Call Of The Mountain

Daniel 2018

Morgens ist es noch dunkel als ich am Bahnhof in München auf den Zug nach Lermoos warte.
Es ist kalt, ich friere und bald kriecht die Kälte durch die Schuhe zu den Zehen.
Der Zug ist beinahe leer als ich endlich einsteigen kann und auch mollig warm.
Als er durch Starnberg fährt schimmert die erste morgendliche Sonne über dem nebelverhangenen See. Schillernder Tau kündigt einen sonnigen Herbsttag an.
Und während der Zug weiter rollt, ich halb verschlafen, halb verträumt dem Geschehen folge, das an mir vorbei zieht, verschwindet bald die Sonne verschluckt von dicken Nebelschleiern. Der Zug scheint durch einen grauen Tunnel zu fahren. Während sich draußen die Welt von flachem Grün in felsige Bergwelt verwandelt.
Manchmal würde ich diese Momente in irgend einer Wiese festhalten können. Leider verblassen sie auch im Gedächtnis zu schnell. Man kann sie so auch nie teilen um anderen zu zeigen wie schön die Welt dort draußen ist. Und so versuche ich wenigstens so viel in mich auf zu saugen wie nur möglich.
Als der Zug schließlich das Ziel erreicht, lichtet sich der Nebel im Tal bereits. Nur vereinzelte Fäden aus schillerndem Grau trotzen der weiter steigenden Sonne, bis auch diese verblassen.

Daniel 2018

Der Weg zieht ein paar Meter vom Bahnhof in Lehrmoos gleich ordentlich an.
Führt an der Tuftlalm vorbei und gibt einen unglaublichen Ausblick auf Ehrwald und die Zugspitze frei. Doch für mich geht es weiter. Ich folge dem Wegweiser „Ups Daniel 2,5 Std“ weiter stetig bergan.

Daniel 2018
Erster Blick auf das Ziel. Links die Upsspitze, rechts der Daniel

Noch bietet der Nadelwald um mich herum genügend Schatten doch je höher ich komme, desto kleiner wird der Wuchs und bald schon ist die Baumgrenze erreicht.
Die Sonne knallt trotz der niedrigen Temperaturen erbarmungslos hinab. Allerdings macht der Aufstieg jetzt erst richtig Spaß. Geröll, dicke Felsen und ein Weg der sich oft etwas am steilen Abgrund entlang schlängelt ohne aber große Höhenangst zu verursachen.

Daniel 2018
Diese Steigung verfolgt einen beinahe die ganzen 1400 Höhenmeter…

Bald passiere ich ein Schotterfeld und da ist er – der Grat zum Gipfel! Zuvor schien es mir er wäre unerreichbar! So hoch und so weit, der Weg schier endlos durch die pralle Sonne. Doch jetzt geht es ganz schnell.
Die letzten Höhenmeter haben hier und da noch ein paar ausgesetzte Stellen, sind aber ohne Probleme zu bewältigen.

Daniel 2018
Wer gute Augen hat kann den Aufstiegsweg erkennen.

Am Gipfelkreuz tummeln sich doch einige andere Bergsteiger, doch die Aussicht ist grandios. Die Zugspitze baut sich wie eine riesige Wand vor einem auf. Man sieht die Seilbahnen und das Hotel, welches den Gipfel oben verunstaltet.
Der Rundumblick zeigt die ersten Schnee verzierten Gipfel. Im Westen kann man bis nach Füssen sehen.
Was für eine grandiose Welt sich hier auf tut!

Daniel 2018

Daniel 2018

Ein paar Dohlen kommen nahe heran gehüpft, es könnte ja was für sie herausspringen. Bald steigen sie wieder in die Lüfte und wirbeln akrobatisch um das Gipfelkreuz herum.
Lange bleibe ich dort oben sitzen. Es ist warm, es geht kaum Wind. Außerdem kann ich mich kaum satt sehen und glaube es immer noch nicht, dass ich es endlich wieder über zweitausend Meter (2340 m um genau zu sein) geschafft habe. Viel, viel, viel, viel zu lange ist das schon her.

Daniel 2018
Aussicht auf den Verbindungsgrat zur Upsspitze.

Daniel 2018

Der Weg bietet mir nun zwei Optionen ich kann weiter über den Grat in den Westen gehen und die Upsspitze mit nehmen, doch ich entscheide mich dagegen. Weiß wie mich der Rückweg schlauchen wird. Und so steige ich den gleichen Weg wieder ab.
Was eine gute Idee war. Als ich an der Alm ankomme merke ich bereits wie ausgelaugt ich bin. Mein Fuß (der im Sommer leider verletzt war) meldet sich wieder Phasenweise. Mein Kopf brummt und schmerzt vor sich hin. Zum Trinken zwinge ich mich, an Essen ist nicht zu denken.

Daniel 2018

Dort auf der Almwiese erlaube ich mir eine kurze Pause, ziehe die Schuhe aus und strecke alle Viere von mir. Über mir thront die Zugspitze, und ich frage mich, ob ich es dort hoch schaffen würde…

Daniel 2018

Eine kurze Rast und weiter geht es. Wie im Tunnel steige ich die letzten Höhenmeter ab und erreiche den Bahnhof mit zitternden Beinen.
Der Gipfel versteckt sich hier wieder hinter dem Wald. Aber ich weiß, dass er hoch ist.
Und das ich ihn geschafft habe…
Jahresziel erreicht – am letzten Septembertag. 🙂

Daniel 2018

Nach wandern kannst du die Tour hier. Allerdings ist das kein Sommerberg, da der Aufstieg nur am Südhang entlang geht.
Nimm aber auch im Herbst/Frühjahr vor allem genug zu Trinken mit! Ich habe meine 3 Liter am Anfang verflucht, aber am Schluss war beinahe nichts mehr übrig.
Als Anfänger würde ich allerdings eine andere Route wählen. Technisch gibt es nur ein paar Stellen die Trittsicherheit oder Schwindelfreiheit verlangen, doch die vielen Höhenmeter sind wirklich (!) nicht zu unterschätzen. Durch das Schotterfeld würde ich persönlich auch zu hohen Wanderschuhen raten. Aber das ist jedem selbst überlassen. 😉
Ich war auch heilfroh das ich Wanderstöcke mitgenommen habe. Die töten zwar die Streetcredibility komplett, aber Deine Knie danken es Dir später! 😉

Norges Største Infinity Pool

Stølhøa 2018

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich mir das mit der Midtsommernatt in Norwegen etwas anders vorgestellt.
Zuvor hatte ich an blühendes Heidekraut, leise vor sich hin köchelnden Tee auf dem Trangia, dazu ein frisches Kvikk Lunsj und vor allem Sonne vorgestellt. (Und überhaupt, dieses Midtsommer, das kann so anstrengend sein! Aber dazu lasse ich mich mal in einem anderen Eintrag aus – vielleicht. ;))
Nun ja… Tee hatte ich, dazu gab es Freia Schokolade. Die Sonne ließ sich nicht blicken.
Und so gab es statt der großen Fjelltour einen kleinen Tagesausflug. Vom Campingplatz aus auf den nächsten Berg der da halt so herum stand.
Immerhin hat es nicht geregnet, das kam erst abends, wo die Feuer ja eigentlich brennen sollten…

Stølhøa 2018

Der Weg führte erst etwas unspektakulär zwischen Ferienhäusern hindurch. Bald hatten wir diese hinter uns gelassen und folgten einem schönen Wanderpfad immer bergan entlang an Birkenwäldchen, gurgelnden Bächen und ab und zu trafen wir auf ein paar neugierige Lämmer.

Stølhøa 2018

Je höher wir kamen desto spärlicher wurde die Vegetation. Schließlich gab es nur noch ein paar Zwerg-Birken, die sich im Windschatten großer Felsen nah an den Boden drücken. Nur sehr wiederständige Pflanzen können hier oben überleben. Moos, Flechten, Beeren und eben Heidekraut.

Stølhøa 2018
Hier zu sehen Preiselbeere (mitte) und drum herum Krähenbeere.

Trostlos scheint es hier oben zu sein und dennoch tauchen die vielen Flechten den Berg in kunterbunte Farben.
Der Gipfel wartet dort wie gewohnt aus schroffem grauen Gestein. Die Aussicht geht weit hinab nach Oppdal, Trollheim (!) und weit hinein ins Dovrefjell. Die hohen, zum Teil verschneiten, Berge liegen wie Wellen am Horizont.

Stølhøa 2018

Stølhøa 2018Die Aussicht war zwar besser als jener Tage in Schottland, als der Pep of Glencoe bewandert wurde, dennoch gab es ein kleines Déjà vu in Form von gefiederten Beobachtern.

Stølhøa 2018

Herr und Frau Rype gaben sich die Ehre uns den halben Tag unauffällig auffällig zu beschatten.

Stølhøa 2018Bald erspähten wir etwas unterhalb des Gipfels einen See, den wir sogleich näher in Augenschein nehmen wollten. Schön lag er da. Je nach Blickwinkel schien es, als habe der See keine Begrenzung und mündete direkt im wolkenverhangenen Weite.

Stølhøa 2018

Stølhøa 2018

Sonderlich leise war es an diesem Ort jedoch nicht. Während sich Familie Schaf wie gewohnt nur durch das Glockengeläut bemerkbar machte, stritten sich Familie Fjellmöwe und Rype lauthals.

Stølhøa 2018

Als dann auch noch ein Küken der Möwen vom Berg hinab zum See watscheln wollte, brach ein kleiner Krieg aus. Der nach einiger Zeit auch uns traf. Die Möwen flogen etliche Scheinangriffe auf uns. Mit lautem Kreischen und rauschenden Flügeln stießen sie hinab, so nahe das die Federn beinahe unser Haar streiften. Erst als wir uns etwas weiter abseits nieder gelassen hatten gaben sie etwas Ruhe.

Stølhøa 2018Wie lange wir dort oben waren kann ich im Nachhinein nicht sagen. Irgendwann haben uns die immer düsterer werdenden Wolken zum Rückweg gezwungen. Wieder über die schroffen Felsen, hinab über weiches Heidekraut und Flechten.

Stølhøa 2018

Durch den Birkenwald deren Stämme sich vom Wind und Schnee sichtlich verformt hatten. Vorbei am plätschernden eiskalten Bächlein. Hinab in die Zivilisation, welche uns mit all den leer stehenden Skihütten begrüßte.

Stølhøa 2018

Takk skal du ha, Stølhøa.

Stølhøa 2018Eine wunderschöne Tour die noch beliebig weiter geführt werden kann. So ist sie gut Nachmittags füllend und Aussichtsreich. Die (norwegische) Tourenbeschreibung findest Du hier.

Jung Und Wild

Gleirschklamm 2018

Die Sonne scheint bereits und der Asphalt um mich herum scheint beinahe zu glühen, als ich morgens aus dem Bus in Scharnitz steige.
Hätte ich nicht wie jeder normale Mensch einfach an den See gehen können?!
Nein.
Hätte ich nicht.
Es treibt mich raus, muss Fels und frische Luft um mich haben. Vielleicht ein bisschen rauschendes Wasser, etwas kühles…
Ja, der Norwegen Besuch hängt lange nach.

Gleirschklamm
Unweit des Weges befindet sich ein Wasserfall der einen Abstecher lohnt.

So führt mich der Weg schnell entlang der eisblauen Isar hinein in die Schlucht mit dem schwer auszusprechenden Namen – Gleirschklamm. Umgeben von den eindrucksvollen Gipfeln des Karwendel schlängelt sich die noch junge Isar dahin. Noch ganz unscheinbar. Doch das soll sich bald ändern.

Gleirschklamm 2018

Gleirschklamm

Während ich noch sanft bergan etwas entfernt vom Wasser gehe, wird es schon wesentlich kühler!
Und so fällt der Blick immer wieder auf das, was dort unten liegt.

Bald habe ich den Eingang der Schlucht erreicht. Rauschend bahnt sich dieses kristallblaue Wasser seinen Weg zwischen den hohen Felswänden hindurch. Der Weg ist mal breiter mal schmal, hier und da führt er über Holzbrücken.

Gleirschklamm 2018

Gleirschklamm 2018

Was mir bald auffällt – ich bin allein. Völlig allein!
Niemand außer mir scheint es hier hin zu verschlagen – war doch zuvor noch so viel los auf dem Wanderparkplatz.

Gleirschklamm 2018

An solchen Orten liebe ich es einfach zu lauschen. Sich vom Ort „verschlucken“ zu lassen. Den kalten zum Teil feuchten Fels zu berühren. Kühle Luft zu atmen. Hier und da stehen bleiben und einfach nur sein. Und jetzt da keine Menschenseele da ist, habe ich alle Zeit der Welt stehen zu bleiben. Ohne Gedränge, ohne Hast…

Bald treffen mich ein paar Regentropfen und ich reiße mich von diesem Ort los. Trete den Rückweg an. Hier treffe ich wieder viele Menschen und auch ein paar Kajak Fahrer sind unterwegs.

In Scharnitz empfängt mich die Hitze des Asphalts, blauer Himmel und Sonnenschein. Ach, wäre mir die Regenwolke nur bis hier hin gefolgt!

Eine schöne Tour auch für Einsteiger gut zu bewältigen. Der Rückweg sollte noch etwas ausgefeilt werden, sonst geht man oberhalb der Klamm knapp eine Stunde nur über Forstwege in der prallen Sonne.
Ich würde empfehlen entweder den Hochwaldweg zu gehen oder – nachdem man dem Forstweg etwas gefolgt ist – dem Wegweiser zurück zur Klamm zu folgen.
Oder man nimmt sein Mountainbike mit und fährt den Forstweg hoch und wieder runter.
Wer im Juli geht, hat auch das Glück, dass die Blaubeeren reif sind. Nur so als kleiner Tipp am Rande. 😉

Sommer, Sonne, Sonnenschein…

Während die Wäsche draußen in den letzten Sonnenstrahlen des Abends trocknet, sitze ich in Gedanken auf dem Balkon und tippe diesen Eintrag…
Am Balkon arbeiten wir noch. 😉
Bestimmt ahnt der ein oder andere Leser schon, was jetzt kommt.
Richtig, die Blaubeerzeit ist im vollen Gange! Juhu! (Zumindest im Supermarktregal… ^^°)
Nachdem ich sie in Norwegen trauriger Weise schon verpasst habe! :´(
Hier also ein Rezept für den Sommersalat des Jahres!

Berry, Chickpea, Feta Salad with Honey Balsamic Vinaigrette
Gesehen auf www.reciperunner.com

Zutaten:
Vinaigrette
2 EL Balsamico Essig
1 EL Dijon Senf
1 EL Honig (flüssig)
1 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer zum Abschmecken

Salat
2 Handvoll Salat
1 Packung Blaubeeren
100 g Kichererbsen (Gewicht getrocknete Kichererbsen – einweichen!)
¼ Packung Feta
eine Hand voll geröstete Sonnenblumenkerne

Die Bestandteile der Vinaigrette alle zusammen in ein verschließbares Glas geben und kräftig durchschütteln.

Sonnenblumenkerne in eine Pfanne ohne Öl geben und so lange rösten bis es etwas anfängt zu riechen.

Währenddessen den Salat und die Blaubeeren waschen, Kichererbsen abtropfen lassen.

Den Feta in kleine Stücke schneiden.
Alles auf einem Teller drapieren und Vinaigrette darüber träufeln.

Omnomnom!²


Im Originalrezept ist auf englisch mit amerikanischen Mengenangaben. Könnte man jetzt umrechnen. Muss man aber nicht. Daher habe ich meine Angaben (die immer so Pi*Daumen sind) übernommen. Außerdem waren darin noch Erdbeeren für den Salat vorgeschlagen. Die Erdbeersaison ist vorbei, daher habe ich sie weg gelassen.

Sooo lecker! So schnell und einfach gezaubert.
Wird sicher in nicht all zu ferner Zukunft noch sehr oft gemacht. 🙂

En Liten Kjærlighetsbrev

Kjære Snøhetta,
wir kennen uns schon eine ganze Weile. Du und ich.
Das erste Mal dürften wir uns vor vielleicht dreiundzwanzig Jahren begegnet sein. Vielleicht bist du mir damals gar nicht aufgefallen, ich dir wahrscheinlich auch nicht. War ich doch ein kleiner Punkt irgendwo da unten.

Hier der Blick auf das Tal, in dem ich vor vielen Jahren unterwegs gewesen bin…

Näher kennen gelernt haben wir uns vor knapp acht Jahren. Als ich zu deinen Füßen eine Nacht verbringen durfte. Dort wo wir das Zelt im Feenland aufgestellt haben. Diesem unwirklich schimmernden kitschigem Platz in Mitten dieser kargen Rauheit.

… weiter links im Tal befindet sich die Reinheim Hytte in deren Nähe ich damals gezeltet habe

Und ja, du bist ein unfassbar hübscher, starker, wilder, rauer Berg. Hast mich damals auf die Knie gezwungen, mich reumütig zurück kehren lassen. Du trägst Schuld, dass ich ein paar Monate später die ersten Laufschuhe meines Lebens gekauft habe!
Trotz deinem barschen Verhalten mir gegenüber wusste ich, dass uns irgendwas verbindet.

Acht Jahre hat es gedauert, bis ich mich wieder bei dir blicken ließ. Kein Wunder, dass du mir zuerst wütend jedes Wetter entgegen geschleudert hast, dass du aufzubieten hattest. Mich mit Orkanböen, Schnee, Eis und Frost ins Tal zurück gescheucht hast.
Und ich war dickköpfig genug wieder zurück zu kehren, als dir die Puste ausgegangen ist.

Auch dieses Mal haben wir ein bisschen miteinander gerungen. Schritt für Schritt habe ich mich ein bisschen an dich heran geschlichen. Schließlich haben wir uns doch etwas besser anfreunden können.

Jeder große Steinblock der da zwischen uns lag wurde beklettert und überwunden.
Mal zeigtest du dich verzaubert im strahlenden Glanz, mal bedrohlich durch düsteren schroffen Fels.

Wie versteinerte Trolle thronen deine vier Gipfel dort über mir. Umgeben von einem Mantel aus gleißend hellem Schnee. Als hätten sie in ihrer Not versucht sich vor der Sonne zu verstecken, die sie letztendlich zu Stein werden ließ.

Ja, ich gebe zu, du warst auch dieses Mal wieder die Stärkere von uns beiden. Dennoch freue ich mich auf ein Wiedersehen – das wird auch nicht mehr so viele Jahre dauern.
Das verspreche ich dir! 🙂

Ha det bra, mitt kjære fjell.
Vi ses snart!

Hilsen,
Trollviech

Die (norwegische) Tourenbeschreibung findest du hier.
Eine wunderschöne Tagestour, die auch mit einer Hüttenwanderung zur Reinheim Hytte oder Snøheim Hytte verbunden werden kann.
Bei der Busfahrt von Hjerkinn Stasjon nach Snøheim ist die Sichtung von Moschusochsen (meistens) garantiert. 😉

Kurze Pause

Bevor es hier mit all den kleinen Abenteuern weiter geht, die darauf warten verblogt zu werden, ist es mal wieder Zeit ein kleines fixes Rezept zwischen zu schieben.
Auf der Suche nach Futter das Kohlenhydrate und Proteine enthält, bin ich schließlich auf eine schnelle Linsensauce gestoßen die sich sehr gut zu Pasta aller Art sehen lässt.
Macht satt und ist vor allem nach dem Sport die perfekte Art seinen Bedarf an Kohlenhydraten und Eiweiß zu decken. Schmeckt dabei auch noch viel besser als diese unsäglich ekeligen Proteinriegel.
Lässt sich auch einfach veganisiseren – sollte Dir das wichtig sein.

Darf ich vorstellen?

Nudeln mit Linsen-Zitronen-Sauce
gesehen auf diversen Blogs und Chefkoch

Zutaten:
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Butter oder Margarine
50g rote Linsen
150 ml Gemüsebrühe
150 ml Saucenrahm/Sahne/Sojasahne
Petersilie
Zitrone (Saft und Schalenabrieb)
Salz und Pfeffer

Zwiebel und Knoblauch in der Butter glasig dünsten.
Linsen, Gemüsebrühe und Rahm beifügen, auf mittlerer Hitze 10 bis 12 Minuten kochen lassen, bis die Linsen noch leicht bissfest sind.
Anschließend die Sauce mit Zitronensaft und -schale, Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu eigenen sich Nudeln aller Art.

Und weil Linsengerichte generell nie so wirklich schön dar zu stellen sind, hier ein paar Fotos vom letzten Besuch bei den netten Tirolern. 😉
Eintrag dazu folgt – hoffe ich… 😉

Lopeshymne

Island 2016

Lange hat es gedauert bis ich endlich diesen Eintrag schreiben konnte.
Ein ganz Besonderer sollte es werden, für ein ganz besonderes Projekt.
Alles begann vor zwei Jahren, als ich endlich meinen Lebenstraum erfüllt und Island besucht habe. Die Erwartungen waren hoch und wurden um so vielfach mehr übertroffen.
Schon bereits der erste Schritt auf den kargen Boden des Flughafens fühlte sich an wie nach hause kommen. Es war mehr als das – eher ein Weckruf.
Da war es wieder, das Trollviech das es eigentlich mal gewesen ist – bevor das Leben sie überrannte und sie sich irgendwo zwischen Unsicherheit, Suchen und sinnlosem Warten verloren hatte.

Island 2016

Vielleicht habe ich mir gerade deswegen sehr schwer getan dieses Projekt zu beginnen. Erst ein Jahr später sollte es so weit sein. Und dann ging es alles ganz schnell.
Im November war er dann schon fertig: Der Lopapeysa – der Islandpulli.
Das beste Souvenir das ich mir je selbst mitgebracht und erarbeitet habe!
Ursprünglich wollte ich nur Farben nehmen die natürlich an Schafen vorkommen. Da gibt es ja so viele Variationen! Von weiß bis grau, von braun zu schwarz, gescheckt, unifarben.
Und dann kam Þakgil!

Island 2016

Island 2016Schwarze Lavaformationen stechen hervor, überdeckt von grünem Moos und Flechten. Umhüllt von einem dichten Mantel aus Regenschleiern, Nebel und Wolken. Und überall die eisigen Gletscher. Genau das war es!
So wurde der Lopi zu dem was er nun ist…

Schottland 2018

Schottland 2018

Nicht nur die Herstellung und Herkunft war etwas besonderes. Als der Plan kam nach Schottland zu fahren, war klar – dort gibt es die „Erstbetragung“.
Bei ein paar Wanderungen über Ben und Glen konnte er dann seine ganze Funktonalität zeigen. Zugegeben, er hat am Anfang etwas gekratzt. Daran habe ich mich aber schnell gewöhnt und ein Shirt drunter gezogen. Er hält Wind und auch kurze Regenschauer ab – riecht aber danach ein paar Stunden nach nassem Schaf. 😉

Schottland 2018Waschen muss man ihn nicht, einfach über Nacht lüften reicht vollkommen aus. Durch die breiten Maschen kommt genug Luft an die Haut, das man so gut wie nicht schwitzt. Und sollte man es dann doch einmal, dann nimmt die Wolle den Geruch nicht an. Zauberei?
Nö, Wolle hat die Eigenschaft sich im gewissen Maß selbst zu reinigen. Und wenn dann doch mal ein Klecks drauf sein sollte, kann man mit Lappen und kaltem Wasser einzelne Flecken weg bekommen.
Mittlerweile hat er mir auch schon bei Orkanböen, Eisregen und klirrendem Frost im norwegischen Fjell beigestanden. Zuverlässig hat er mich warm und trocken gehalten. Takk fyrir!

Norwegen 2018

Was soll ich abschließend sagen? Nie wieder Fleecejacken!
Lopi: große Liebe, große Freiheit! Ich bin gespannt wie viele Abenteuer wir zusammen erleben werden! <3

Island 2016

Schnitt: Afmæli von Lopidesign, in diesem Falle den Blue adult sweater in Größe M.
Wolle: Létt-Lopi in Moosgrün, Naturschwarz und Naturgrau.
Die Mengenangabe der Wolle war sehr großzügig bemessen, bei mir ist jede Menge übrig geblieben, vor allem von grau und grün.
Fazit: Schön schnell zu stricken (einen Monat habe ich gebraucht). Guter Mix aus supiden Runden, Abnahmen und Muster in mehreren Farben. Keine Maschenprobe gemacht, Ärmel etwas verlängert.
Gerne hätte ich noch einen Strickjacke aus dieser Wolle… Fährt demnächst jemand nach Island? 😉

Klein

Mein Pfad ging stetig bergan hinauf zum Gipfel des Beinn Dubhain, jener Gipfel der sich direkt hinter dem Cottage auftat. Stetig den Schafswegen folgend, ab und an ausbrechend um durch die trockenen Heidesträucher schneller an Höhenmetern zu gewinnen.
Ein paar Schauer huschten vorbei, um bald darauf wieder durch strahlend blauen Himmel und Sonnenschein abgelöst zu werden.

Am ersten Ziel angekommen bot sich ein unglaublicher Ausblick. Man konnte durch das gesamte Tal sehen, bis hin zum Meer. Die dunklen Regenwolken und die Sonne zauberten zusammen Regenbögen in die atemberaubende Kulisse.

Der Wind riss einem an der Kleidung und wehte einen beinahe um. Drehte man sich mit dem Gesicht gegen den Wind, nahm er einen schier den Atem. Dennoch hätte ich dort ewig verweilen können.
Doch der Weg ging weiter. Nach kurzer Zeit erreichte ich den nächsten kleinen Gipfel, auch hier Wind und Regenbogen. Dies sollte mich den ganzen Weg auf jedem Gipfel begleiten.
Nachdem ich hintereinander drei Gipfel mitgenommen hatte ging es hinab in ein Tal.

Fotos werden der endlosen Weite einfach nicht würdig.

Noch nie in meinem Leben habe ich mich von so viel Weite, Offenheit und Größe schier erdrückt gefühlt! Ein seltsames Gefühl, aber kein schlechtes.
Und dann standen sie dort!
Auf der anderen Seite des Tals graste eine Herde Hirsche.

Da ich mit dem Wind lief, witterten sie mich und starrten mich erschreckt an. Die Wolken, welche zuvor noch die Sonne verdeckt hatten, ließen nun ein paar Strahlen durch. Sie schien genau auf die Herde, die sich bald schnell in Bewegung setzte und in der Weite verschwand.
Das war er wieder, der Moment in dem man vor Glück schier platzen möchte, weil Dinge zu schön sind…

Schnellen Schrittes ging ich bergab, blieb aber immer öfter stehen nur um zu sehen.
Weiter ging es hinab in eine kleine Schlucht, die schnell hinter mir lag und mich wieder in die weite Ebene entließ.

Der Blick zurück zum „kleinen Ben“. Zuvor musste ich die kleine Schlucht durchqueren, welche sich auf dem Bild gut versteckt. 😉

Schließlich galt es einen kleinen Bach zu überqueren um auf der anderen Seite des Tals wieder bergan zu gehen. Vorbei an knorrigen alten Bäumen und plätscherndem Wasser ging es wieder der kargen baumlosen Höhe entgegen.
An einem kleinen See ließ ich mich nieder und machte eine kurze Rast. Es ist schwer zu beschreiben was in den letzten Stunden und Minuten innerlich alles passiert ist.
Man schrumpft und wächst zugleich. Lernt – unweigerlich seinen eigenen Gedanken und Ängsten ausgesetzt – mit sich selbst aus zu kommen. Der eigenen Schuld, Einsamkeit, Orientierung und Freude fest ins Auge zu sehen. Sie zu ertragen und akzeptieren lernen.

Und dann war das Ziel auch schon in Sichtweite.
Das war sie wohl, meine erste Wanderung allein, ohne markierte Wege.
Vielen Dank Schottland, für diesen schönen Abschiedsgruß! 🙂

Talk Like A Pirate Day

An jenem Tag, als es uns weiter gen Norden zog, mussten wir früh aufstehen. In schönster Morgensonne fuhren wir immer an der Küste entlang. An unserer Seite immer ein schillerndes Meer.
Unser Weg führte uns nach John o’Groats um von dort aus mit der Fähre nach St. Magrets Hope überzusetzen.
Das Wetter war recht windig und so konnte man den Wellengang gut spüren. Der Wind kühlte schnell die Finger aus, wenn man sich zu lang an der Reling festhielt. Auch die Sonne hatte sich mitlerweile hinter einen dicken Wolkenschicht versteckt.
Wir schipperten vorbei an einer kleineren Insel mit Leuchtturm, verlassenen Häusern und verfallenen Bunkern.

In St. Magrets Hope angekommen fuhren wir ein bisschen auf den Inseln herum. Aßen in einem kleinen Puppenstuben ähnlichen Tea Room Scones und kamen schließlich an das eigentliche Highlight der Reise. Es wartete die kleine Insel Brough of Brisay auf uns.

Diese konnte man bei Ebbe über einen kleinen Steg zu Fuß erreichen.
Als wir dort ankamen, war die Ebbe zwar im vollen Gange, aber wir konnten noch nicht trockenen Fußes hinüber und das Wasser war so verdammt kalt!

Auf dem Rückweg war der Steg komplett frei.

Schließlich bissen nach und nach alle drei die Zähne zusammen und wateten hinüber ans andere Ufer.

Unser Weg führte eine kleine Anhöhe hinauf, um eine atemberaubende Aussicht auf das kristallklare und karibisch blaue Wasser zu bekommen!

Wenn ich groß bin, zieh ich genau dort ein! 😉

Wir fanden auch viele Puffin-Wohnungen oberhalb der steilen Klippen, aber diese waren leider noch nicht aus dem Winterurlaub zurück gekehrt. Sehr schade…
In der Zwischenzeit hatten sich die Wolken gelichtet. So konnten wir in der Sonne sitzen, Cookies futtern und dabei Aussicht und Meeresrauschen genießen. Umgeben von Wind, Möwengekreisch und dem salzigen Geruch der See. Ich hätte ewig dort sitzen können!

Leider wartete die Fähre nicht auf uns und so mussten wir wohl oder übel unseren Rückweg antreten.
Diese Fähre brachte uns von Stromness nach Scrabster.
Vorbei an atemberaubenden Felsformationen und dem Old Man of Hoy. Wie eine Säule ragt dieser Felszahn aus dem Meer empor. Durch die sanfte Abendsonne wurde er in ein weiches Rotbraun getaucht.

Eben noch sanft im hellen Licht, schoben sich bald Wolken davor die Sonne und der Fels wirkte grau, abweisend und kalt.

Diese Insel bot vom Wasser aus einen sehr eindrucksvollen Anblick.
Um ehrlich zu sein hatte sich bei mir ziemlich schnell eine kleine Idee fest gesetzt.
Aber davon erzähle ich Dir ein anderes Mal – vielleicht, wenn es so weit ist. 😉

Schön war es mir euch, liebe Orkneys. Ich habe so das dumpfe Gefühl, dass wir uns eines Tages wieder sehen werden. 🙂

Strandtag

Für einen Tag hatten wir uns eine kleine Strandwanderung vorgenommen.
Leider ließ uns genau bei diesem Ausflug die Sonne etwas im Stich.
Nur ein paar Tage zuvor hatten wir die Küste bei strahlendem Sonnenschein bestaunen dürfen. Das Wasser war glasklar und wunderbar blau gewesen! Der Stechginster an den Hügeln blendete einen beinahe schon mit seinen knallgelben Blüten.

Unser Weg führte zuerst nach Golspie, dort wurde das Auto am Bahnhof geparkt und dann eine Station mit dem Bummelzug zurück gelegt. Immer schön an der Küste und an diversen Schaf- und Kuhherden entlang.
Von Brora ging es dann, immer an der Küste folgend, zurück nach Golspie.
Der Strand war vorwiegend Kies und Stein und hatte etliche Sehenswürdigkeiten, die den Weg sehr kurzweilig erscheinen ließen. (Immerhin waren es knapp 10 km von Bahnhof zu Bahnhof)
Zuerst waren da zwei Delphine, die ganz nah an unserem Strand vorbei schwammen. Und dann wurden wir die Hälfte des Weges von einer Robbe bespitzelt. Wobei uns die Frage aufkam, wer begafft hier eigentlich wen? 😉

Bald kamen wir an einen Wasserfall vorbei. Ich liebe Wasserfälle! Und wann hat man das schon? Ein Wasserfall am Strand?!
Und unweit des Wasserfalls waren ziemlich gute griffige Felsen an denen man ein paar Meter hoch klettern konnte. Yes! Also konnte das Trollviech ein bissl kraxeln, die anderen Robben stalken und alle waren glücklich. 😉

Kurz vor unserem Ziel kamen wir auch noch an Dunrobin Castle vorbei, dieses gehört dem werten Duke of Sutherland. Jener hat das Recht auf Handzeichen in jedem Zug auf dieser Strecke (der natürlich direkt an seinem Häuschen vorbei kommt) kostenlos mit zu fahren.

An dem Strand wurden wir allerdings auch etwas an die unschönen Seiten der Natur erinnert. Gestartet sind wir mit etlichen toten Kormoranen, vorbei an einem halb verwesten Thümmler, lauter angeschwemmten Knochen und anderen unschönen Dingen.
Aber das ist (reale) Natur ohne Instagram-Filter.

Das Stück das wir gelaufen sind ist übrigens Teil eines des John o’Groats Trail, welcher entlang der östlichen Küste Schottlands verläuft.
Wir haben auch einen eifrigen Wanderer getroffen der den größten Teil des Wegs bereits gegangen ist. Hut ab!