel über sich selbst, manchmal braucht es nur ein paar Stunden, Minuten oder aber auch Jahre.
Heute mag ich mal hier ein neues Thema ansprechen. Keine Ahnung ob es Dich interessiert, aber das ist egal. Du kannst ja morgen wieder kommen – oder so. 😉
Das Thema heute ist nämlich mit Sport verbunden, genauer genommen mit dem Laufen.
Das mache ich ja schon seit ein paar Jahren. Klein Angefangen und jetzt…
Aber ich beginne mal von vorne.

Im Januar war so ziemlich alles ziemlich schwer, anstrengend und ich war voller Wut. Bis eine Freundin mir einen Vorschlag machte. Sie würde beim Münchner Stadtlauf mitlaufen, ich könnte ja auch. Und im Februar schließlich habe ich mich angemeldet. Nicht für 5, nicht für 10 km. Nein. Für den Halbmarathon. Und das hatte zwei Gründe.
Zum einen gab es da mal eine Person in meinem Leben, die sich vorgenommen hatte vor dem 30 Geburtstag unbedingt einen Marathon zu laufen. Irgendwie wollte ich dieser Person beweisen, dass ich sie überholen kann. Und zum anderen brauchte ich irgendwie ein positives Ziel zum drauf hin arbeiten. Beides hat mir sehr viel geholfen mit dieser ziemlich blöden Stationen klar zu kommen.
Aber dann gibt es Momente im Leben, die schleudern einmal alles um. Kurz vor dem Lauf wurde ich krank und es passierten noch ein paar Dinge die mich etwas aus der Bahn geworfen haben. Ich war knapp davor alles hin zu schmeißen, aber habe es zum Glück nicht getan. Auch wenn ich sonst niemandem raten würde nach einer Woche Fieber gleich 8 Tage Später so eine Distanz hinter sich zu bringen. Das kann wirklich schlimm aus gehen!
Wie dem auch sei. Mir war es auf einmal gar nicht mehr wichtig der Person mit seinem scheiß Vorsatz eines aus zu wischen. Irgendwie wurde es mir immer unwichtiger und schließlich irgendwie egal. Aber eine andere Sache rückte sich dadurch in den Vordergrund. Was irgendwie auch gut so ist. Denn Wut und Gehässigkeit bringen einen im Leben nicht weiter. Sie verderben nur den Menschen.
Auf der Fahrt nach München dachte ich ein bisschen darüber nach. Über das Warum und Wieso, über Vorsätze die nicht durchgeführt werden… Über das Leben an sich. Über Menschen… Und fasste einen Entschluss der mich an diesem Tag sehr glücklich machen sollte. Ich nahm mir vor ein paar Kilometer für bestimmte Menschen zu rennen. Gesagt getan.

Wenig später stand ich mit über 5000 anderen Läufern am Start. Ungewiss ob ich das schaffe, ungewiss ob es eine gute Idee war nach der Krankheit – und alleine. Aber es fühlte sich in keinster Weise mehr schlimm an.
Als der Startschuss fiel dauerte es noch eine Weile bis sich mein Block in Bewegung setzte und ich ordnete Kilometer und Personen. Den MP3-Player nochmal richtig eingestellt und los ging es langsam und dann immer schneller.
Die Strecke beim Münchner Stadtlauf führt vom Odeonsplatz durch den Englischen Garten und wieder zurück. 21,1 Kilometer… Irgendwie hatte ich beim Start, nach den ersten Schritten das feste Vertrauen – ich schaffe das! Das wird, das läuft, ich kann das. Und es war ein gutes Gefühl. Und es hat sich bewahrheitet.
Das Schöne an dem Lauf. Man läuft nicht so wie bei der Badischen Meile durch die Stadt, sondern durch den Englischen Garten. Das heißt wenig Teerwege und mehr Schotter und Kies. Besser für die Knie. Mehr Natur und Gras und Bäume. Wäre die Sonne raus gekommen, wäre das sicher von Vorteil gewesen. Und obwohl es später wie aus Eimern schüttete, war es dennoch ein tolles Gefühl dort mit gelaufen zu sein. Es hat sich in allen Punkten gelohnt. Und es ist gut, das ich diese Erfahrung machen durfte.
Während dem Lauf überholte ich einen Menschen in Bierflaschen Kostüm, überholte Römer mit Tröten und Römerhelmen (einer hatte sogar einen Schild) und wurde später von eben diesen Kerlen wieder überholt. Lief mit einem leisen Quietschen an einer Schafherde vorbei und mit viel Respekt an mindestens 20 Gänsen.

Nie war alkoholfreies Bier besser!

Generell waren die Vibes sehr positiv. Mir hat das gefallen. Man konnte für sich laufen, die Gruppe wurde gut entzerrt, es gab kaum Engstellen die einen ausgebremst haben. Unterwegs wurde man an vier Punkten mit Wasser und Bananen versorgt. Und ein Shirt gab es da ja auch noch, das sogar als MVV Karte diente. Alles in allem eine schlichtweg positive Erfahrung!

Ach ja, und bevor ich diesen Eintrag mit einem ungeschönten Bild vom Zieleinlauf beende, noch kurz zu den statistischen Daten. 😉
Laufzeit: 02:13:54 Stunden
Platz Altersklasse: 171
Gesamtplatz: 3954
Platz Mädels: 1032
Gestartet sind über 5000 Läufer, d.h. ich bin nicht einmal unter die letzten 1000 gefallen.
Hätte ich nicht erwartet, auch nicht die (für mich) sehr gute Zeit!

Laber ned

Es ist warm, es ist Sommer, die Tage lang. Zeit um halbwegs lang im Bett zu liegen und dennoch in die Berge zu fahren, um ein bis zwei Gipfel mit zu nehmen.

Heute starten wir von Oberammergau und gehen eine Zeit lang durch den Ort bis wir zur Laberbahn kommen. Diese lassen wir natürlich links liegen und steigen den Hang in steilen Serpentinen auf.
Zum Glück spendet der Wald angenehmen Schatten.
Nach einiger Zeit macht der Weg eine Gabelung, wir entscheiden uns den Weg für Geübte zu nehmen. Und es war kein Fehler. Zuerst wandelt sich der Wirtschaftsweg zum Trampelpfad und führt uns bald wieder im Schatten von Fels und Wald erst zaghaft bergan und dann immer stärker steigend. Bei jeder Serpentine können wir eine andere Aussicht genießen. An manchen Stellen braucht man die Hände. Fühlt den warmen, schroffen Fels. Oh wie ich das vermisst habe!

Jeder Schritt purer Genuss und ich sauge alle Eindrücke mehr denn je in mich auf. Die Sonne, die erbarmungslos bald auf uns hinab knallt, als der Wald sich langsam lichtet. Den sanften Wind der einen angenehm kühlt und auch das Zwitschern der Vögel, das Knirschen der Schuhe auf Schotter, Kreischen der Krähen über uns und das sanfte Wuuuuuschhhhhh mit dem sich über uns die Paraglider in den Himmel schrauben. Selbst die schmerzenden Fersen und brennenden Oberschenkel. All das!

Rechts kann man den markanten Gipfel vom Ettaler Manndl schon erkennen.

Als wir den ersten Zielpunkt der Reise erreichen haben wir schon viele Höhenmeter hinter uns gebracht. Kurz genießen wir die Aussicht vom Schartenkopf aus. Um uns herum der Ausblick auf die Ammergauer Alpen, Karwendel und Wetterstein! Links fällt der Hang steil ab und gibt den Blick auf Kloster Ettal frei. Rechts der Gewohnte Anblick von Ober- und Unterammergau. Alte Bekannte, das Hörnle und mein spezieller Freund der Teufelstätttkopf, sind auch dabei.
Um uns herum blühen die schönsten Alpenblumen. Primeln, Buschwindröschen und Clusius-Enzian. Ab und zu säumen Butterblumen und Glockenblumen den Weg.

Bald geht es dann weiter zum Labergipfel. Dort wartet auch schon die Hütte mit Apfelstrudel und Salat auf uns. Und einer Dachterrasse, wo ich Tage verbringen könnte, ohne mich je satt zu sehen. Noch immer wundere ich mich über die Kräne auf dem Zugspitzgipfel.

Nach einer Stärkung gehen wir wieder hinab. Hier hätten wir nun die Gelgenheit gehabt das Ettaler Manndl noch mit zu nehmen. Auch so ein Berg der noch auf meiner To-Do-Liste steht. Irgendwann schaff ich dich noch! Warte es nur ab!

Links das Ettaler Manndl

Und so gehen wir gleich die Serpentinen hinab zur Soila-Alm und deren grünem überwucherten Soila-See. Dort angekommen gibt es nochmal ordentlich Brotzeit. Wo uns kühl gelagertes Bier im Brunnen erwartet.
Mit letzter Kraft verzehren wir unsere Essensreserven und treten den letzten Teil des Weges an.

Hinab zur Bahnstation. Leider sind wir zu müde um noch kurz einen Abstecher ins Freibad zu machen. Schließlich müssen wir noch zum Bahnhof, wo uns der Bus weiter fahren soll. Dabei merken wir das wir uns von dem liebem Busfahrer auch direkt an der Bahnstation abholen lassen hätten können. Nächstes Mal dann.
Da ist ja noch so ein Gipfel…

Im Zug angekommen können wir schon einmal entspannen und spüren schon einmal erste Anzeichen von Muskelkater.
Und dennoch, das war ein perfekter Tag!

Nachwandern kannst Du den Weg hier.

Wendepunkt 07. Juli 2007

Als ich daheim die Fotos von der Ettaler Manndl Tour durchgeschaut habe, wurde mir bewusst, dass es genau zehn Jahre her war! 2007 waren wir damals unterwegs.
Der Soila-See war damals voll mit kleinen Fröschen und es war wahnsinnig heiß. Wir haben uns den letzten Klettersteig zum Gipfel nicht getraut. Damals schon sind wir umgedreht – zähneknirschend. Mit der Hoffnung, beim nächsten Mal…

Ein kraxelndes junges Trollviech.

Vielleicht aus diesem Grund habe ich wirklich ziemlich mit mir gehadert, ob ich den Gipfel nicht noch mit nehmen soll… Aber gerade beim Wandern ist manchmal Vernunft etwas sehr Gutes. Es wäre an diesem Tag einfach zu viel gewesen. Dennoch schade.

Wenn das Leben dir Zitronen gibt…

… dann mach Limonade Zitronenkuchen draus!
Jawohl! Wird gemacht!

Getränkter Zitronenkuchen
Nach Penne im Topf

Zutaten:
250 g Butter, weich
200 g Zucker
5 Eier
2 Zitronen, davon die abgeriebene Schale
250 g Mehl
2 Tl Backpulver
Für den Guss: 50 ml Zitronensaft  + 50 g Puderzucker
Für die Glasur: Puderzucker ,  etwas Zitronenabrieb

Butter, Zucker, Eier, Zitronenabrieb, Mehl und Backpulver  nacheinander zu einem Rührteig verquirlen.

In eine 30 cm Kastenform oder aber eine Kranzform füllen und bei 170°C Ober-/ Unterhitze auf der untersten Schiene ca. 60 Minuten backen (kann je nach Ofen etwas variieren –  einfach die Stäbchenprobe machen – Wenn ein Zahnstocher aus der Mitte ohne flüssigen Teig herauskommt, ist er gar).

In der Form kurz auskühlen lassen, dann vorsichtig aus der Form holen. Mit einem Zahnstocher mehrfach einstecken und mit dem Guss 50 ml Zitronensaft und 50 g Puderzucker einstreichen.

Aus Puderzucker und Wasser (evtl. auch noch ein wenig Zitronensaft) eine dicke weiße Glasur rühren und gleichmäßig auf dem Kuchen verteilen. Mit etwas Zitronenabrieb zur Deko bestreuen.

Ein super leckerer Kuchen. Schön saftig und süß – fast schon zu süß für meinen Geschmack. (Wenn ich das sage, dann heißt das wohl was!) Und ich habe bei der ersten Variante schon 50 g weniger Zucker genommen!
Beim zweiten Versuch habe ich Natron statt Backpulver genommen, dadurch ging der Kuchen extrem hoch und wurde oben auch etwas braun. Zusätzlich habe ich die Zuckermenge auf 100 g reduziert und auch beim Guss nur 25 g Puderzucker auf die gleiche Menge Zitronensaft gegeben. Leider war ich mit der zweiten Variante nicht so zufrieden, da die Konsistenz durch das Natron (?) ziemlich bröselig geworden ist. Da muss ich noch etwas experimentieren.
Die Zuckerglasur habe ich nur mit Zitronensaft und Puderzucker gemacht. Das mag ich lieber, da es so eine zusätzliche saure Note gibt.
Der erste Kuchen hat sich knapp eine Woche gut gehalten ohne groß auszutrocknen. Der andere hat, trotz Mängeln, keinen Tag überlebt. 😉

Trist

Wenn es draußen stürmt und junge Hunde regnet, dann bleibt nichts anderes übrig als: ausgiebig und lange schlafen, warmen Tee und heiße Schokolade in rauen Mengen konsumieren und etwas gegen die triste Stimmung tun. Fällt manchmal leichter als man denkt. Mit Essen! Buntem Essen!
Es ist zwar nicht ganz so geworden wie ich mir erhofft habe. Aber es hat Potential als „AntiFrustMampf“ durch zu gehen.
Und wer wäre ich, wenn ich Dir da das Rezept vorenthalten würde?!

Nudeln und buntes Gemüse in Erdnusssauce
(Dagmar v. Cramm & Martin Kintrup – Vegetarisch genießen)

Zutaten für 2 Portionen:
150g Mie-Nudeln
125g Brokkoli
1 kleine Möhre
75g Zuckerschoten
50g Sojabohnensprossen
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
½ Limette
2 EL ungesalzene Erdnüsse
2 EL Öl
1 EL Erdnussbutter
1 EL Sojasauce
Salz
süße Chilisauce

Die Nudeln nach Packungsanleitung garen und beiseitestellen. Brokkoli waschen und putzen und in kleine Röschen teilen. Die Möhre schälen und in feine Stifte schneiden. Die Zuckerschoten waschen und putzen. Die Bohnensprossen waschen.

Zwiebel und Knoblauch schälen und getrennt voneinander fein würfeln. Die Limette auspressen. Die Erdnüsse im Wok ohne Fett leicht anrösten und wieder aus dem Wok nehmen. 1 EL Öl in den Wok geben und die Zwiebeln darin kurz anbraten. Den Brokkoli dazugeben und anschließend kurz nacheinander Zuckerschoten, Möhrenstifte und die Sprossen. Alles kurz pfannenrühren.

Das Gemüse beiseiteschieben und die Nudeln mit 1 weiterem Öl anbraten. Alles miteinander vermischen und beiseiteschieben.

Erdnussbutter, Limettensaft, Sojasauce und Knoblauch dazugeben und die Mischung unter Rühren sämig werden lassen. Alles gut miteinander vermengen und mit Salz abschmecken. Mit Erdnüssen bestreuen und dazu Chilisauce servieren.

Ich habe atatt Limette eine ganze Zitrone gepresst, keine Sprossen und keine Zuckerschoten parat gehabt und bei den Erdnüssen habe ich gesalzene genommen. Chilisauce brauchte ich dazu gar nicht, ich fand das so schon aromatisch genug. Beim Brokkoli war ich zu spät dran und konnte nicht mehr zum Wochenmarkt gehen, daher gab es schnöden TK-Brokkoli.
Leider ist mir die „Sauce“ etwas dick geworden, so habe ich einfach etwas Öl darüber geträufelt und eine extra Portion Sojasauce. 😉
Hat auch am nächsten Tag noch aufgewärmt gut geschmeckt.

Get up off your knees, girl…*

Es ist nicht mal so früh als ich mich auf den Weg mache. Die Bahn ist voll. Bei diesem Wetter zieht es sie alle hinaus, aus der Großstadt hinaus aufs Land.
Ich folge diesem Trend wohl ahnend was mich da vielleicht erwarten wird – vielleicht auch nicht.
Der Weg? Ab Unterammergau – wie so oft. Das Ziel? Das Hörnle. Einer der drei Gipfel wird es schon werden. Uns verbindet ja schon so etwas wie eine Freundschaft.
Schon von München aus sieht man dank Föhn die Berge in ihrer weißen Pracht. Scheinbar so nah, das man sie anfassen könnte. Doch man kann es nicht. Sie sind so nah, aber so weit entfernt. Aber nicht mehr so fern!

Im Tal liegt kaum noch Schnee, nur noch im Schatten. Die ersten Höhenmeter ist es grün und Frühlingshaft, die ersten Primeln stecken vorsichtig ihre Blüten aus ihren Knospen. Der Löwenzahn ist dort schon etwas mutiger.
Bald schon, wären sie nur ein paar hundert Meter weiter oben gewachsen, wären sie noch von einer dichten Schneeschicht umschlossen.
Der Weg führt durch ein Gatter und da ist er. Der Schnee! Es knirscht und knarzt unter jedem Schritt. Es ist stellenweise sehr matschig, dort wo er schon wieder geschmolzen ist. Aber alles ist gut.

Der große Nachteil am Hörnle mit seinen drei Gipfeln ist nicht nur der Sessellift zum Vorderen Hörnle. Sondern das man die Straße hört, ziemlich laut sogar. Ziemlich weit hoch. Wer Ruhe sucht, muss sie lange suchen.
Bald schon kommt ein Wäldchen in Sicht. Mit den alten knorrigen Bäumen, durch die das Schmelzwasser wie ein kleiner Bach fliest. Und die Kiefern die ihre immergrünen Zweige weit hinaus strecken.

Der Weg macht eine Biegung.
Weg.
Jedes Geräusch, das vorher noch so laut schien, ist verschluckt. Nur von ein bisschen Schnee und Bäumen. Durchatmen.
Bald schon komme ich dem Ziel näher, doch bevor die letzten Meter begangen werden können muss ich inne halten.
Stumm, lauschend.

Sonnenstrahlen wandern durch die zum Teil Schnee bedeckten Kiefern. Überall tropft und knirscht es. Hier und da fällt der Schnee mit sanfter Kraft hinab und gibt ein eigenartiges Geräusch von sich. Tropfen wie von einem leichten Sommerregen fallen hinab. Schillern in den Sonnenstrahlen die durch die Wipfel scheint. Wie kleine Diamanten fallen sie hinab. Tropfen auf die Jacke, Äste, Haare, Nadeln, Haut, Rinde. Zwischen all diesem klingt das zaghaft kräftige Zwitschern der Vögel hindurch.
Ich bin’s nur, Winter! Schön das wir uns noch einmal getroffen haben.

Gipfelkuchen und -tee stehen bereit.

Denn er verabschiedet sich. Der Winter.
Beim Abstieg ist der Weg eine Mischung aus Schnee und Fluss. Bei jedem zweiten Schritt breche ich durch die Schneedecke, teils hüfttief und lande mit den Füßen im Wasser. Die Schuhe halten es zwar größtenteils ab, aber es ist anstrengend. Und so lange es noch geht, beschließe ich um zu drehen. Das ist sie also, die berühmt berüchtigte Schneeschmelze. Heute werden wir keine Freunde.
Und so schlittere ich mehr als ich gehe den „Winterweg“ hinab. Aber auch das ist gut so wie es ist.

Hier, unscheinbar, erkennst du den Gipfel vom Teufelstättkopf. Wir haben da noch eine Rechnung offen!

*
Stand face to face with your God…
And find out what you are
Hello, my name is human

Wer die Tour nachgehen möchte halte sich an diese Beschreibung.
Der Rückweg war allerdings ein anderer, ich bin den „Winterweg“ nach Bad Kohlgrub hinunter gelaufen. Sonst hätte ich aber den beschrieben Weg vorgezogen!

Sprachlos

So, da bin ich wieder. Es war etwas ruhig hier. Die Hoffnung bleibt, das sich das hier bald ändert.
Aber bevor es wieder los geht, nach einem ausgiebigen Frühlingsputz, muss ich noch etwas los werden.

Da sind Zeiten im Leben, die sind nicht einfach. Selbst wenn die Zeiten davor schon scheiße waren, gibt es immer noch eine Option die noch schlechter, noch unerträglicher, noch… beschissener ist. Aber auch das geht vorbei, auch wenn man es nicht glauben mag. Nicht Spurlos, aber sie werden irgendwann erträglicher, bis sie ganz langsam verblassen.
Und da so eine Zeit nun (fast) hinter mir liegt, möchte ich all den Lieben danken die mich begleitet haben. Das war super was ihr da gemacht habt!
Danke für alle Anrufe, SMS, Mails und Nachrichten… Und Päckchen! O.o

Danke für Ohren die Jammern bis zum Exzess ertragen haben. Danke das ihr da wart – auch wenn viele nie körperlich anwesend sein konnten.
Danke für Essenseinladungen, Langlauf- und Klettersessions, Daumen drücken, weise (oder weniger weise) Ratschläge, positive Vibes und das gemeinsame Pläne schmieden.
Danke für stilles „an mich denken“. Ich weiß das zu schätzen, wirklich!
Bei so viel Herzlichkeit die mir ein paar Leute entgegen gebracht haben war ich wirklich sprachlos – bin es immer noch. Danke das ich wegen Euch nicht den Glauben an das Gute im Menschen verlieren konnte, obwohl es haarscharf war.
Danke an alle die mir an schrecklichen Wochenenden ihre Couch zur Verfügung gestellt haben. Danke fürs Tee kochen und betüddeln trotz der Gefahr mit Viren beschleudert zu werden.

Danke dafür mir den Abschied schön gemacht zu haben. Für ein paar letzte unvergessliche Momente in der beklopptesten Stadt der Welt. 😉
Danke auch an die, die schon vor vier Jahren gesagt haben, das ich zurück kommen soll. Ihr hattet so recht! Ich wollte es nur nicht wahr haben. Danke für diese gnadenlose Ehrlichkeit – damals schon! Und auch an die, die jetzt ehrlich gewesen sind!

Danke für das tolle Empfangen werden – zurück – dort wo man richtig sein kann.
Danke an das Karma das mir hier und da ein paar (große und kleine) freudige Überraschungen bereit gehalten hat.
Danke für das (spontane) Kisten schleppen – runter und auch hoch. Und nachträgliches Schrauben und Zusammenbauen. Für Augen und Ohren offen halten und Buschtrommeln trommeln.
Und auch für die Begleitung bei der ersten Sprinterfahrt meines Lebens!
Bei all dieser Hilfsbereitschaft fühle ich mich ganz klein… Ihr alle seid so groß! 🙂

Ich habe nachgezählt, das sind nun 14 Danke. Und es ist immer noch nicht genug!

Da ich es sowieso nicht wirklich in Worte fassen kann… Ihr seid spitze! Bleibt so!
Und zwischen all dem Chaos das da geherrscht hat, zwischen all diesem bitteren Beigeschmack… Ich sehe da etwas großes, neues auf uns zu kommen. Und es freut mich all das mit euch teilen zu dürfen.
Danke an das kleine Glück – das vielleicht Großes möglich machen wird. 🙂