Laber ned

Es ist warm, es ist Sommer, die Tage lang. Zeit um halbwegs lang im Bett zu liegen und dennoch in die Berge zu fahren, um ein bis zwei Gipfel mit zu nehmen.

Heute starten wir von Oberammergau und gehen eine Zeit lang durch den Ort bis wir zur Laberbahn kommen. Diese lassen wir natürlich links liegen und steigen den Hang in steilen Serpentinen auf.
Zum Glück spendet der Wald angenehmen Schatten.
Nach einiger Zeit macht der Weg eine Gabelung, wir entscheiden uns den Weg für Geübte zu nehmen. Und es war kein Fehler. Zuerst wandelt sich der Wirtschaftsweg zum Trampelpfad und führt uns bald wieder im Schatten von Fels und Wald erst zaghaft bergan und dann immer stärker steigend. Bei jeder Serpentine können wir eine andere Aussicht genießen. An manchen Stellen braucht man die Hände. Fühlt den warmen, schroffen Fels. Oh wie ich das vermisst habe!

Jeder Schritt purer Genuss und ich sauge alle Eindrücke mehr denn je in mich auf. Die Sonne, die erbarmungslos bald auf uns hinab knallt, als der Wald sich langsam lichtet. Den sanften Wind der einen angenehm kühlt und auch das Zwitschern der Vögel, das Knirschen der Schuhe auf Schotter, Kreischen der Krähen über uns und das sanfte Wuuuuuschhhhhh mit dem sich über uns die Paraglider in den Himmel schrauben. Selbst die schmerzenden Fersen und brennenden Oberschenkel. All das!

Rechts kann man den markanten Gipfel vom Ettaler Manndl schon erkennen.

Als wir den ersten Zielpunkt der Reise erreichen haben wir schon viele Höhenmeter hinter uns gebracht. Kurz genießen wir die Aussicht vom Schartenkopf aus. Um uns herum der Ausblick auf die Ammergauer Alpen, Karwendel und Wetterstein! Links fällt der Hang steil ab und gibt den Blick auf Kloster Ettal frei. Rechts der Gewohnte Anblick von Ober- und Unterammergau. Alte Bekannte, das Hörnle und mein spezieller Freund der Teufelstätttkopf, sind auch dabei.
Um uns herum blühen die schönsten Alpenblumen. Primeln, Buschwindröschen und Clusius-Enzian. Ab und zu säumen Butterblumen und Glockenblumen den Weg.

Bald geht es dann weiter zum Labergipfel. Dort wartet auch schon die Hütte mit Apfelstrudel und Salat auf uns. Und einer Dachterrasse, wo ich Tage verbringen könnte, ohne mich je satt zu sehen. Noch immer wundere ich mich über die Kräne auf dem Zugspitzgipfel.

Nach einer Stärkung gehen wir wieder hinab. Hier hätten wir nun die Gelgenheit gehabt das Ettaler Manndl noch mit zu nehmen. Auch so ein Berg der noch auf meiner To-Do-Liste steht. Irgendwann schaff ich dich noch! Warte es nur ab!

Links das Ettaler Manndl

Und so gehen wir gleich die Serpentinen hinab zur Soila-Alm und deren grünem überwucherten Soila-See. Dort angekommen gibt es nochmal ordentlich Brotzeit. Wo uns kühl gelagertes Bier im Brunnen erwartet.
Mit letzter Kraft verzehren wir unsere Essensreserven und treten den letzten Teil des Weges an.

Hinab zur Bahnstation. Leider sind wir zu müde um noch kurz einen Abstecher ins Freibad zu machen. Schließlich müssen wir noch zum Bahnhof, wo uns der Bus weiter fahren soll. Dabei merken wir das wir uns von dem liebem Busfahrer auch direkt an der Bahnstation abholen lassen hätten können. Nächstes Mal dann.
Da ist ja noch so ein Gipfel…

Im Zug angekommen können wir schon einmal entspannen und spüren schon einmal erste Anzeichen von Muskelkater.
Und dennoch, das war ein perfekter Tag!

Nachwandern kannst Du den Weg hier.

Wendepunkt 07. Juli 2007

Als ich daheim die Fotos von der Ettaler Manndl Tour durchgeschaut habe, wurde mir bewusst, dass es genau zehn Jahre her war! 2007 waren wir damals unterwegs.
Der Soila-See war damals voll mit kleinen Fröschen und es war wahnsinnig heiß. Wir haben uns den letzten Klettersteig zum Gipfel nicht getraut. Damals schon sind wir umgedreht – zähneknirschend. Mit der Hoffnung, beim nächsten Mal…

Ein kraxelndes junges Trollviech.

Vielleicht aus diesem Grund habe ich wirklich ziemlich mit mir gehadert, ob ich den Gipfel nicht noch mit nehmen soll… Aber gerade beim Wandern ist manchmal Vernunft etwas sehr Gutes. Es wäre an diesem Tag einfach zu viel gewesen. Dennoch schade.

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