Damn Deal Done

Manchmal lernt man innerhalb von wenigen Tagen viel über sich selbst, manchmal braucht es nur ein paar Stunden, Minuten oder aber auch Jahre.
Heute mag ich mal hier ein neues Thema ansprechen. Keine Ahnung ob es Dich interessiert, aber das ist egal. Du kannst ja morgen wieder kommen – oder so. 😉
Das Thema heute ist nämlich mit Sport verbunden, genauer genommen mit dem Laufen.
Das mache ich ja schon seit ein paar Jahren. Klein Angefangen und jetzt…
Aber ich beginne mal von vorne.

Im Januar war so ziemlich alles ziemlich schwer, anstrengend und ich war voller Wut. Bis eine Freundin mir einen Vorschlag machte. Sie würde beim Münchner Stadtlauf mitlaufen, ich könnte ja auch. Und im Februar schließlich habe ich mich angemeldet. Nicht für 5, nicht für 10 km. Nein. Für den Halbmarathon. Und das hatte zwei Gründe.
Zum einen gab es da mal eine Person in meinem Leben, die sich vorgenommen hatte vor dem 30 Geburtstag unbedingt einen Marathon zu laufen. Irgendwie wollte ich dieser Person beweisen, dass ich sie überholen kann. Und zum anderen brauchte ich irgendwie ein positives Ziel zum drauf hin arbeiten. Beides hat mir sehr viel geholfen mit dieser ziemlich blöden Stationen klar zu kommen.
Aber dann gibt es Momente im Leben, die schleudern einmal alles um. Kurz vor dem Lauf wurde ich krank und es passierten noch ein paar Dinge die mich etwas aus der Bahn geworfen haben. Ich war knapp davor alles hin zu schmeißen, aber habe es zum Glück nicht getan. Auch wenn ich sonst niemandem raten würde nach einer Woche Fieber gleich 8 Tage Später so eine Distanz hinter sich zu bringen. Das kann wirklich schlimm aus gehen!
Wie dem auch sei. Mir war es auf einmal gar nicht mehr wichtig der Person mit seinem scheiß Vorsatz eines aus zu wischen. Irgendwie wurde es mir immer unwichtiger und schließlich irgendwie egal. Aber eine andere Sache rückte sich dadurch in den Vordergrund. Was irgendwie auch gut so ist. Denn Wut und Gehässigkeit bringen einen im Leben nicht weiter. Sie verderben nur den Menschen.
Auf der Fahrt nach München dachte ich ein bisschen darüber nach. Über das Warum und Wieso, über Vorsätze die nicht durchgeführt werden… Über das Leben an sich. Über Menschen… Und fasste einen Entschluss der mich an diesem Tag sehr glücklich machen sollte. Ich nahm mir vor ein paar Kilometer für bestimmte Menschen zu rennen. Gesagt getan.

Wenig später stand ich mit über 5000 anderen Läufern am Start. Ungewiss ob ich das schaffe, ungewiss ob es eine gute Idee war nach der Krankheit – und alleine. Aber es fühlte sich in keinster Weise mehr schlimm an.
Als der Startschuss fiel dauerte es noch eine Weile bis sich mein Block in Bewegung setzte und ich ordnete Kilometer und Personen. Den MP3-Player nochmal richtig eingestellt und los ging es langsam und dann immer schneller.
Die Strecke beim Münchner Stadtlauf führt vom Odeonsplatz durch den Englischen Garten und wieder zurück. 21,1 Kilometer… Irgendwie hatte ich beim Start, nach den ersten Schritten das feste Vertrauen – ich schaffe das! Das wird, das läuft, ich kann das. Und es war ein gutes Gefühl. Und es hat sich bewahrheitet.
Das Schöne an dem Lauf. Man läuft nicht so wie bei der Badischen Meile durch die Stadt, sondern durch den Englischen Garten. Das heißt wenig Teerwege und mehr Schotter und Kies. Besser für die Knie. Mehr Natur und Gras und Bäume. Wäre die Sonne raus gekommen, wäre das sicher von Vorteil gewesen. Und obwohl es später wie aus Eimern schüttete, war es dennoch ein tolles Gefühl dort mit gelaufen zu sein. Es hat sich in allen Punkten gelohnt. Und es ist gut, das ich diese Erfahrung machen durfte.
Während dem Lauf überholte ich einen Menschen in Bierflaschen Kostüm, überholte Römer mit Tröten und Römerhelmen (einer hatte sogar einen Schild) und wurde später von eben diesen Kerlen wieder überholt. Lief mit einem leisen Quietschen an einer Schafherde vorbei und mit viel Respekt an mindestens 20 Gänsen.

Nie war alkoholfreies Bier besser!

Generell waren die Vibes sehr positiv. Mir hat das gefallen. Man konnte für sich laufen, die Gruppe wurde gut entzerrt, es gab kaum Engstellen die einen ausgebremst haben. Unterwegs wurde man an vier Punkten mit Wasser und Bananen versorgt. Und ein Shirt gab es da ja auch noch, das sogar als MVV Karte diente. Alles in allem eine schlichtweg positive Erfahrung!

Ach ja, und bevor ich diesen Eintrag mit einem ungeschönten Bild vom Zieleinlauf beende, noch kurz zu den statistischen Daten. 😉
Laufzeit: 02:13:54 Stunden
Platz Altersklasse: 171
Gesamtplatz: 3954
Platz Mädels: 1032
Gestartet sind über 5000 Läufer, d.h. ich bin nicht einmal unter die letzten 1000 gefallen.
Hätte ich nicht erwartet, auch nicht die (für mich) sehr gute Zeit!

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