Morbides Strickwerk

Fluffig-weiches Limonenblau. So könnte man die Wolle beschreiben.
Für mich war es von Anfang an die Wasserleiche.
Familiengerechter: Wassermann-Wolle. Frisch aus dem Tümpel.
Macht sich ganz gut, so auf dem Kopf.

Wassermannsmütze

Wassermannsmütze

Wassermannsmütze

Immerhin bietet sie bei diesem trüben Februarwetter einen erfrischenden Farbfleck.

Fluffzeug

Verstrickt: Malabrigo Merino Worsted in Lime Blue.
Strickmuster: Star Crossed Slouchy Beret
Schnelle Strickmütze, die man in zwei Abenden fertig bekommen kann.
Hat bei mir leider wenig bis gar kein „Slouch“.
Sitzt recht locker und ist durch die groben Maschen wahrscheinlich zum Radfahren weniger geeignet.
Trotzdem schöne Mütze und schöne Wolle!

Kehrwoche

Momentan mache ich so unglaublich viel Nichts.
Es wird viel gebacken – für nicht stattfindende Geburtstagsfeiern, die einem 24 Muffins bescheren, welche man dann verdrießlich vergnügt binnen zweier Tage vertilgt.
Gestrickt – und wieder auf geribbelt. Es wird viel Genäht – aber die letzte Naht fehlt, oder Knöpfe…
Gestern wurde ich dann als Malermeister angeheuert. Wände streichen!
Nun gut, so verschlug es mich für einen Tag ins Ländle. Muffins und Papierhut im Gepäck.
Um den Kampf mit schlecht deckender Farbe gegen die Tapete-Of-Doom an zu treten.

Schokomuffins

Vegane Schokomuffins
(aber wir verraten es niemandem!)
Rezept von Chefkoch

Zutaten:
300 g
Mehl
50 g
Kakaopulver
250 g
Zucker
1 Pck.
Backpulver
7 EL
Pflanzenöl
375 ml
Wasser

Den Ofen auf 170° vorheizen.

Das Mehl mit Kakaopulver, Backpulver, Zucker, Öl und Wasser gut verrühren.
Den Teig in kleine Muffin-Papierförmchen füllen und 25-30 Minuten backen.

Ich habe sie noch ein bisschen mit zerhackter Zartbitterschokolade verfeinert und zuletzt noch ein kleines Toupet aus den Resten der Schokolade aufgesetzt.

Schokomuffins

Und nun, da noch ein paar Muffin-Reste übrig sind, heißt es Wunden lecken und Reste vertilgen.

Sonnensubstitution

Sonne. Im Sommer zu viel davon, im Winter zu wenig.
Hier kann ich mich gerade an einen Sonnentag erinnern, das war der Dienstag letzte Woche. Als ich erstaunt daheim festgestellt habe, dass die Krokusse schon vorsichtig ihre Fühler gen Frühling ausstrecken. Sonnst zeigt sich das Wetter eher monochrom.
Wo ist der richtige Winter geblieben? Der mit Sonne, klirrender Kälte und Schnee?
Egal. Wenn draußen die Sonne nicht scheint und es scheinbar ununterbrochen regnet, dann machen wir uns das wohlige warme Sonnengefühl halt selbst.
Was hilft da besser als Zimtschnecken? Nichts. Genau!
Und welch ein Glück! Mein Astrid Lindgren Kochbuch beherbergt das ewig gesuchte perfekte Zimtschnecken-Rezept!
Zimtschnecken

Zimtwecken
Das Astrid Lindgren Kochbuch – Mamke Schrag/Andreas Wagener

Zutaten:
800g Mehl
1EL Zucker
½ TL Salz
1 EL Kardamom
200g Butter
1 ½ Päckchen Trockenhefe
250 ml Milch

Für die Füllung:
100g Butter
200g Zucker
1 EL Zimt
1 Ei
Hagelzucker

Für den Teig Mehl, Zucker, Salz, Kardamom und Butter in eine Schüssel geben. Die Hefe mit der Milch verrühren, zu den restlichen Zutaten geben und gut verkneten. Im Kühlschrank am besten über Nacht, mindestens aber 3 Stunden gehen lassen.

Für die Füllung die Butter mit Zucker und Zimt zu einer streichfähigen Masse verarbeiten. Den Teig nochmals gut durchkneten, dabei darauf achten, dass er nicht zu warm wird.

Dann den Teig zu zwei Rechtecken (25cm x 50 cm) ausrollen, mit der Füllung bestreichen und jeweils von der Längsseite her aufrollen. In 2 cm breite Räder schneiden und nicht zu dicht auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.

Mit geschlagenem Ei bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen.

Im vorgeheizten Ofen bei 250°C auf mittlerer Schiene ca. 8 Minuten backen.
Ergibt ca. 24 Stück.

Smaklig måltid!

The Art Of Saumensching

The Bookthief

Zuerst waren da viele Worte die ich nicht verstanden habe, die ich nachschlagen musste. Doch wie bei den meisten fremdsprachigen Büchern braucht man gar nicht nachschlagen. Man weiß einfach welche Bedeutung sie haben. Wenn der Autor sie benutzt, dann passen sie, egal ob man sie zu hundert Prozent richtig mit ins deutsche nimmt. Man weiß, was der Autor schreibt.
Damit meine ich nicht nur das profane Schreiben an sich. Man kann fühlen, sehen, riechen, hören wie der Autor gerade eben diese Szene erlebt, wie er sie darstellen will, wie sie ist.
Bei wenigen Büchern geht es einem so. Aber bei diesem war es ganz besonders.
Von Anfang an, mochte ich den Tod, mochte ich Liesel, die ewig grantelnde Rosa, eigentlich fast alle Charaktere. Und irgendwie kam mir vieles so vertraut vor. Nicht nur die deutschen (bayerischen) Worte wie Watschn oder Saukerl (saumensching…). Die Gewissheit, dass man irgendwo dort aufgewachsen ist wo dieses Buch spielt. So habe ich, wie Liesel und Rudy, schon mal am Ufer der Amper gespielt und weiß um den Weg, den traurige Seelen, dem Tod geweiht, gegangen sind. An meinem Heimatort vorbei und auch durch den Ort an dem Liesel Meminger im Buch lebt. Auch wenn dieser eigentlich nicht existiert.
Und wenn der Tod die Farben beschreibt, die er sieht, wenn ein Mensch sein Leben lässt, dann weiß man warum er sie sieht. Generell, scheint der Tod eine ganz sympathische Gestalt zu sein.
Nicht nur in der Scheibenwelt.
Und während die erste Hälfte des Buches einen mit kindlicher Leichtigkeit und Verspieltheit ködert, ahnt man welchen Weg es nehmen wird. Es wird grausam.
Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, dessen Ende mich so sehr erschüttert, berührt, erfreut und verstört hat wie dieses. Es hing noch lange nach.
Ein wichtiges Buch, das definitiv nicht mit Anne Franks Tagebuch gleichzusetzen ist – wie mir diverse amerikanische Zeitschriftenhinweise weismachen wollen – nein.
Vielmehr steht es für sich. Für die Zeit, für Vergänglichkeit, Krieg, Freundschaft und dem Trost von geschriebenem Wort.
Den Rest erzählt euch der Tod lieber selbst, denn der kann es besser als ich…

**** HERE IS A SMALL FACT ****
You are going to die.

The Bookthief

Wer mehr über die Bücher erfahren will, die es 2014 zwischen meine Finger geschafft haben, der folge dem Link zum Literarischen Jahresrückblick.

Das war’s…

Winter, Advent, Weihnachten. Oder Advent, Weihnachten, Winter. So war es zumindest dieses Jahr.
So viel hatte ich vor und so viel Zeit ist mir einfach durch die mit schwarzem Dreck überzogenen Hände geglitten.

Weihnachten

Advent. Wenn der Leuchtstern am Fenster hängt, die vier Kerzen nach und nach an gezündet werden. Viel Tee, Punsch, vier Sorten Plätzchen.
Weihnachten. Zog wie mit Watte eingepackt vorbei. Und der Winter verabschiedete mich aus dem verschneiten München. Verfolgte den Zugvogel und überraschte mit morgendlicher Schneedecke.
Winter! Das was von meiner eigentlich geliebten Vorweihnacht geblieben ist. Eine weiße, weiche, kalte, dünne Schicht Freude. Über all dem Dreck, den das Leben für einen bereit hält.

Golfplatz

Was bleibt ist weiße, schmelzende Ruhe. Die Ruhe bevor das neue Jahr einen mit all seiner Macht, Freude, Wut, Angst und Glück überrollt.
Auf ein neues Jahr! Ein Jahr mit vielen Veränderungen.

Winter

Lila Laune Schaf

Lila Laune Mütze

Diesen Advent hatte ich so viel vor und bin zu nichts gekommen. Irgendwas lief nicht ganz rund seit November.
Aber zwei kleine Geschenke konnte ich dann doch noch binnen einiger Tage stricken.
Die Beschenkte hatte sich eine Mütze in einem schönen Lila gewünscht. Und da wir ja alle schon erwachsen sind und der Zauber von Weihnachten somit so gut wie tot ist, habe ich sie dann auch gleich das Garn und die Farbe aussuchen lassen. Ein Hoch auf das Internet!
Als ich dann das Paket mit der Wolle geöffnet habe, war ich mir mit der Farbwahl gar nicht mehr sicher. Aber – puh! – die Farbe scheint zu gefallen!

Lila Laune

Da ich zwei Knäule Wolle bestellt hatte, habe ich aus den Resten noch einen kleinen Cowl gestrickt. Damit der Hals auch schön warm bleibt, beim Weihnachtsspatziergang.

Lila Laune

Nachdem ich die Wolle zwei mal gewaschen hatte roch sie auch nicht mehr nach Essig(!), sondern dezent(!) nach nassem Schaf. Zweit Tage lüften erledigten ihren Rest.
Zusammen mit Tee, selbst gemachter Marmelade vom Sommer und ein paar Plätzchen ging das Paket dann auf Reisen in den Ruhrpott.

Die Wolle ist Drops Andes in der Farbe Purple (4066).
Die Mütze habe ich nach diesem Muster gestrickt und den Cowl nach diesem.

Si la mar fuera de tinta y el cielo fuera papel…

Weihnachtskarten mit Kurrentstudien

Wie ist die Welt wohl gewesen, als es noch keine E-Mail oder SMS gab?
Eines ist klar, sie muss viel schöner gewesen sein!
Früher gab es sicherlich viel mehr Post die einen erfreut hat, nicht nur Rechnungen und Werbung.
Ein handgeschriebener Brief bei dem sich jemand wirklich Mühe gegeben hat. Damals sogar noch mit Kurrent geschrieben. Das ist diese schöne grazile Schrift die, wie von Feenhand, auf das Papier geschnörkelt wurde…
Ja, früher war die Welt sicherlich besser! Also, zumindest was den Inhalt des Briefkasten betrifft.

Weihnachtspost

Dagegen muss man etwas unternehmen! Und so habe ich mich auch dieses Jahr wieder hin gesetzt und ein paar Weihnachtskarten gestaltet. Für liebe Menschen in aller Welt.
Denn die haben es verdient zwischen all den Rechnungen und Konsumprospekten auch mal etwas Schönes zu finden!

Weihnachtskarten

Man braucht nicht mehr als ein paar Kartenrohlinge in diversen Farben, ein altes Buch oder Zeitung, Nadel und Faden oder Nähmaschine.
Erst schneidet man aus dem Papier mehrere Tannenbäume aus und näht diese übereinanderliegend mit einer Naht an der Karte fest. Wenn man sie auseinander faltet hat man diesen 3D-Effekt.
Dann hier und da noch ein bisschen Stickerei, Malerei… Der Rest ist Geschichte.

Weihnachtskarten mit Kurrentstudien

Geschichten aus dem Trollwald

Eigentlich wollte ich schon vor langer, langer Zeit das schönste Märchenbuch der Welt vorstellen.
Es handelt sich um Trolle, Wichtel, Königskinder mit Bildern von John Bauer.
Dieser hat die schönsten Trollbilder mit Aquarell gezaubert, die mir bekannt sind. Und wäre er nicht schon so früh verstorben, wäre die Welt um so viele wertvolle Bilder reicher. Schade…

Trolle, Wichtel, Königskinder

Was einen in diesem wunderbaren Buch erwartet? Schöne Märchen aus dem Norden mit traumhaft unkitschigen Illustrationen. Sie spiegeln schier perfekt einen Trollelfenwald wieder. Genau so ist er! Wen wundert es noch, dass ich mir dieses Buch einst zu Weihnachten gewünscht habe.
Einfach aufschlagen, Bilder anschauen und jeden Abend eine Geschichte lesen. Und schon ist der Vorweihnachtstrubel in weiter Ferne.

Trolle, Wichtel, Königskinder

Wenn du also noch ein Geschenk für das bevorstehende Fest brauchst, vielleicht ist das hier etwas.

Trolle, Wichtel, Königskinder

Politisch unkorrekte Kindheitserinnerung

Vielleicht kennst du auch die Serie „Trotzkopf“?
Schon damals habe ich diese Serie gerne geschaut. Warum, das kann ich gar nicht mal so genau sagen. Zumindest fand ich als junges Mädchen die Herren dort ziemlich gruselig und die sog. Mädchen viel zu alt.

Trotzkopf

Wenn du weder Serie noch Buch kennst, gibt es mal kurz eine Zusammenfassung:

Pommern gegen 1885. Ilse ist fünfzehn und ziemlich wild. Sie läuft den ganzen Tag in abgewetzten Stiefeln und zerschlissenen Kleidern herum. Dazu ist sie ziemlich jähzornig, verhätschelt und benimmt sich gar nicht damenhaft. Das soll sich ändern und so wird sie in ein Pensionat für Mädchen geschickt.
Dort muss sich sich in das strenge, aber dennoch freundliche Miteinander integrieren. Das fällt ihr von Anfang an nicht leicht. Doch nach diversen Wutausbrüchen und Reibereien schafft sie es. Sie freundet sich mit vielen Mädchen dort an und erlebt auch kindgerechte, nette kleine Abenteuer.
Auch verliert sie eine ihrer Freundinnen in Folge einer Krankheit.
Als richtige Dame kehrt sie schließlich nach Hause zurück und trifft dabei ihren zukünftigen Verlobten.

Das Buch war für mich unglaublich nett zu lesen, so wie ich gerne die Serie gesehen habe. Nostalgie pur!
Und dennoch, als Erwachsener liest es sich mit einem leicht bitteren Nachgeschmack.
Dort wird einem eigenwilligen Kind mit sanfter Gewalt sein eigentlicher Charakter weich gebügelt. So dass der kleine Anarchist sich am Schluss doch noch in die Gesellschaft einfügen kann.
Dabei spielt dieses Buch irgendwann 1880 und doch ist dieser Wunsch eines „braven Kindes“ heute immer noch da.
Es hat sich da in den vielen Jahren doch nichts geändert. Ausreißer werden bis heute nicht akzeptiert. Nur dass wir heute Metyhlphenidat haben, wenn ein Kind nicht richtig funktioniert.
(Natürlich, gibt es Kinder & Erwachsene, die es wirklich brauchen, das möchte ich nicht bestreiten!)
Menschen werden auch heute nur dann als wertig angesehen, wenn sie sich der Gesellschaft anpassen.
Nur eines hat sich heute zum Glück geändert: Es geschieht nicht mehr aus dem Grund „später keinen Mann zu finden“.
Das Buch kann auch bei Projekt Gutenberg gelesen werden.

Weihnachtskaktus

Zuletzt noch ein Zitat:
„… Orla hatte, neben anderem, einen Zwicker erhalten und – o Schreck! – auch eine Schachtel Zigaretten!
Fräulein Reinmar stand neben ihr und sah das verräterische Päckchen. „Was ist denn das?“ fragte sie. „Ich will nicht hoffen, dass du rauchst, wie die sogenannten Emanzipierten. Du würdest mich sehr enttäuschen, wenn dies der Fall wäre…“
(Hinterher wird noch aufgeklärt, dass es in Russland – ihrem Heimatland – normal war, dass Frauen sich ‚dieses kleine Vergnügen‘ leisteten.)