Zwei von Vier

Riga 2017

Letztes Jahr gab es Likör, das Jahr davor Sirup. Ein Rezept das ich hier ebenfalls noch nicht verbloggt habe.
Eignet sich super auch als kleines Last-Minute-Geschenk.
Bei ein paar Leuten kam es super gut an, bei anderen ist es etwas auf Verwirrung gestoßen. Was macht man denn mit so einem Chai-Sirup?!
Ganz lecker schmeckt er über Vanilleeis, oder statt Zucker in den normalen Schwarztee. Aber mein Favorit ist einen guten Schuss davon einfach in heißte (aufgeschäumte) Milch geben. Schmeckt dann wie ‚richtiger Chai‘, welcher in Nepal eigentlich mit Yak-Milch statt Wasser aufgekocht wird.
Hier nehmen wir weniger Yak-Milch, ist etwas schwer zu bekommen momentan. 😉

Chai Sirup 2014

Chai-Sirup
(aus Schot & Korn 12/2014)

Zutaten:
10 g Ingwer
6 Kapseln Kardamom
1 TL schwarzer Pfeffer
1 Vanilleschote
3 Zimtstangen
4 Nelken
250 g Zucker
3 Beutel schwarzer Tee

Ingwer schälen und in dünne Scheiben schneiden. Kardamom mit Pfeffer in einem Mörser leicht zerdrücken, sodass sich die Kapseln öffnen. Vanilleschote aufschlitzen und das Mark herauskratzen.

Kardamom, Pfeffer, Zimtstangen und Nelken in einen Topf geben. Unter Rühren leicht rösten, bis die Gewürze zu duften beginnen.

500 ml Wasser, Ingwer, Vanillemark und -schote und Zucker zugeben. Aufkochen lassen. Teebeutel zugeben und 10 Minuten mild köcheln lassen. Tee nach 5 Minuten herausnehmen. Gewürzsud 30 Minuten ziehen lassen.

Durch ein feines Sieb gießen, die Flüssigkeit auf 250 ml einkochen lassen. Heiß in eine saubere Flasche füllen und auskühlen lassen.

Chai-Siurp 2014

Eins von Vier

Alpenbrot 2017
Diesjähriger „Adventskranz“

Auf der Suche nach neuen Plätzchen-Rezepten bin ich an diversen Orten über Alpenbrot gestoßen.
Hm… Im Namen stecken Berge drin. Wen wundert es da, dass ich es sofort nach backen musste?
Richtig, niemanden!

Alpenbrot 2017

Wenn man mal davon absieht, dass der Teig eine ganze Generation triggern wird…
Hat Spaß gemacht die Leute danach etwas zögerlich in die Plätzchen beißen zu sehen.
Aber alle waren sich einig, sie schmecken super!
Also nur Mut, lass Dich von Äußerlichkeiten nicht abschrecken.

Hier nun also ein leichtes Rezept für Dich zum 1. Advent.

Alpenbrot 2017

Alpenbrot
(von Chefkoch)

Zutaten:
500 g Mehl
250 g weiche Butter
250 g Rohrohrzucker
2 Eier (Gr. M)
30 g Kakao
1/2 EL Zimtpulver
1/4 TL gemahlene Nelken
1/4 TL gemahlener grüner Kardamom
1/4 TL geriebene Muskatnus
1/2 TL Salz

30 g Puderzucker
2-3 EL Zitronensaft

Ofen auf 180°C vorheizen.
Die Zutaten für den Teig mit einer Küchenmaschine verkneten.
Teig in 6 Teile teilen und auf Backpapier belegtes Blech legen.
Anschließend bei 10 – 15 Minuten und 180 °C backen.
In der Zwischenzeit die Zutaten für den Guss mit einer Gabel verrühren.
Er sollte nicht zu flüssig sein, damit er später eine ganz dünne Schicht ergibt.
Rollen sofort nach dem Backen mit dem Guss bestreichen und etwas abkühlen lassen.
Noch warm in schräge Scheiben schneiden und auf dem Blech komplett auskühlen lassen.
In einer gut schließenden Dose aufbewahren.

Alpenbrot 2017

Alpenbrot 2017

Startschuss

Weihnachten mit großen Schritten an. Und bringt auch noch Schnee mit! Ich bin entzückt! So sollte das sein.
Zeit um sich mit vielen schönen Dingen zu beschäftigen.
Wo andere nur die Augen verdrehen und stöhnen, da blühe ich richtig auf. Endlich Plätzchen backen, es sich in der Wohnung gemütlich machen, Spielenachmittage, viel zu viel heißen Tee und Weihnachtsmärkte/Tollwood!
Und während man sonst nur lethargisch auf der Couch sitzen würde, gibt es immer nebenher etwas, womit man seine Hände beschäftigen kann. Strick- und Nähprojekte – um große und kleine Geschenke zu basteln.
Diese Freude möchte ich gerne weiter tragen und es gibt genug Leute denen man so eine kleine Nettigkeit zu kommen lassen möchte.
Daher hat es sich die vorherigen Jahre eingebürgert einen Likör an zu setzen.
Letztes Jahr gab es einen unglaublich leckeren Mandarinen-Likör.
Dieses Rezept möchte ich Dir nicht vor enthalten. Und jetzt ist noch genug Zeit ihn an zu setzen, damit er kurz vor Weihnachten fertig wird.

Mandarinen Likör 2016

Mandarinen-Vanille-Likör

Zutaten:
750 g Mandarinen (ungeschält)
700 ml Wodka
500g Rohrohrzucker
1 Vanilleschote

Den Zucker in ein großes (gut verschließbares) Gefäß geben.
Mandarinen schälen und Stücke in der Hälfte durchschneiden. Diese zu dem Zucker in das Glas geben.
Vanilleschote einritzen und ebenfalls in das Glas geben.
Mit Wodka auffüllen, verschließen und gut schütteln.
Den Ansatz ca. vier Wochen stehen lassen und täglich kräftig durchschütteln.
Danach durch ein sauberes Tuch abgießen und in ausgekochte Flaschen füllen.
Anschließend: Freude an liebe Leute verschenken! 🙂

Tipp: wer mag kann aus den übrig gebliebenen Mandarinenstücken noch Marmelade einkochen. Diese wird sehr schnapsig, also vorsicht! 😉

Mandarinenlikör 2016

Leider weiß ich nicht mehr woher ich das ursprüngliche Rezept habe.
Falls du – liebe/r Erfinder/in – dein Rezept hier wieder finden solltest, bitte lass doch einen kurzen Kommentar mit Link da. 🙂

Lauter Gute Sachen

Blaubeeren-Zitronen-Kuchen

Was für andere Erdbeeren sind, das sind für mich Blaubeeren: der Inbegriff von Sommer.
Urlaubsmomente, Sonnenschein, glückliche Stunden im Wald. Um danach blaue Zähne und blaue Flecken auf den Klamotten zu haben.
Erinnerungen an warmen, weichen, mit Kiefernnadeln bedeckten Waldboden – und riesige Ameisenhügel. An sonnig, nasswindige isländische Ebenen mit Myriaden an Blaubeeren und Regenbögen. Ein Festmahl. Urlaub, Glück, Jetzt, Gestern, Damals, Kindheit… Vielleicht der Inbegriff von Freiheit?
Es ist schwer zu beschreiben.

Heidelbeer-Zitronen-Kuchen

Und dann taucht da auf einmal dieses Rezept auf, irgendwann war es einfach da und ließ nicht locker. Jetzt – da dieser schöne Sommer letztendlich doch vorbei ist – muss ich noch einmal das Gefühl von Sommer her hohlen.
Und bevor die Weihnachtsplätzchen Zeit los geht, hier noch mal ein sonniges Rezept für Dich. 🙂

Blaubeeren-Zitronen-Kuchen

Blaubeeren-Zitronen-Frischkäse-Kuchen
(nach Finde, Fresh & Food)

Zutaten:
150g Mehl
1TL Backpulver
1 Prise Salz
130g weiche Butter + etwas zum Einfetten
175g Frischkäse
125g Zucker
2 Eier
1 Packung Vanillezucker
1 EL abgeriebene Bio-Zitronenschale
100g Blaubeeren
3 EL weiche Butter
150g Puderzucker

Backofen auf 175°C (Umluft) vorheizen. Eine Kastenform (20x11cm) mit etwas Butter einfetten und mit Backpapier auslegen.

In einer mittelgroßen Schüssel Mehl, Backpulver und eine Prise Salz vermischen.

In einer Rührschüssel 100g Frischkäse, 100g weiche Butter, 125g Zucker und Vanillezucker mit einem Handrührgerät schaumig schlagen. Die Eier nacheinander hinzugeben und jedes einzeln gut unterrühren. Zum Schluss die Zitronenschale unterrühren.

Die Mehl-Mischung über die Butter-Frischkäse-Masse geben und mit einem Spatel vorsichtig unterheben bis eine homogene Masse entstanden ist. Anschließend vorsichtig 75g Blaubeeren unterheben.

Den Teig in die vorbereitete Kuchenform geben und gleichmäßig verteilen. Die Form in den vorgeheizten Ofen geben und für 60 Minuten backen. Den Kuchen anschließend aus dem Ofen nehmen, 30 Minuten abkühlen lassen und dann aus der Form nehmen und weiter abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit 30g weiche Butter und 75g Frischkäse mit dem Handrührgerät cremig schlagen. Den Puderzucker hinzugeben und gründlich unterschlagen bis eine glatte Masse entstanden ist. Die Masse mit einem Spatel auf der Oberfläche des Kuchens verteilen und die restlichen Blaubeeren darüber streuen. Den Kuchen in den Kühlschrank stellen bis der Überzug erhärtet ist und dann servieren.

Heidelbeer-Zitronen-Kuchen

Cold As Ice

Hinteres Sonnwendjoch 2017

Neulich waren wir mal bei den Nachbarn drüben. Die haben es ja so schön, diese Österreicher!
Der Weg führte uns nach Tirol hinauf auf das Hintere Sonnwendjoch.

Hinteres Sonnwendjoch 2017

Am Morgen vor dem Losfahren hieß es noch auf allen Wetter-APPs das es bis Mittag aufklaren und die Sonne bei muckeligen 12°C scheinen sollte. Als wir dann im Auto saßen, waren die APPs auf einmal anderer Meinung. Aufklaren? Ja, schon, aber nur für 10 Minuten und auch erst wenn die Sonne unter geht. Oder so ähnlich. Und so lange knallt uns der Wettergott Wind und Wetter entgegen.

Hinteres Sonnwendjoch 2017

Egal. Wir lassen uns von so ein bissl Nieselregen und Wind nicht abschrecken. Und so ging es über die Grenze hinauf zur Ackernalm. Dort empfing uns sogleich ein böiger, schneidender Wind. Gut das wir vorsorglich Handschuhe und Mützen eingepackt hatten.
Schon von hier sahen wir die weiße schöne Decke die sich über all den tollen Gipfeln gebildet hatte. Und außer uns war keine Menschenseele unterwegs, als wir den Weg hinauf gehen.

Hinteres Sonnwendjoch 2017

Der Schnee rückt immer näher und bald knirscht und knarzt es unter jedem Schritt. Wie ich das liebe!
Als der Forstweg zum Pfad wird, kämpfen wir uns teilweise über vereiste Stellen und Knöchel hohen Matsch. Bergsteigen ist manchmal eine dreckige Angelegenheit.
Leider nicht nur das. Bald wird der Matsch zu vereisten Matsch und der Weg so glatt und ungehbar, das man ohne Spikes nicht weiter kommt. Also beschließen wir diese Aktion ab zu brechen. Wir schlittern einen Teil des Weges wieder bergab und suchen uns ein Windgeschütztes Fleckchen an einer geschlossenen Alm und machen eine etwas längere Mittagspause.

Hinteres Sonnwendjoch 2017

Hinteres Sonnwendjoch 2017

Merke: Bei der nächsten Tour unbedingt heißen Tee statt Wasser ein packen!

Hinteres Sonnwendjoch 2017
Tatsächlich ein kleiner Fleck blauer Himmel!

Trotz dem nicht erreichten Gipfel eine nette Tour. Und Schnee!
Mit vielen Tierspuren drin. Leider haben wir Gams und Auerhahn nicht zu Gesicht bekommen.

Hinteres Sonnwendjoch 2017

Nachwandern kannst du die Tour hier.

Sonnenstrahlen sammeln

Kofel 2017
Tagesziel – der Gipfel des Kofel!

Nachdem das mit dem Teufelstättkopf zuletzt so gut geklappt hat, lies der nächste Ausflug in die Berge nicht lange auf sich warten. Genau sechs Tage habe ich es ausgehalten nicht wandern zu gehen.

Kofel 2017
Rechts ist der Laber zu sehen.

Dieses Mal ging der Weg auf den markanten Gipfel des Kofel. Diesen sieht man schon von Oberammergau aus. Man kann ihn eigentlich nicht übersehen.
Er mag vielleicht nicht der höchste aller Berge sein, aber um zum Gipfel zu gelangen gibt es einen kleinen Klettersteig.

Kofel 2017

Über eine Weide geht es zuerst hinauf in den Wald, der den Gipfel wie ein Mantel umhüllt. Ein grüner Mantel, besetzt mit goldenen Tupfen und Mustern der Natur.

Kofel 2017

Bald schon baut sich aber diese graue, monströse und doch irgendwie sanfte Wand vor einem auf. Man überquert ein kleines Schotterfeld. Von oben dringen bekannte Laute ans Ohr. Sehen kann ich sie dennoch nicht – die Kletterer.
Und nach knapp einer Stunde habe ich dann endlich den Eingang zum „Klettergarten“ erreicht.

2017
Einstieg in den Klettersteig

Bis zum Gipfel hinauf macht es irrsinnig Spaß, den Fels zu greifen, Tritte zu suchen und bei Bedarf die Metallbügel zu benutzen. Die Aussicht ist traumhaft!

Kofel 2017
Dort (mitte-rechts) ist mein Freund der Teufelstättkopf.

Griff um Griff und Schritt für Schritt arbeite ich mich hoch. Und schon bin ich oben an gelangt. Das war es schon?
Am Gipfel sitzen ein paar mehr Leute als beim Kollegen letzte Woche. Aber die meisten tun es wie ich – dösend die letzten warmen Strahlen der Sonne tanken. Für die dunkle Zeit die da nun kommt – ich freue mich drauf!

Kofel 2017

Kofel 2017

Bald haben auch die Kletterer den Gipfel erreicht. Machbar, ein paar Seillängen nur, erzählen sie. Kategorie III – IV. Es juckt mich in den Fingern und Füßen… Nicht mehr dieses Jahr.

Kofel 2017

Schweren Herzens geht es nun wieder bergab. Langsam taste ich mich die steilen Passagen hinab. Aber es ist nur ganz kurz das alte bekannte Gefühl der Höhenangst da. Sie schaut nur kurz vorbei – es sei ihr gegönnt.

Kofel 2017

Der Rückweg führt auf der anderen Seite des Berges zurück nach Oberammergau. Sicherlich, der Weg ist länger, aber ich habe ja Zeit bis es dunkel wird.
Eine wunderschöne Tour, gerne komme ich wieder!

Kofel 2017

Die genaue Beschreibung der Tour findest du hier. Und lasse dich nicht abschrecken! Der Steig ist wirklich ohne Klettersteigsett und doppelten Boden machbar!

Wie Mephisto und ich Freunde wurden

Ich bin der Geist der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles was entsteht
Ist werth daß es zu Grunde geht;
Drum besser wär’s daß nichts entstünde.
So ist denn alles was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.
– J. W. v. Goethe

Teufelstättkopf 2017

Ruhe breitet sich aus, als ich den Weg an trete.
Durch die Schlucht, mit dem plätschernden Wasser und rauschenden Wasserfällen. Kühle Herbstluft weht mir entgegen und die erste Unsicherheit verschwindet zusehends.
Heute geht es gewohnte Pfade. Und dennoch… Dennoch ist alles anders.
Die Alm ist schnell erreicht, die Augen können sich kaum satt sehen an den Farben des Herbstes.
Gold-gelbe Buchenblätter vermischen sich mit dem gelb der Lärchen.

Teufelstättkopf

Teufelstättkopf 2017

Die Kuhglocken sind schon vor einigen Wochen verstummt, als der traditionelle Almabtrieb begonnen hat. Aber man sieht, dass sie noch nicht so lange fort sind.
An der Alm halte ich kurz inne, mache Pause. Genieße diese unglaubliche Stille. Niemand ist hier außer mir, der Wind und ein paar Dohlen die kreischend über den Gipfeln im Wind spielen.

Teufelstättkopf 2017

Und dann, dann geht es los. Auf den Pfad, der damals – vor einem Jahr – so ungefähr alles entschieden hatte, was es zu entscheiden gab. Der mir Hoffnung gemacht und mir gleichzeitig den Mut genommen hat. Der mich klein und weich zurück ließ. Abgeprallt an einer nicht überwindenden Mauer aus Fels.

Teufelstättkopf 2017

Ich gehe recht schnell, komme bald an jenem Felsen vorbei.
Komm, du schaffst das schon! – ohne dich wäre ich wohl nicht weiter gegangen. Mit dir, käme wohl ich nie dort hoch!
Zu wissen, was das Ziel ist und auf der Stelle treten, weil man gebunden ist an eine Stelle, einen Ort, an eine Zeit, an Menschen und Dinge die sämtliche Ziele unerreichbar machen.
Heute nicht.

Teufelstättkopf 2017

Mit einer Mischung aus Mitleid und Genugtuung gehe ich an diesem Felsen vorbei. Keine Träne war es damals wert vergossen zu werden.
Das Ausgesetzte Stück? Wo ist das ausgesetzt? Das ist ein Witz! Das ist ein Weg – ohne Probleme zu überschreiten.
Und kurz vor dem Gipfel angekommen, frage ich mich: War es das? War das wirklich so beängstigend, was sich da vor mir aufbaut? Wer hat sich verändert? Der Berg oder ich? – Vielleicht wir beide.
Ohne nur einmal zu zögern, ohne nur eine Spur an Angst oder Zweifel greife ich den Draht, drücke mich an der Felswand hoch. Der Fels fühlt sich warm und gleichzeitig kühl an. Beinahe schon – weich. Ein gutes Gefühl! Mit sicheren Schritten und ein paar beherzten Griffen an die Wand bin ich oben. Empfangen vom beißend kalten Wind, der die Herbstluft mit sich bringt.

Teufelstättkopf 2017

Geschafft! Das war es. Den Berg kurz freundschaftlich auf die Schulter geklopft und mit einem Freudensjauchzer das Gipfelkreuz umarmt. Heute bin ich alleine. Ganz alleine. Nur ich, der schneidend kalte Wind und ein paar Dohlen.
Lange bleibe ich da oben, kann mich kaum satt sehen. Am Schnee, am Sonnenschein, am Fels, an dem bunten Wald der sich unter mir ausbreitet.

Teufelstättkopf 2017

Das Ziel? Verdammt noch mal da hoch zu kommen!
Dort hin wo ich immer hin wollte.
Die ganze Zeit. Hier. Jetzt.
Und das nimmt mir niemand mehr.

Teufelstättkopf 2017

Stoff & Schnaps

Da ich immer froh bin, wenn ich ein paar Tipps weiter geben kann, habe ich hier noch ein paar Dinge für Amsterdam zusammen gesammelt.

Amsterdam 2017

Das Amsterdam Museum.
Mitten in der mittelalterlichen Innenstadt gelegen, bildet eine ehemalige Klosteranlage die Herberge für dieses wirklich gut gestaltete und interessante Museum! Man lernt viel über die Stadtgeschichte und das ist modern mit Audioguide gestaltet. Zum Beispiel gibt es Fahrräder auf denen man einmal heute und einmal um 1920 durch die Straßen Amsterdams fahren kann. Nette Idee!

Amsterdam 2017
Die ehemalige Klosteranlage.

Das Tropen Museum
Im Reiseführer stand irgend etwas mit Dschungel und Regenwald und einer Bootsfahrt durch eben diesen. Hm… Das gab es dort leider nicht. Dafür aber momentan eine Ausstellung über Bodyart und sie beginnen doch tatsächlich langsam die Sache mit den Kolonien auf zu arbeiten. Sonst ein großes Sammelsurium an Dingen aus den alten Kolonialzeiten der Niederlande. Die oberen Geschosse waren sehr gut gestaltet, leider wirkte das untere Geschoss nur wie ein wirres Sammelsurium an Kuriositäten. Muss man mögen.
Dennoch schon zu empfehlen.

Amsterdam 2017
Nächstes Mal geht es dann in das Schifffahrtsmuseum!

EYE – Das Amsterdamer Filmmuseum
Da war ich eigentlich nur drin weil ich dem Dauerregen entfliehen wollte und es nah am Hauptbahnhof war.
Hier, bei der Sonderausstellung von irgend einem thailändischen Filmkünstler gestartet, war ich etwas irritiert. Da waren so viele junge hippe Leute die stundenlang vor den Filmen standen und über seltsame Seifenblasen diskutiert haben. WTF! Nicht meine Welt. Im Erdgeschoss wurde ich dann etwas entschädigt. Auf relativ kleiner Fläche wurde dort die Historie des Films behandelt. Und dann gab es da noch einen Raum voller „Filmschnipsel“ von den ersten Filmen ohne Ton bis moderner Teile. Auch ein Filmquiz konnte man machen.
Generell ein nettes Museum nur hätte mir noch mehr tiefe bei der Filmgeschichte gewünscht. Man hat von dem Café aus einen super Blick über den Hafen.

Amsterdam 2017

In der Prinsengracht (da ist auch das Anne Frank Haus) gab es einen total tollen Laden mit Vintage Klamotten. Und was für welche! Spätestens als ich die 20er Jahre Flapper-Kleider gesehen habe, war es um mich geschehen! Liebe auf den ersten Blick. Leider ist kein Anlass in Sicht der solch einem Kleid würdig wäre. 😉

Amsterdam 2017
Bewohnte Tram bei der NDSM-Werft

Pfannekuchen essen musste ich natürlich auch und wir sind im Pfannkuchenhaus ebenfalls in der Prinsengracht gelandet.
War ganz nett, nur sehr voll.
Davor haben wir unser Glück in einem winzigen Pfannkuchen Lokal versucht. Das war so klein und wirklich winzig! Und die Treppe hoch so steil! Leider war kein Platz mehr frei. Reservierung wäre erforderlich. Es roch aber sehr gut!

Amsterdam 2017

Was ich leider nicht empfehlen kann, ist das Roest im Osten der Stadt. Zwar ist das Ambiente mit dem Industriechick schon sehr nice, aber das Essen war nicht so lecker. Und zwar bei zwei von drei… Schade. Aber es gab immerhin die gute Wostok Limo! 😉

Amsterdam 2017

Und wo wir schon bei Industriechick sind. Wer nicht so viel Geld in der Reisekasse zur Verfügung hat (und Amsterdam ist sau teuer – jaaa, das sage ich als Münchnerin!), kann mit der Fähre kostenlos in den Norden fahren.

Amsterdam 2017

Amsterdam 2017

Dort wartet die alte NDSM-Werft auf dich! In den alten Anlagen haben sich überall Künstler nieder gelassen. Klar kann man nicht mit Allem was anfangen, aber einen Blick ist das Ganze auf jeden Fall wert! Ich kam mir ein bisschen vor wie in Christiania.
Und es gibt Streetart! 😀 Damit bekommt man mich ja (fast) immer.

Amsterdam 2017

Amsterdam 2017

Amsterdam 2017

Und wer dann noch Lust hat auf was Süßes, dem seien die Stroopwafeln bei van Wonderen gempfohlen. Niedlicher kleiner Laden in der Einkaufsmeile. Es gibt verschiedene Toppings, von salzigem Karamel bis zu M&M’s.

Amsterdam 2017

Amsterdam 2017

Für Kaffee-Liebhaber bietet sich ein netter Laden im Hipsterstadtteil Jordaan an. Gelegegen in einem schmucken Häuschen im Haarlemmerdijk/Haarlemmerstraat ist das wie einen alten Krämerladen zu betreten. Irgendwo im oberen Geschoss krächzte ein Papagei vor sich hin. Und ich bin mir sicher: Papagei sowie Einrichtung bestehen schon seit Fertigstellung des Hauses! 😉

Amsterdam 2017
Kruschteliger Tanteemma-Laden mit diversen Kaffeesorten… Und Tee!

Es wird Räge ha…

Amsterdam 2017

Neulich hat es mich ein paar Tage in den Norden verschlagen. Genauer gesagt, Amsterdam.
Da war ich noch nie. Zeit das zu ändern!
Und ich nehme Dich einfach mal mit auf Streifzug durch die Grachtenstadt. Regenschirm und Gummistiefel dabei? Gut, dann kann es ja los gehen.

Amsterdam 2017

Unweigerlich zu Grachten und Giebelhäusern gehört natürlich auch der etwas anstrengende Fahrradverkehr. Der dann mal dafür sorgt, dass ein Trollviech sich nicht über die Straße traut, aus Angst umgeradelt zu werden. Ach ja, und der allgegenwärtige Geruch nach Gras…

Amsterdam 2017
Knorrige Bäume im Vondelpark

Der Vondelpark ist wohl der einzige Park in der Stadt in dem man ungestraft öffentlich Sex haben darf – natürlich erst wenn es dunkel ist. Aber im Grunde hocken da nur paranoide Kiffer in den abgelegenen Ecken und die Jogger laufen ihre Runden.

Amsterdam 2017

Und De Wallen… Machte mir eher den Anschein den Touris das Geld durch osteuropäische Importe aus der Tasche zu ziehen. Und die machen das hoffentlich alle freiwillig!
Nebenan gibt es Chinatown! Wenn man asiatisch Essen möchte, dann sicher dort in einem der kleinen Lokale.

Amsterdam 2017

In den vielen Seitenstraßen gibt es nette Cafés, wo hübsche Großstädter mit ihren MacBooks hocken und veganen Café-Latte und Espresso-Tonic schlürfen. Und deren Bedienung mit roten Augen vor dem Kuchenregal steht – welch hartes Leben. 😉

Amsterdam 2017

Die Giebelhäuschen haben mich in ihrer Art etwas an Danzig erinnert. Doch diese Häuser sind etwas schiefer.
Amsterdam steht wie Venedig auf Stelzen. Nur das die Stelzen nicht so gammeln wie in Venedig. Dennoch sind einige Häuser etwas abgesackt. Das liegt daran, dass der Wasserpegel manchmal sinkt und die Stelzen dann an die Luft gelangen. Der Charakter einer reichen Stadt – was ist schon perfekt?

Amsterdam 2017

Über die Seilwinden oben werden die Möbel durch die Fenster hinein ins Innere transportiert, darum ist auch die Fassade so gebaut, als würde das Haus etwas vorne über kippen. Das soll so sein, damit die Waren/Möbel nicht gegen die Hauswand schlagen.

Amsterdam 2017

Die Fenster der oberen Geschosse sind deswegen kleiner, damit das Haus höher wirkt. Und oft sind die Häuser nach hinten hin breiter gebaut. Da man bei dem Erwerb des Grundstücks nur die Breite der Fassade zahlen musste.
Und die Treppenhäuser so eng, das man nicht einmal daran denken möchte ohne eine Seilwinde um zu ziehen. Platzmangel, ein Problem seit hunderten von Jahren…

Amsterdam 2017

Giebelhäuser und ich – große Liebe! 🙂
Und Jugendstil! Hier vermischt in einer liebenswürdigen Art.
Eine schöne Stadt bist du, Amsterdam!

Amsterdam 2017

<3

Große Ereignisse warfen ihre Schatten voraus.
Ganz überraschend wurde mir der Titel „Trauzeugin“ übertragen. Es galt nicht nur das Einüben des vernunftbegabten Blickes, sondern auch einen Junggesellinnenabschied zu organisieren und darüber hinaus natürlich sonstigen Pflichten gerecht zu werden.
Da es eine schöne Geschichte über die Entstehung des Verlobungsringes gibt, musste natürlich ein Ringkissen her, welches den Ringen in irgend einer Form gerecht werden würde. Gar nicht so einfach!

Ringkissen Innenleben

Nach kurzer Recherche habe ich dann diese schöne Paper Piecing Vorlage entdeckt. Da kam es mir natürlich gelegen, das die Braut ihr eigenes Kleid nähte und ich so auf Stoffreste und fertige Paspeln zurückgreifen konnte.
So kam ich auch mal in das Vergnügen Satin und Seide zu vernähen. Der Satin und ich, wir werden wohl keine Freunde – zumindest nicht so schnell…
Nur das Schottenkaro, stammte noch aus meinem Fundus. Da das Brautpaar riesige Schottlandfans sind, musste das mit rein.

Ringkissen 2017

Ringkissen 2017

Ringkissen 2017

Im Folge der Trauung wurde das Kissen dann noch mit Weihwasser bespritzt. Jetzt sind das Kissen und ich in Gottes Augen geflandert.
Macht nichts, das Risiko bin ich gerne eingegangen. 😉
Generell hat dieses kleine, große Projekt richtig viel Spaß gemacht. Vielleicht sollte ich ins Ringkissengeschäft einsteigen?

Ringkissen 2017

Ringkissen 2017