Gratwanderung

Karlsruher Grat

Der Sommer ist vorbei. Die Blätter färben sich langsam in goldenen Tönen und überall liegen Kastanien und Eicheln auf der Erde.
Und dennoch weicht die Wärme der Sonne langsam grauen Nebelschwaden.
So ist es kein Wunder das wir versuchen die letzten warmen Strahlen zu sammeln, bevor uns der regnerische badische Depressionswinter erneut verschluckt.

Karlsruher Grat

Schmale Pfade führten uns entlang an Wasserfällen, Flüssen, Troll-Brücken, einem sagenumwobenen Edelfrauengrab und kleinen Wein-Schänken.

Karlsruher Grat

 

Karlsruher Grat

 

Karlsruher Grat

Irgendwie scheint es langsam Tradition bei uns zu sein, während der Wiesn Gratwanderungen zu machen. Allerdings war auf dem Karlsruher Grat mehr los als bei unserer Heimgarten Tour.
Und obwohl ich bisher von den Wanderwegen im Schwarzwald enttäuscht war, ist dieser hier wirklich wunderschön!

Karlsruher Grat

Wer die Tour machen will fährt am besten unter der Woche (!) mit dem Auto nach Ottenhöfen im Schwarzwald, parkt am Wanderparkplatz beim Kieswerk und geht von dort aus als erste Station zum Edelfrauengrab. Dann geht es mit einem kleinen Abstecher zum Herrenschrofen in Serpentinen zum Karlsruher Grat. Hat man diesen überstiegen, kommt man sehr schnell wieder in der Zivilisation an und kann noch am Bosensteiner Eck einkehren. Von dort aus ist es nicht mehr weit, es geht über die Brennter Schrofen wieder hinab zum Edelfrauengrab und somit zum Parkplatz.

Łącka Góra

Lotzkedüne

Sand, überall Sand.
Ein stetiger Wind blies kühl, aber dennoch voll Wärme über die graugelben Berge. Vereinzelte Staubkörner wurden auf geweht und trudelten im Wind.
Die letzten Bäume waren schon vor einiger Zeit am Horizont verschwunden und es zeugten nur noch alte, tote, schwarze Gerippe von ihrer Anwesenheit.

Lotzkedüne

Schon vor langer Zeit hatte dieser Koloss aus Sand einen Ort verschluckt. Kein Zaun, kein Dach und kein Kirchturm sind mehr davon übrig geblieben. Alles verborgen durch den Staub der Gezeiten. Hinfort getragen vom Wind.

Lotzkedüne

Über uns die sengende Hitze des Sommers nur unterbrochen von unheilverkündenden Wolken, die hier nicht ihre Tropfen über unseren Köpfen vergießen werden – zumindest heute nicht.
Mit den bloßen Füßen sorgen wir für Spuren im Sand, Spuren die schon bald wieder verblassen und fort getragen werden. Hier wird es uns bewusst; der Wandel, die Zeit, die Veränderung. Ein kleiner Hauch von endlicher Unendlichkeit.

Lontzkedüne

Kühler Wind weht uns entgegen, wir können die Sehnsucht nach Wasser beinahe spüren, die Möwen schier hören. Stellen uns vor hinter dem nächsten Hügel tauche es auf – das Meer.
Und siehe da! Nachdem wir vom großen Berg hinab gestapft sind, können wir es riechen. Ja, wir sehen es klar am Horizont!

Lontzkedüne

Felstürme

Elbsandsteingebirge

Deutschland, ein Land mit dem ich ein bisschen auf Kriegsfuß stehe. Ich mag es einfach nicht, obwohl ich selbst ziemlich deutsch bin. Leider…
Aber ich muss gestehen, das man bei Reisen durch Deutschland doch auf sehr schöne Flecken Erde trifft, die es sich dennoch lohnt an zu sehen. Auch wenn alles mit Autobahnen und Straßen zugebaut ist.
Neulich durfte ich eines dieser schönen Fleckchen bewandern – das Elbsandsteingebirge.

Elbsandsteingebirge

Hoch über dem Wald türmen sich diese gigantischen grauen Felstürme auf. Und man weiß: Da geht es jetzt hoch!
Zum Glück gibt es ein paar Felsen auf die man hinauf kann, ohne seine Kletterausrüstung mit zu schleppen. Und so quetschten wir uns durch schmale Felsspalten und erklommen über Metalltritte den Gipfel. Von oben hatte man dann eine wunderschöne Aussicht über Wälder und Landschaft.
Wäre doch der Herbst nur etwas fortgeschrittener gewesen, so hätten wir auf ein Meer aus gelben Lärchennadeln und bunter Laubblätter hinab blicken können!
So mussten wir uns mit sattem grün und vereinzelten gelben Bäumchen zufrieden geben.
Es war dennoch eine so schöne Gegend, dass ich gerne eines Tages wieder kommen würde. Vielleicht mit Seil, Gurt und Kletterschuhen… Wer weiß das schon?

Elbsandsteingebirge

Elbsandsteingebirge

Elbsandsteingebirge

Wer diese Tour machen will fährt am besten mit Bahn oder Auto nach Schmilka und geht dort hinauf zum Großen Winterberg. Dann geht es weiter in Richtung hinteres Raubschloss. Von dort aus dann über das Zeughaus (vor 18 Uhr auch mit Restaurant) zurück in Richtung Schmilka.
Die Runde hat mit langer Pause auf dem Gipfel ungefähr 6 Stunden gedauert. Wir haben auch gerade beim ersten Teil der Strecke ziemlich getrödelt.
An größeren Ecken gibt es Schilder mit gut aufgezeichneten Wegen und die Markierung der Wege ist wirklich gut. Besser als auf manchen Wegen im Schwarzwald.
Wenn man die Möglichkeit hat, an eine Karte heran zu kommen, wäre es dennoch besser diese auch mit zu nehmen.
Kleiner Tipp am Rande: Wer gerne unter freiem Himmel schläft, für den gibt es sogar überall verteilt so genannte Boofen. An diesen markierten Plätzen ist freies Übernachten ausdrücklich erlaubt, manchmal sind auch Feuerstellen vorhanden.

Elbsandsteingebirge