Tja…

und schon bist du wieder vorbei. Du garstiges, unschönes Jahr. Ich habe dich gehasst, dich manchmal abgöttisch geliebt. War dank dir in Island, habe Dinge getan die ich ohne dich nicht getan hätte.
Liebes Jahr. Geh doch trotzdem. Weit, weit weg!

Allgäu 2016

Obwohl du mir so viel bei gebrach hast. Über die Stärken von Schwachen und die Schwächen von vermeintlich Starken.
Hast mir einen Geburtstagsgipfel beschert, aber auch den Lieblingsmenschen genommen.
Mir gezeigt, das Leute die es offensichtlich nett mir dir meinen, nur auf ihr eigene Interesse aus sind. Das Menschen falsch sind. Das ungesagte Worte mehr sagen können, als viele und das ich mehr auf mein Bauchgefühl hätte hören sollen. Das man sich nie grenzenlos aufopfern sollte für Dinge und Menschen, die einen nur aussaugen.
Hast mir Krankheiten geschenkt, die ich nicht haben wollte. Hast mir oft die kalte Schulter gezeigt, wo ich eine warme hätte brauchen können. Hast mich oft alleine gelassen, wenn ich Gesellschaft gebraucht hätte. Warst da, aber nie so richtig.
Du hast mich betrogen – hast anderen so viel mehr gegeben als mir!
Du hast mir gezeigt das viele vermeintlich offene Türen in Wirklichkeit schon lange zugeschlagen wurden und mit dicken Schlössern versehen waren. Im Gegenzug sind viele Türen, die angelehnt waren so weit aufgesprungen, dass ich mir nun aussuchen kann durch welche ich trete. Die Furcht, die Falsche zu nehmen, bleibt bestehen.
Du hast mir gezeigt was pure Angst, Einsamkeit und menschliche Kälte bedeutet. Aber auch viel Mut und Wärme geschenkt, sie aber auch wieder mit dir gerissen…
Aber alles in allem, kann ich nur den Spruch im Gipfelbuch meines eswarnurnocheineHüllevonDir-Geburtstagsgipfel nehmen und umwandeln:
Fick dich 2016, fick dich Jahr, fick dich scheiß… Ach, was auch immer!
Danke für nichts. Ich bin froh das du vorbei bist, komm bloß nicht wieder!

Allgäu 2016

Unter die Haut

Island 2016

Nicht all zu weit entfernt von Reykjavík befindet sich eine Hochebene, die man nur über eine kleine Schotterpiste erreicht. Dort – ganz ungesehen und unscheinbar – breitet sich ein unterirdisches Lavehöhlengeflecht aus.

Island 2016

Surtshellir und Stéfanshellir waren einst zusammenhängend, über knapp 3 Kilometer erstreckte sich das Geäst. Nun werden die Höhlen durch einen 20 Meter breiten Einsturz getrennt.
Die Schilder sagen; man darf diese Höhlen selbst erkunden. Am besten mit (Fahrrad-)Helm und Taschenlampen.
Den Fahrradhelm hatten wir nicht, aber eine(!) Stirnlampe. Los geht es! Tief in das innere der Erde.

Island 2016

Dunkelheit umschließt uns bald wie eine dichte Decke und ein stetiges Tropfen ist das einzige Geräusch das nicht durch uns verursacht wird. Wenn wir die Lampe ausschalten und den Atem anhalten, uns still und ruhig verhalten hört man – Nichts.
Wie ein Vakuum saugt uns die Finsternis ein. Ein Schaudern – und das Licht geht wieder an.

Island 2016

Kletternd bahnen wir uns einen Weg über riesige Felsbrocken. Schlittern über wackelige Steinplatten. Kälte greift mir ihren Fingern nach uns. Eis hängt an den Wänden und zwischen dem Geröll. Man sieht im Licht der Lampe den eigenen Atem.

Island 2016

Wo einst Verstoßene Zuflucht suchten sind nun wir. Und als wir uns wie kleine unbedeutende Abenteurer unseren Weg aus der Höhle erklettern, empfängt uns der stetige Wind der Ebene. Und Sonnenschein.

Island 2016

Island 2016

Island 2016
Überall fluffig-weiche Flechten-Kissen.

Um uns herum nur unwirkliche Landschaft. Als habe jemand mit einem großen Messer die Erde aufgeschnitten. Als wäre die Erddecke einfach aufgeplatzt und hätte Blasen an schwarzem Gestein heraus gespuckt.

Island 2016

Island 2016

Island 2016

Island 2016

Wahrscheinlich war es auch so. Das erste Mal kann ich verstehen warum Menschen Geologie studieren. Hier ist sie greifbar. So nah, so wirklich.

Island 2016

Schloss in den Wolken

Schloss Neuschwanstein 2016

Man traut es mir wohl nicht zu, aber ich liebe Schloss Neuschwanstein! Lacht mich ruhig aus, aber so ist es nun mal. Da kann man mich nerven und belächeln wie man möchte. Fakt bleibt Fakt. Und es tut mir nicht mal leid.

Schloss Neuschwanstein 2016

Schon als kleines Trollkind mussten meine Eltern mit mir in jedes Schloss. Neuschwanstein, Herrenchiemsee… Wir waren oft baden an der Stelle im Starnberger See, wo dieses seltsame Kreuzl mitten im Wasser steht. Erst später habe ich realisiert das dort der Kerl gestorben ist der das alles gebaut hat. Und es hat mich nicht mal überrascht das er angeblich umgebracht worden sein soll.

Schloss Neuschwanstein 2016

Dieser Verrückte, der den Untertanen Steuern genommen hat, Geld verheizt das er nicht hatte. Nur um seine Träume Form annehmen zu lassen.
Heute profitieren wir davon. Massen an Touristen quetschen sich in den kleinen Innenhof des viel zu perfekten Traums, der wahr geworden ist. Zumindest für ihn – dem Märchenkönig.

Schloss Neuschwanstein 2016

Schloss Neuschwanstein ist – ich bin ehrlich – mein Lieblingsschloss von „unserem Kini“. Es passt sich dieser Landschaft drum herum einfach so perfekt an. Und ich liebe diese Landschaft! Die Pöllatschlucht mit ihrer Marienbrücke bietet einen grandiosen Blick über das Voralpenland mit Schwan- und Alpsee und unter ihr rauschen Wasserfälle mit eisblauen Wasser entlang. So unfassbar schön!

Schloss Neuschwanstein 2016

Wirklich! Rein gehen, das brauche ich gar nicht. All der Protz, das Gold, der Kitsch können es nicht mit dem Äußeren aufnehmen.
Leider war die Aussicht beim letzten Besuch nicht so gut. Aber auch so, ein netter Besuch an einem Ort den ich unweigerlich mit meiner Kindheit verbinde.
Nur ein paar weniger Touristen könnten dort sein… Vielleicht. Zumindest dann, wenn ich das nächste Mal komme.

Linderhof 2016

Linderhof 2016

Bei Schloss Linderhof war es schon anders. Dort fährt man ungeachtet vorbei, wenn man in die Berge zum Wandern fährt. Da gewesen bin ich noch nie. Also war dies das erste Mal. Dort ist viel weniger los, das Wetter noch schlechter. Aber glaub mir, dahinter sind Berge!

Linderhof 2016

Nicht all zu weit davon entfernt kann man noch einen Blick auf das Kloster Ettal werfen und vielleicht kurz zu den österreichischen Nachbarn (kein Bickerl nötig!) zum äußerst hübschen Plansee fahren.

Der Anfang des Regenbogens

Island 2016

Ich sitze schon wieder auf gepackten Koffern um ein Wochende woanders zu verbringen.
Dieses Rauskommen ist wichtig. Wenn auch zuweilen anstrengend.
Aber zuvor, da möchte ich noch von dem ersten kleinen Abenteuer auf Island erzählen.

Island 2016

Kurz hinter Reykjavík breitet sich der Halvfjörður aus den wir mit unserem Auto durchfahren. Die Stadt verlässt uns und gibt uns frei für die ersten grünen Hügel, die ersten Schafe, das erste kleine Abenteuer. Zuerst folgen wir noch der Ringstraße, dann fahren wir rechts ab und schlängeln uns an Berg und Fjord entlang zu unserem nächsten Übernachtungsort.
Zuerst stellen wir unser – zuvor leider nass eingepacktes – Zelt auf einem Campingplatz ab und fahren zurück zum „Ende“ des Fjords. Unser Ziel ist Glýmur, der höchste Wasserfalls Islands.
Wir sollten bald lernen, Island ist voll von größten, höchsten, breitesten, wasserreichsten, buntesten, stinkensten…

Island 2016

Das Wetter ist schön, die Sonne scheint. Wir folgen dem Weg durch die Ebene, bis der Fluss sichtbar wird, der sich durch die schmale Schlucht schlängelt. Todesmutig erklimmen wir Aussichtspunkte, wandern durch kleine Tunnel und überqueren das Wasser über einen Baumstamm.

Island 2016

Irgendwann ändert sich das Wetter dort oben auf dem Berg, der vor uns liegt. Dunkle Wolken türmen sich auf und bleiben hängen. Ein Regenbogen bildet sich, nicht nur einer, zwei. Kreisrund begleiten sie uns unsere gesamte Wanderung. Würden wir wollen, wir könnten nun nach dem Goldtopf suchen. Doch wir lassen es lieber. Passt eh nicht ins Handgepäck beim Rückflug.

Island 2016

Je höher wir kommen desto stärker wird der Wind, stärker der Regen. Die Sonne scheint dennoch ungestört auf uns herab. Es wäre doch klüger gewesen eine Regenhose mit zu nehmen.
Wir folgen dem Pfad, haben einige Kletterpartien hinter uns und kommen schließlich oben, dort wo sich der Wasserfall dramatisch hinab stürzt, an. Brausend stürzt er sich an diesem Punkt 198 Meter in die Tiefe. Kaskadenartig, schwindelerregend. Über uns kreisen Möwen, deren Schreie im tosenden Wind ersticken.

Island 2016

Island 2016
So perfekt unperfekt…

Island 2016

Oben angekommen beschließen wir durch die Botnsá zu waten um auf der anderen Seite der Schlucht zurück zu wandern. Vor uns ein Regenbogen, über uns die Wolken, hinter und die Sonne. Sie zeichnet mit ihrem warmen Licht die unglaublichen Farben in die Landschaft.
Der Fluss ist kalt, die Füße haben kaum Halt auf den glitschigen Steinen, kurz gehe ich frischen – nur mit den Schuhen zum Glück. Kurze Rast, Füße wärmen, trocknen, die gar nicht so nassen Schuhe und Socken anziehen und weiter geht es. Der Sonne entgegen!

Isalnd 2016

Auf dem Hügel werfen wir einen Blick zurück. Der Regenbogen prangt noch immer hartnäckig und leuchtend über dem Fluss.
Wir sind in Island. Das ist es. Genau so!

Island 2016

Auf dem Rückweg essen wir ein paar reife Blaubeeren und kommen sogar durch ein kleines Waldstückchen. Auch Wald gibt es hier!
Und mit nassen Hosen und nassen Haaren wandern wir hinab. Bald hört es auf zu regnen, wir sind der Wolke entkommen. Das Rauschen des Wasserfalls haben wir längst hinter uns gelassen. Die Sonne wärmt uns wieder auf.
Doch der beißende Wind bleibt.
Schnell zum Zelt, schnell in trockene Klamotten schlüpfen und mit Tee aufwärmen… Während die Sonne langsam hinter den Hügeln verschwindet.

Island 2016

Übernachtet haben wir auf dem Campingplatz Þórisstaðir.
Einfacher Campingplatz. Warm Wasser vorhanden, aber keine Duschen.

Vorwort

Island 2016

Ein paar Leute scharren schon mit den Hufen, das höre ich bis hier her!
Das Sortieren und Sichten von all diesen schönen Aufnahmen und den Erinnerungen die damit verwoben sind, brauchen Zeit. Viel Zeit.
Zeit die man nutzen muss um sich hinein zu fühlen. In dieses unglaubliche Land.
Ach, hätte ich dich nur mit nehmen können! Herzensland!

Um die Wartezeit etwas zu überbrücken, gibt es ein paar Bilder aus unserem Stadttag in Reykjavík. Und natürlich ihrem Wahrzeichen – der Hallgrímskirkja.

Island 2016

Besonders schön ist sie ja nicht, finde ich. Zu grau, zu viel Beton. Und dennoch, sie fügt sich in das Bild dieser Insel ein wie kein anderes Bauwerk.
Orientiert sich die Architektur doch an den Basaltsäulen die wir später noch so oft und eindrucksvoll sehen durften.

Island 2016

Island 2016
Basaltsäulen bei Vík… Später mehr dazu!

Leider habe ich von der Harpa keine Fotos gemacht. Auch sie spiegelt auf besondere Weise Island wieder. Die kalten eisigen Gletscher, die große Teile des Landes bedecken und deren Eisberge in der Sonne in den verschiedensten Farben schillern.

Island 2016
Hallgrímskirkja mit Leif Eriksson in Entdeckerpose.

Angesehen haben wir folgende Museen:

Das Phallusmuseum.
Zig Exponate von verschiedenen Phallen. Allerdings hauptsächlich immer wiederkehrende Teile. Einzig und allein das „Spaßregal“ mit „Elfenpimmeln“ und „Weihnachtsmannklöten“ hat den Preis etwas gerechtfertigt. Aber sonnst würde ich eher sagen: Finger weg. Ist ein ziemlicher Tourifang! Geht lieber woanders hin.
Eintritt: ca. 15€ pro Person.

Reykjavík 871±2
Für alle die sich mit der Besiedlung der Insel auseinandersetzen wollen und sich etwas für Geschichte interessieren ein Muss! Super gestaltete Ausstellung rund um ein ausgegrabenes Original Langhaus.
Dieses Museum können wir wärmstens weiter empfehlen.
Eintritt: ca. 15 € für die Basisausstellung, Kombitikett ca. 22 € (Basisausstellung + Zusatzausstellung – Hier hätte es uralte Originalschriften über die Besiedlung Islands gegeben. Leider haben wir sie nicht angeschaut.)

Island 2016

Stoa

Dahner Felsenpfad 2016

Statt hinunter in den Süden zu fahren, zog es uns das erste Mal auf die andere Seite des Rheins. Gen Nordwesten.
Fuhren durch die kleinen Städtchen mit Fachwerkhäuschen und gelangten schließlich an unser Ziel. Dem Dahner Felsenland, im doch wirklich sehr schönen Pfälzerwald.

Dahner Felsenpfad 2016

Dahner Felsenpfad 2016
Stoamanderl (Hochdeutsch: Steinmännchen)

Das Wetter ist recht kühl, vielleicht 23 Grad, es sieht ein bisschen nach Regen aus. Aber es wird den ganzen Tag nicht nass werden. Die Sonne schaut nur ab und zu heraus und taucht das Blätterdach über uns in sattes Grün.

Dahner Fesenpfad 2016

Dahner Felsenpfad 2016

Dahner Felsenpfad 2016
Nur ein kleiner Teil der „Felsenarena“

Ein wunderschönes Fleckchen Erde, das dem Elbsandsteingebirge in nichts nach steht. Nur das die Felsen rötlich leuchten und ihre bemoosten Köpfe in die Höhe strecken. Die Formationen sind wunderlich. Höhlen, Säulen und Arenen haben sich über die Jahrhunderte gebildet. Umgeben von Hügeln und Wald.

Dahner Felsenpfad 2016

Dahner Felsenpfad

Dahner Felsenpfad 2016

Dahner Felsenpfad 2016

Dahner Felsenpfad 2016

Und während wir Eidechsen beim Sonnen beobachteten und auch hier und da ein paar Kletterer in Aktion sehen konnten, führte uns der Weg mal auf, mal ab durch diese atemberaubende Kulisse.
Ich bin sicher, wir kommen wieder!

Dahner Felsenpfad 2016

Dahner Felsenpfad 2016

Den Weg kannst du sehr gut nach wandern, halte dich dabei an diese Beschreibung. Wir sind den Weg allerdings anders herum gewandert. Kondition, ein kleines bisschen Trittsicherheit, sowie gutes Schuhwerk solltest du aber mitbringen. Bei der PWV-Hütte sind wir leider nicht eingekehrt, weil sehr viel los war und uns das zu viel Zivilisation war. 😉 Daher können wir auch nicht sagen ob das Essen dort gut ist.
Von dem Steak-House in der Nähe des Campingplatzes raten wir allerdings ab. Wenn du es siehst, weißt du warum. 😉

Dahner Felsenpfad 2016

Gold

Prag 2016

Kürzlich hat es mich für ein paar Tage in die Goldene Stadt verschlagen, nach Prag. Und ja, so manch einer wartet schon gierig auf Fotos.
Also dann, ein kleiner Stadtrundgang.

Prag 2016

Prag 2016

Prag 2016

Prag 2016

Dieses Haus wurde von einem sehr berühmten tschechischen Künster entworfen. Man sieht es ja schon beinahe Mucha schreien. Das Mucha Museum habe ich mir tatsächlich auch angeschaut. War sehr interessant und für Jungendstil-Liebhaber gibt es einen schönen Museums-Laden zum Stöbern.

Prag 2016

Prag 2016

Prag 2016

Prag 2016

Prag 2016

Prag 2016

Und dann war die Zeit auch schon wieder fast rum. Hier auf diesem Bild könnt ihr das Tanzende Haus erkennen. Ja, genau das mit dem… Ding oben drauf!

Prag 2016

Gut, gut. Damit es nicht zu kitschig wird, noch eine Niedlichkeit zum Entglitzern. 😉
In dem Museum war ich auch später drin. Kann man wirklich empfehlen.

Prag 2016

Mephisto

Die Sonne scheint, der Himmel ist beinahe wolkenlos, als ich vom Bahnhof in Unterammergau zu meiner Bergtour starte. Es ist schon relativ spät und kurz vor elf knallt die Sonne schon ordentlich hinab.
Daher bin ich froh, das er erste kurze Abschnitt des Weges durch eine kühle Klamm mit viel Schatten und rauschenden Wasserfällen startet.

Teufelstättkopf 2016

Ich genieße das Geräusch eines Elements, das zusammen mit der Erde auch die Alpen formte. Es ist unglaublich!
Bald darauf habe ich den kühlen Schatten hinter mir gelassen und bin flott auf der Forststraße unterwegs die mich zur Kühalm führen soll.
An einem kleinen Stausee teilt sich der Weg, die einzigen drei Menschen die mir bisher auf der kleinen Reise begegnet sind, gehen weiter gerade aus. Mich treibt es nach rechts, an Kühen vorbei die sich sonnen und wohlig mit Glockengeläut schon beinahe zu viel Alpenkitsch verbreiten.

Kühalm fast erreicht 2016

Trotz des langweiligen Weges, ist die Aussicht atemberaubend, bisher bin ich noch nicht ganz im Klaren welcher Gipfel es sein wird. Dieser da mit den großen Zacken? Oder der gerade aus? Und wann kommt nun endlich diese Alm?! An dieser nämlich, soll der Forstweg einem Trampelpfad weichen.

Teufelstättkopf 2016
Hier kann man sehr gut unsere Bekannten – die Hörnlegipfel – erkennen.

Bald ist es geschafft, die Kuhglocken werden lauter und schon ist die Alm in Sicht. Kurz noch einmal Sonnencreme nachgetragen, drei Wanderer hinab gelassen und schon geht es weiter. Schnell mache ich Höhenmeter, knicke ein paar mal um – der Schuh ist nicht richtig geschnürt. Und dann lichten sich langsam die Bäume. Kiefern kriechen den steinigen Hang hinauf. Ich zittere. Es ist zu warm, ich habe zu wenig getrunken, zu wenig gegessen. Schnell einen Platz neben einem Fels gesucht und kurze Pause. Verschnaufen, tief durchatmen, trinken, essen… Erholen.

Teufelstättkopf 2016

Noch ein paar Höhenmeter sind es zum Gipfel! Ich spiele mit dem Gedanken auf zu geben… Beiße die Zähne zusammen und setze einen Schritt vor den nächsten.

Teufelstättkopf 2016

Es ist meine erste Bergwanderung alleine, ich merke es langsam. Mir wird flau im Magen, die Füße tun weh, ich merke die Blasen. Ein ausgesetztes Stück, unter mir Steilhang nach unten. Ich krieche mehr als zu gehen. Stück für Stück kämpfe ich mich hoch. Schreite über den Grat, kann die Aussicht dennoch nicht richtig genießen.

Teufelstättkopf 2016

Die Einsamkeit wird mir bewusst. Ich bin alleine. In diesem Moment, an diesem Ort… Sie krallt sich fest im Nacken, als ich unter dem großen Felsblock stehe und hinauf zum Gipfelkreuz blicke.

Teufelstättkopf 2016

Das letzte Stück, zu steil, zu rutschig… Ich schaffe es nicht. Nehme einmal, zweimal Anlauf. Schreie, fluche, schimpfe… Tränen laufen. Das Drahtseil hat sich in der Sonne mit Hitze voll gesogen. Es geht nicht!
Gehe ich weiter, oder den Weg den ich kenne zurück? Panik macht sich breit. Bin ich überhaupt auf dem richtigen Weg? Was passiert wenn ich nun wirklich umknicke, den Grat hinunter stürze. Es ist niemand da. Niemand!

Teufelstättkopf 2016
Zugspitzgipfel mit Wolkendecke

Langsam, Schritt für Schritt, kehre ich dem Gipfel den Rücken.
Er hat mich besiegt…

Teufelstättkopf 2016

Reumütig gehe ich hinab zur Hütte. Bleibe stehen, schaue mich ein erstes Mal genauer um.
Es ist in Ordnung einmal nicht das zu schaffen, was man sich vor genommen hat.

Teufelstättkopf 2016

Und so genieße ich noch einmal die Aussicht, lausche den Kuhglocken und laufe mit schnellem Schritt hinab ins Tal. Nicht geschafft und dennoch zufrieden…

Teufelstättkopf 2016

So ist es halt manchmal. Sie weisen dich ab und an doch in die Schranken, diese Berge.
Aber ich glaube, eines Tages sehen wir uns wieder! Und dann werde ich einen Eintrag ins Gipfelbuch machen. Vielleicht etwas anderes, vielleicht nicht die Worte die ich mir überlegt habe… Aber das ist dann auch gut so.

Teufelstättkopf 2016

Wenn du die Tour nachgehen willst, kannst du dies hier nachschlagen.

Amish Paradise*

Quilt 2016
Das hier ist, ganz nebenbei bemerkt, meine Skabies. Eine Krätzmilbe. Möchte man nicht haben, aber diese schaut so lieb verschlafen! 😉

Es nahte der Juni und somit gleich zu Anfang ein Geburtstag.
Da ich ja gerne selbst gemachtes verschenke, und das Geburtstagskind zuvor schon Kissenbezüge bekommen hatte, gab es dieses mal eine gequiltete Decke. Das war das erste große Quiltprojekt. Da musste etwas einfaches her. Irgendwann, vor langer, langer Zeit bin ich einmal auf die Anleitung von Half Square Triangles (kurz HST) gestolpert. Las sich nach Fließbandarbeit, aber auch nach Feierabend tauglicher Näherei. Also einfach mal probieren.

Quilt 2016
Im Hintergrund meine „Nebenbeiberieselung“ Outlander. Meine Fresse, hat mich diese Serie fertig gemacht! Die erste Staffel konnte ich beim besten Willen nicht fertig schauen. Sowohl Plot als auch Charakterdarstellungen waren einfach zu nervig! Dabei ist der schottische Dialekt echt knuffig…

Ich habe zuerst weiße Ditte eingefärbt, in dunkelrot, gelb und blau. Leider wurde das Dunkelrot nicht so wie es auf der Packung war, aber das wird es ja nie…
Bei der HST-Quiltweise schneidet man zuerst lauter Quadrate aus, näht sie in der Mitte mit zwei Nähten zusammen und schneidet sie dann an der Mittellinie auseinander. So kann man die neu entstandenen Quadrate auseinander falten, bügeln und dann in Reihen aneinander nähen.
Sonderlich genau wurde es leider bei mir nicht, da die Quadrate nie wirklich gleiche Größe hatten.
(Ehrlich, ich frage mich immer wie das andere Leute hin bekommen. Bei mir sind so Schnitte nie gleich! Da kann ich machen was ich will…)

Quilt 2016

Als die Quadrate dann endlich alle zusammen genäht waren, habe ich mir dann noch erlaubt ein bisschen Freihand Quilten aus zu probieren. Naja, es war sehr mühselig die ganze Decke durch die Maschine zu quälen, dabei hatte sie kaum Probleme mit den vielen Lagen. Aber wirklich Spaß gemacht hat es irgendwie nicht… Generell, dieses Quilten scheint mir eine ziemlich genaue Angelegenheit zu sein. Dabei habe ich mir erzählen lassen, dass die Godfathers of Quilt, die Amish, absichtlich Fehler in ihre Quilts einbauen. Weil nichts von Menschenhand perfekt ist oder nicht perfekt sein darf. Denn Perfektes kommt nur von ihrem Gott. In diesem Sinne sind natürlich sämtliche Falten, schief zugeschnittene Quadrate nur Absicht gewesen, gell. 😉

Quilt 2016

Alles in allem war dieser Quilt eine gute Sache, die gerade eben noch so – zweieinhalb Wochen zu spät, eine Stunde vor Fahrtbeginn – fertig geworden ist.
Eingefasst habe ich das ganze mit einem Schrägband, das ich aus schwarzer Ditte selbst gemacht habe. Als zweite Lage habe ich eine rote Fleecedecke benutzt.
Und da das Wetter letztens ziemlich mies war und die Decke zuvor schon Probe gekuschelt wurde, gibt es für euch nur schlechte Knitterfotos und Hipstergrammige Handybilder. 😉

Quit 2016

Quilt 2016

* Kleiner Musik-Tipp: Weird Al Yankovic – Amish Paradise