Geschichten aus dem Trollwald

Eigentlich wollte ich schon vor langer, langer Zeit das schönste Märchenbuch der Welt vorstellen.
Es handelt sich um Trolle, Wichtel, Königskinder mit Bildern von John Bauer.
Dieser hat die schönsten Trollbilder mit Aquarell gezaubert, die mir bekannt sind. Und wäre er nicht schon so früh verstorben, wäre die Welt um so viele wertvolle Bilder reicher. Schade…

Trolle, Wichtel, Königskinder

Was einen in diesem wunderbaren Buch erwartet? Schöne Märchen aus dem Norden mit traumhaft unkitschigen Illustrationen. Sie spiegeln schier perfekt einen Trollelfenwald wieder. Genau so ist er! Wen wundert es noch, dass ich mir dieses Buch einst zu Weihnachten gewünscht habe.
Einfach aufschlagen, Bilder anschauen und jeden Abend eine Geschichte lesen. Und schon ist der Vorweihnachtstrubel in weiter Ferne.

Trolle, Wichtel, Königskinder

Wenn du also noch ein Geschenk für das bevorstehende Fest brauchst, vielleicht ist das hier etwas.

Trolle, Wichtel, Königskinder

Politisch unkorrekte Kindheitserinnerung

Vielleicht kennst du auch die Serie „Trotzkopf“?
Schon damals habe ich diese Serie gerne geschaut. Warum, das kann ich gar nicht mal so genau sagen. Zumindest fand ich als junges Mädchen die Herren dort ziemlich gruselig und die sog. Mädchen viel zu alt.

Trotzkopf

Wenn du weder Serie noch Buch kennst, gibt es mal kurz eine Zusammenfassung:

Pommern gegen 1885. Ilse ist fünfzehn und ziemlich wild. Sie läuft den ganzen Tag in abgewetzten Stiefeln und zerschlissenen Kleidern herum. Dazu ist sie ziemlich jähzornig, verhätschelt und benimmt sich gar nicht damenhaft. Das soll sich ändern und so wird sie in ein Pensionat für Mädchen geschickt.
Dort muss sich sich in das strenge, aber dennoch freundliche Miteinander integrieren. Das fällt ihr von Anfang an nicht leicht. Doch nach diversen Wutausbrüchen und Reibereien schafft sie es. Sie freundet sich mit vielen Mädchen dort an und erlebt auch kindgerechte, nette kleine Abenteuer.
Auch verliert sie eine ihrer Freundinnen in Folge einer Krankheit.
Als richtige Dame kehrt sie schließlich nach Hause zurück und trifft dabei ihren zukünftigen Verlobten.

Das Buch war für mich unglaublich nett zu lesen, so wie ich gerne die Serie gesehen habe. Nostalgie pur!
Und dennoch, als Erwachsener liest es sich mit einem leicht bitteren Nachgeschmack.
Dort wird einem eigenwilligen Kind mit sanfter Gewalt sein eigentlicher Charakter weich gebügelt. So dass der kleine Anarchist sich am Schluss doch noch in die Gesellschaft einfügen kann.
Dabei spielt dieses Buch irgendwann 1880 und doch ist dieser Wunsch eines „braven Kindes“ heute immer noch da.
Es hat sich da in den vielen Jahren doch nichts geändert. Ausreißer werden bis heute nicht akzeptiert. Nur dass wir heute Metyhlphenidat haben, wenn ein Kind nicht richtig funktioniert.
(Natürlich, gibt es Kinder & Erwachsene, die es wirklich brauchen, das möchte ich nicht bestreiten!)
Menschen werden auch heute nur dann als wertig angesehen, wenn sie sich der Gesellschaft anpassen.
Nur eines hat sich heute zum Glück geändert: Es geschieht nicht mehr aus dem Grund „später keinen Mann zu finden“.
Das Buch kann auch bei Projekt Gutenberg gelesen werden.

Weihnachtskaktus

Zuletzt noch ein Zitat:
„… Orla hatte, neben anderem, einen Zwicker erhalten und – o Schreck! – auch eine Schachtel Zigaretten!
Fräulein Reinmar stand neben ihr und sah das verräterische Päckchen. „Was ist denn das?“ fragte sie. „Ich will nicht hoffen, dass du rauchst, wie die sogenannten Emanzipierten. Du würdest mich sehr enttäuschen, wenn dies der Fall wäre…“
(Hinterher wird noch aufgeklärt, dass es in Russland – ihrem Heimatland – normal war, dass Frauen sich ‚dieses kleine Vergnügen‘ leisteten.)

Insomnie

Schäfchen

Heute war ich am Rhein unterwegs. Dort wurden die Deiche gepflegt, von diesen netten Pulloverschweinen.

Schäfchen

Allerdings hatten die heute wohl auch frei und haben gemächlich in der Abendsonne geschlummert.

Schäfchen

Ein paar kleine Lämmchen waren auch unter ihnen. Ein frommer Wunsch wird bei so vielen wolligen Begleitern sicher erfüllt; dass die Kleinen nachts nicht zu sehr frieren.

Schäfchen

Und wenn du heute Nacht Probleme mit dem Einschlafen hast, dann zähl einfach die Schäfchen auf den folgenden Bildern.

Schäfchen

Schäfchen

Malbork – Marienburg

Malbork - Marienburg

Heute nehme ich dich mit in eine der größten Festungen Europas.
Erbaut durch Deutsche, in Polen. Templer, der Deutsche Orden, der das Christentum mit Feuer und Schwert der Welt aufzwingen wollte. Und damit mehr Leid als Freude brachte. Religion, mehr Mittel zur Macht als Seelenfrieden.

Malbork - Marienburg

Unfassbar, dass diese ganzen Orte an denen wir zuvor waren, alle einst zu Deutschland gehört haben – über lange Zeit.

Malbork - Marienburg

Wir haben uns einen Tag zur Besichtigung frei gehalten und das war auch gut so. Ausgestattet mit virtuellem Begleiter haben wir also über vier Stunden die Gemäuer von innen und außen kennen gelernt.

Malbork - Marienburg

Noch nie habe ich solch ein Bollwerk betreten!
Wenn wir durch die Kreuzgänge schreiten fühlen wir uns wie edle Persönlichkeiten, bewundern die Fußbodenheizung und erfreuen uns an jedem kleinen Detail, dass uns gewahr wird.

Malbork - Marienburg

Und auch hier wird nicht nur die hochmittelalterliche Geschichte zwischen Polen und Deutschland sichtbar. Wer genau hin schaut, findet noch Einschusslöcher der Geschütze des zweiten Weltkrieges in den Gemäuern.

Malbork - Marienburg

Malbork - Marienburg

Wenn wir die große Kirche der Festung betreten, läuft uns ein kalter Schauer über den Rücken. Die Marienkirche liegt bis heute in Trümmern, so wie sie 1945 hinterlassen wurde. Bis heute wird mit dem Gedanken gespielt, dies auch so zu belassen.
Vielleicht wäre es besser so.
Als Mahnmal.
Eine Narbe, die sich weigert vergessen zu werden.

Malbork - Marienburg

Nec temere, nec timide

Danzig

Erst Hamburg, dann København, Bergen und nun Gdańsk. Das Herz schlägt eindeutig für die See.
Hansestädte. Eine große Liebe.

Danzig

Überall in der Stadt herrscht Leben, ohne aufdringlich zu sein.
Zwischen Giebelhäusern und Touristen erklingt ein kleines Kammerorchester. Es spielt Musik, die so gut passt wie nichts anderes in diesem Moment.

Danzig

Wir schlendern zwischen mittelalterlichem Bollwerk und moderner Architektur entlang. Stoßen auf verwinkelte Gassen und Plätze voller Geschichten.

Danzig

Danzig

Die Eindrücke verfolgen uns noch lange, während wir zurück zu unserem Campingplatz fahren. Dort wartet unser geliebtes Zelt.
Und dennoch träumen wir insgeheim von einem Zimmer, in einem der Giebelhäuser.

Danzig

Dziękuję Gdańsk, dass es dich gibt! Wir kommen gerne wieder!

Gratwanderung

Karlsruher Grat

Der Sommer ist vorbei. Die Blätter färben sich langsam in goldenen Tönen und überall liegen Kastanien und Eicheln auf der Erde.
Und dennoch weicht die Wärme der Sonne langsam grauen Nebelschwaden.
So ist es kein Wunder das wir versuchen die letzten warmen Strahlen zu sammeln, bevor uns der regnerische badische Depressionswinter erneut verschluckt.

Karlsruher Grat

Schmale Pfade führten uns entlang an Wasserfällen, Flüssen, Troll-Brücken, einem sagenumwobenen Edelfrauengrab und kleinen Wein-Schänken.

Karlsruher Grat

 

Karlsruher Grat

 

Karlsruher Grat

Irgendwie scheint es langsam Tradition bei uns zu sein, während der Wiesn Gratwanderungen zu machen. Allerdings war auf dem Karlsruher Grat mehr los als bei unserer Heimgarten Tour.
Und obwohl ich bisher von den Wanderwegen im Schwarzwald enttäuscht war, ist dieser hier wirklich wunderschön!

Karlsruher Grat

Wer die Tour machen will fährt am besten unter der Woche (!) mit dem Auto nach Ottenhöfen im Schwarzwald, parkt am Wanderparkplatz beim Kieswerk und geht von dort aus als erste Station zum Edelfrauengrab. Dann geht es mit einem kleinen Abstecher zum Herrenschrofen in Serpentinen zum Karlsruher Grat. Hat man diesen überstiegen, kommt man sehr schnell wieder in der Zivilisation an und kann noch am Bosensteiner Eck einkehren. Von dort aus ist es nicht mehr weit, es geht über die Brennter Schrofen wieder hinab zum Edelfrauengrab und somit zum Parkplatz.

Łącka Góra

Lotzkedüne

Sand, überall Sand.
Ein stetiger Wind blies kühl, aber dennoch voll Wärme über die graugelben Berge. Vereinzelte Staubkörner wurden auf geweht und trudelten im Wind.
Die letzten Bäume waren schon vor einiger Zeit am Horizont verschwunden und es zeugten nur noch alte, tote, schwarze Gerippe von ihrer Anwesenheit.

Lotzkedüne

Schon vor langer Zeit hatte dieser Koloss aus Sand einen Ort verschluckt. Kein Zaun, kein Dach und kein Kirchturm sind mehr davon übrig geblieben. Alles verborgen durch den Staub der Gezeiten. Hinfort getragen vom Wind.

Lotzkedüne

Über uns die sengende Hitze des Sommers nur unterbrochen von unheilverkündenden Wolken, die hier nicht ihre Tropfen über unseren Köpfen vergießen werden – zumindest heute nicht.
Mit den bloßen Füßen sorgen wir für Spuren im Sand, Spuren die schon bald wieder verblassen und fort getragen werden. Hier wird es uns bewusst; der Wandel, die Zeit, die Veränderung. Ein kleiner Hauch von endlicher Unendlichkeit.

Lontzkedüne

Kühler Wind weht uns entgegen, wir können die Sehnsucht nach Wasser beinahe spüren, die Möwen schier hören. Stellen uns vor hinter dem nächsten Hügel tauche es auf – das Meer.
Und siehe da! Nachdem wir vom großen Berg hinab gestapft sind, können wir es riechen. Ja, wir sehen es klar am Horizont!

Lontzkedüne

Felstürme

Elbsandsteingebirge

Deutschland, ein Land mit dem ich ein bisschen auf Kriegsfuß stehe. Ich mag es einfach nicht, obwohl ich selbst ziemlich deutsch bin. Leider…
Aber ich muss gestehen, das man bei Reisen durch Deutschland doch auf sehr schöne Flecken Erde trifft, die es sich dennoch lohnt an zu sehen. Auch wenn alles mit Autobahnen und Straßen zugebaut ist.
Neulich durfte ich eines dieser schönen Fleckchen bewandern – das Elbsandsteingebirge.

Elbsandsteingebirge

Hoch über dem Wald türmen sich diese gigantischen grauen Felstürme auf. Und man weiß: Da geht es jetzt hoch!
Zum Glück gibt es ein paar Felsen auf die man hinauf kann, ohne seine Kletterausrüstung mit zu schleppen. Und so quetschten wir uns durch schmale Felsspalten und erklommen über Metalltritte den Gipfel. Von oben hatte man dann eine wunderschöne Aussicht über Wälder und Landschaft.
Wäre doch der Herbst nur etwas fortgeschrittener gewesen, so hätten wir auf ein Meer aus gelben Lärchennadeln und bunter Laubblätter hinab blicken können!
So mussten wir uns mit sattem grün und vereinzelten gelben Bäumchen zufrieden geben.
Es war dennoch eine so schöne Gegend, dass ich gerne eines Tages wieder kommen würde. Vielleicht mit Seil, Gurt und Kletterschuhen… Wer weiß das schon?

Elbsandsteingebirge

Elbsandsteingebirge

Elbsandsteingebirge

Wer diese Tour machen will fährt am besten mit Bahn oder Auto nach Schmilka und geht dort hinauf zum Großen Winterberg. Dann geht es weiter in Richtung hinteres Raubschloss. Von dort aus dann über das Zeughaus (vor 18 Uhr auch mit Restaurant) zurück in Richtung Schmilka.
Die Runde hat mit langer Pause auf dem Gipfel ungefähr 6 Stunden gedauert. Wir haben auch gerade beim ersten Teil der Strecke ziemlich getrödelt.
An größeren Ecken gibt es Schilder mit gut aufgezeichneten Wegen und die Markierung der Wege ist wirklich gut. Besser als auf manchen Wegen im Schwarzwald.
Wenn man die Möglichkeit hat, an eine Karte heran zu kommen, wäre es dennoch besser diese auch mit zu nehmen.
Kleiner Tipp am Rande: Wer gerne unter freiem Himmel schläft, für den gibt es sogar überall verteilt so genannte Boofen. An diesen markierten Plätzen ist freies Übernachten ausdrücklich erlaubt, manchmal sind auch Feuerstellen vorhanden.

Elbsandsteingebirge