Jung Und Wild

Jung Und Wild

Gleirschklamm 2018

Die Sonne scheint bereits und der Asphalt um mich herum scheint beinahe zu glühen, als ich morgens aus dem Bus in Scharnitz steige.
Hätte ich nicht wie jeder normale Mensch einfach an den See gehen können?!
Nein.
Hätte ich nicht.
Es treibt mich raus, muss Fels und frische Luft um mich haben. Vielleicht ein bisschen rauschendes Wasser, etwas kühles…
Ja, der Norwegen Besuch hängt lange nach.

Gleirschklamm
Unweit des Weges befindet sich ein Wasserfall der einen Abstecher lohnt.

So führt mich der Weg schnell entlang der eisblauen Isar hinein in die Schlucht mit dem schwer auszusprechenden Namen – Gleirschklamm. Umgeben von den eindrucksvollen Gipfeln des Karwendel schlängelt sich die noch junge Isar dahin. Noch ganz unscheinbar. Doch das soll sich bald ändern.

Gleirschklamm 2018

Gleirschklamm

Während ich noch sanft bergan etwas entfernt vom Wasser gehe, wird es schon wesentlich kühler!
Und so fällt der Blick immer wieder auf das, was dort unten liegt.

Bald habe ich den Eingang der Schlucht erreicht. Rauschend bahnt sich dieses kristallblaue Wasser seinen Weg zwischen den hohen Felswänden hindurch. Der Weg ist mal breiter mal schmal, hier und da führt er über Holzbrücken.

Gleirschklamm 2018

Gleirschklamm 2018

Was mir bald auffällt – ich bin allein. Völlig allein!
Niemand außer mir scheint es hier hin zu verschlagen – war doch zuvor noch so viel los auf dem Wanderparkplatz.

Gleirschklamm 2018

An solchen Orten liebe ich es einfach zu lauschen. Sich vom Ort „verschlucken“ zu lassen. Den kalten zum Teil feuchten Fels zu berühren. Kühle Luft zu atmen. Hier und da stehen bleiben und einfach nur sein. Und jetzt da keine Menschenseele da ist, habe ich alle Zeit der Welt stehen zu bleiben. Ohne Gedränge, ohne Hast…

Bald treffen mich ein paar Regentropfen und ich reiße mich von diesem Ort los. Trete den Rückweg an. Hier treffe ich wieder viele Menschen und auch ein paar Kajak Fahrer sind unterwegs.

In Scharnitz empfängt mich die Hitze des Asphalts, blauer Himmel und Sonnenschein. Ach, wäre mir die Regenwolke nur bis hier hin gefolgt!

Eine schöne Tour auch für Einsteiger gut zu bewältigen. Der Rückweg sollte noch etwas ausgefeilt werden, sonst geht man oberhalb der Klamm knapp eine Stunde nur über Forstwege in der prallen Sonne.
Ich würde empfehlen entweder den Hochwaldweg zu gehen oder – nachdem man dem Forstweg etwas gefolgt ist – dem Wegweiser zurück zur Klamm zu folgen.
Oder man nimmt sein Mountainbike mit und fährt den Forstweg hoch und wieder runter.
Wer im Juli geht, hat auch das Glück, dass die Blaubeeren reif sind. Nur so als kleiner Tipp am Rande. 😉

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